– Foto: Patten / FuPa Sachsen

Suche nach Lösung für Saison-Abschluss: Nur ohne Nachteile für Vereine

Interview-Reihe von FuPa Sachsen zur aktuellen Situation der sächsischen Vereine / Heute im "Zehnerpack": Georg Schröer, FSV 1990 Neusalza-Spremberg

Lockdown und kein Ende: Fast vier Monate ruht nun schon der sächsische Amateurfußball - Corona lässt weder Training noch Spielbetrieb zu. Auch wenn derzeit noch nicht absehbar ist, wann der Ball wieder rollen kann, bleibt die Hoffnung auf einen absehbaren Re-Start. FuPa Sachsen hat den Vereinen im Freistaat zehn Fragen zu ihrer aktuellen Situation gestellt. Die Antworten veröffentlichen wir in unserer neuen Interview-Reihe "Zehnerpack".

Heute mit Georg Schröer, stellvertretender Vereinsvorsitzender und Teammanager der 1. Männermannschaft des FSV 1990 Neusalza-Spremberg
Frage: Georg, wie sieht es nach fast vier Monaten ohne Training und Spielbetrieb aktuell in Eurem Verein aus?

Ich denke es ist kein Geheimnis, wenn ich sage, dass die aktuelle Lage nicht spurlos an den Vereinen vorbeigeht. Da spreche ich sicherlich für die Mehrzahl der Klubs in unserer Region. Keiner kann wirklich trainieren, die Spieler und Verantwortlichen aller Mannschaften in unserem Klub vermissen den sportlichen Wettkampf und ihre Teamkollegen. Als Verein kann man keine neuen Mitglieder in dieser Zeit gewinnen und Sponsoren rennen einem auch nicht gerade die Tür ein. Alles in allem keine befriedigende Situation. Gab es während des Lockdowns alternative Angebote (z. B. online, Video usw.) oder musste die Vereinsarbeit gänzlich ruhen?

Die Spieler der Männermannschaften haben von ihren Trainern "Hausaufgaben" an die Hand bekommen, ansonsten ist es jedem Spieler seine persönliche Aufgabe etwas zu tun. Einige sind da fleißiger, andere sicherlich etwas bequemer. Unsere Vorstandssitzungen halten wir per Videokonferenz ab und versuchen so zumindest im Hintergrund organisatorische Dinge in die richtigen Bahnen zu lenken. Welche Erfahrungen habt Ihr bei der Erstellung und Umsetzung von Hygienekonzepten für Eure Sportstätten gemacht?

Die erste Kontaktaufnahme dazu fand mit unserem Bürgermeister Herrn Matthias Lehmann statt, welcher uns gleich an die richtigen Stellen verwiesen hat. Danach lief eigentlich alles reibungslos ab. Wir haben unser Konzept beim Gesundheitsamt Görlitz eingereicht und es mit kleineren Auflagen genehmigt bekommen. Auch bei der Umsetzung gab es kaum Probleme. Hattet Ihr lockdown-bedingt Austritte von Mitgliedern/Trainern/Spielern verzeichnen?

Es gab einen ganz geringen Mitgliederschwund, welcher sich im einstelligen Bereich bewegt. Mitgliederaustritte und Neueintritte im Jahr 2020 hielten sich aber fast die Waage. Unseren treuen Mitgliedern möchte ich an erster Stelle mal ein Kompliment aussprechen, diese halten fast alle zur Stange und klagen nicht in der aktuellen Lage. Als Dank haben wir in der Vorstandssitzung den Beschluss gefasst die Mitgliedsbeiträge der aktiven Mitglieder im ersten Halbjahr 2021 zu kürzen. Haben Euch Eure Partner und Sponsoren die Treue gehalten?

Schon im letzten Jahr gab es Kürzungen einiger Sponsoren, da auch diese mit der Corona-Krise zu kämpfen haben. Wie es sich in diesem Jahr entwickelt, ist schwer vorhersehbar. Wir hoffen, dass es nicht so schlimm kommt und uns alle die Treue halten. Gab es in der Transferphase Veränderungen in Eurem Kader?

Lediglich eine Personalie hat sich im Kader der 1. Männermannschaft verändert. Jungspieler Eddy Wehland zieht es aus beruflichen und privaten Gründen nach Westsachsen. Der Spieler hat uns dies gegenüber schon im Sommer offen und ehrlich kommuniziert. Er schließt sich unserem Ligakontrahenten VfB Empor Glauchau an. Wir wünschen Eddy für die Zukunft alles Gute und danken ihm für seine Zeit in unserem Verein.
Welche Variante bevorzugt Ihr für einen Abschluss der laufenden Saison 20/21?

Das ist eine ganz schwere Frage, da momentan nicht abzusehen ist, wann wir unserem Hobby wieder nachgehen dürfen. Klar ist, dass keinem Verein ein Nachteil aus dieser erneuten Corona-Unterbrechung entstehen darf. Einige Mannschaften der Landesliga Sachsen haben noch 16 Spiele zu absolvieren. Das beste wäre natürlich eine sportliche Lösung, vielleicht bekommt man die Hinrunde ja doch noch zu Ende gespielt. Mir fehlt da allerdings der Glaube. Sollte abzusehen sein, dass dies nicht möglich ist, sollte man die Saison ohne Wertung abbrechen und die neue Saison nochmals in den jetzigen Besetzungen neu ausspielen, auch unterhalb der Landesliga. Freie Plätze in der Oberliga könnten die Vereine, welche die Lizenz für die Oberliga bis zum 05. März beantragen und genehmigt bekommen, in einer kleinen Aufstiegsrunde ausspielen. Aber ob das die richtige Lösung ist, weiß ich auch nicht. Wir haben aber großes Vertrauen in die Entscheidungsträger beim Sächsischen Fussball-Verband. Was wünscht Ihr Euch nach der Corona-Zeit für den Amateurfußball im Freistaat?

Uneingeschränkten und flüssigen Trainings- und Spielbetrieb mit Zuschauern. Das ist mein größter Wünsch, vor allem für die Kinder, welche unter der Situation besonders leiden. Nutzt Ihr FuPa Sachsen für die Präsentation Eures Vereins? Was findet Ihr ok, was sollten wir verbessern?

Ja FuPa ist eine tolle Plattform um seinen Verein zu präsentieren. Neben unsere Homepage und unserer facebook Präsenz ist FuPa sicherlich das wichtigste Medium. Du bist selbst auch noch F-Juniorentrainer im Verein - was wünschst du Dir für die kleinsten Kicker unseres Sports? Wie schon gesagt, am meisten leiden die Kinder unter dieser erneuten Corona Unterbrechung des Spielbetriebs. Ich hoffe, es bleiben möglichst alle Spieler am Ball, verlieren nicht die Lust und die Liebe an unserem wunderbaren Sport. Und natürlich hoffe ich das es bald wieder los geht - nicht das es irgendwann mal heißt: ach, die "Corona Generation" mit zwei Jahren Trainingsrückstand.

Georg, vielen Dank für Deine Zeit und weiterhin viel Erfolg für Euren Verein!
Aufrufe: 022.2.2021, 10:43 Uhr
FuPa SachsenAutor

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