Foto: System/ Stock.Adobe
Foto: System/ Stock.Adobe

"Wir sind die neuen Kickers"

Nachspielzeit mit Fatmir Sylejmani +++ Neuer Spielertrainer der SG Kickers Worms über den Imagewandel, die perfekte Mischung und eine erfolgreiche Saison +++ Aus Ascheplatz wird wohl bald ein Kunstrasen

In unserer Interview-Rubrik "Nachspielzeit" befragen wir wöchentlich in lockerem Rahmen interessante Spieler, Trainer oder Persönlichkeiten der Region über ihren Verein und ihre persönlichen Ziele. Heute zu Gast: Fatmir Sylejmani. Der Spielertrainer der SG Kickers Worms kommt mit seiner Mannschaft derzeit aus dem Feiern gar nicht mehr raus. Warum das Team in der C-Klasse Alzey-Worms 1 derzeit das Team der Stunde ist und was der personelle Umbruch mit dem Imagewechsel des Klubs zu tun hat, verrät Sylejmani im Gespräch mit FuPa.

Fatmir, acht Spiele, 17 Punkte und Tabellenführer in eurer Staffel. Was fällt dir dazu ein?

Was soll man dazu sagen, ich bin der Meinung, dass die Mannschaft sich das nach der zehnwöchigen Vorbereitung einfach verdient hat. In den letzten Jahren war das ja nicht so der Fall, aber man merkt einfach, dass die neue Truppe sich so langsam gefunden hat und sich jetzt auch für das fleißige und harte Arbeit im Training belohnt. Deswegen bin ich der Meinung, dass wir uns das Ganze auch verdient haben.

Du warst 2013 schon einmal als Spieler bei den Kickers, warum bist du nach fast acht Jahren nun wieder zurückgekehrt und was hast du zwischenzeitlich gemacht?

Warum ich zurückgekommen bin, ist schnell erklärt, denn ich habe mich schon immer sehr wohlgefühlt bei den Kickers. Zuletzt war ich als Spielertrainer beim TuS Steinbach, FC Shqiponja Kaiserslautern und der TSG Kerzenheim, hatte aber die ganze Zeit noch Kontakt zu einem Vorstandsmitglied bei den SG Kickers. Als ich in Kaiserslautern aufgehört habe, kamen wir ins Gespräch. Eigentlich wollte ich erst als Spieler herkommen, als dann aber der Trainerposten frei wurde.

Und dann bist du quasi eingesprungen?

Genau. Als ich die Jungs gesehen habe, dachte ich mir, dass ich sie unmöglich im Stich lassen kann. Darum habe ich das hier übernommen, auch weil ich der Meinung bin, dass man was aus den Jungs machen kann.

Was genau hast du mit dem Verein vor, wie sieht die Zielsetzung aus?

Das Saisonziel lasse ich komplett offen. Wir als Mannschaft haben ein Ziel schon erreicht, nämlich dass wir als Team zusammenwachsen. Was jetzt noch passiert ist für uns alle Bonus. Für uns geht es auch einfach darum, die Vergangenheit hinter uns zu lassen. Das was kommt, kommt und das nehmen wir auch gerne mit. Klar möchten wir natürlich möglichst lange oben dabei bleiben.

Du sprichst die Vergangenheit an, da schrieben die SG Kickers Worms meist eher negative Schlagzeilen. Ist das nun anders?

Absolut, der Umbruch ist in vollem Gange und wir wollen dieses negative Image, das über dem Verein schwebt endlich loswerden. Wir haben eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern, die sich wirklich sehr viel Mühe geben. Auch aus der A-Jugend ziehen wir immer wieder Spieler hoch. Da fände ich es fair, ihnen auch diese Chance zu geben und nicht alle über einen Kamm zu scheren.

Dass sich etwas verändert hat, lässt sich auch in der Fairnesstabelle ablesen. Was ist dir sonst wichtig?

Gegenseitiger Respekt, mannschaftliche Geschlossenheit und Spaß am Fußball haben. Das steht für mich an erster Stelle. Der Rest kommt meiner Meinung dann von ganz allein. Dieser „asoziale Ruf“, den der Verein eine Zeit lang hatte, bringt hier niemanden weiter und den wollen wir gemeinsam unbedingt loswerden. Ich kann nur jeden und alle darum bitten, uns die Chance zu geben, zu zeigen wie die neuen Kickers sind.

Warum ist dieses Problem nicht schon in den letzten Jahren angegangen worden?

Ich glaube die Menschlichkeit und gegenseitige Wertschätzung haben gefehlt. Die Jungs in der Mannschaft und auch der Vorstand sind echt top. Wir sprechen sehr viel miteinander und dadurch wird alles aufgefrischt. Man sieht die positive Entwicklung wirklich in allen Bereichen.

Am Sonntag seid ihr bei Abenheim II zu Gast. Was erwartet euch?

Im ersten Saisonspiel haben wir uns beim 1:1 gegen sie nicht schlecht verkauft. Generell haben wir Respekt vor jedem Gegner, können aber auch Fußballspielen. Wir werden sehen, was wir dort erreichen können.

Eure Heimspiele tragt ihr noch auf dem Ascheplatz im Lerchenweg aus, doch auch da wird sich etwas tun…

Das stimmt, Ende des Monats sollen Bodenproben entnommen werden und dann wird der Platz irgendwann in einen Kunstrasen umgebaut. Aber meine Jungs interessiert das gar nicht. Die haben einfach Spaß am Fußball, unabhängig vom Platz. Ich habe immer bis zu 20 Leute im Training. Alle wollen einfach zusammen sein und Spaß haben. Das ist die Gemeinschaft für die wir bei den Kickers künftig wieder stehen wollen und die nun endlich wieder da ist.

Aufrufe: 013.10.2021, 15:10 Uhr
Martin ImruckAutor

Verlinkte Inhalte