Die SG Giesel und die FSG Vogelsberg II trennten sich im Hinspiel der Relegation zur Kreisliga A Fulda/Lauterbach unter dem Strich leistungsgerecht mit 2:2. 	Foto: Zinn
Die SG Giesel und die FSG Vogelsberg II trennten sich im Hinspiel der Relegation zur Kreisliga A Fulda/Lauterbach unter dem Strich leistungsgerecht mit 2:2. Foto: Zinn

"Wir haben noch alle Chancen"

RELEGATION ZUR KLA FULDA/LAUTERBACH: +++ FSG Vogelsberg II verspielt 2:0-Führung in Giesel +++ Heimvorteil im Rückspiel +++

Giesel/Herbstein. „Wir haben noch alle Chancen“, zog Volkhard Jöckel ein Fazit, das bittersüß daherkommt, nachdem sich die SG Giesel und die FSG Vogelsberg II im Hinspiel der Relegation zur Fußball-Kreisliga A Fulda/Lauterbach mit 2:2 (1:2) getrennt hatten. Freuen wird sich der Verantwortliche darüber, dass die Spielgemeinschaft der Stammvereine von SV Herbstein, SC Lanzenhain und TV Engelrod ein Ergebnis erreicht hat, das für das Rückspiel jede Menge Spannung und wohl auch einen proppenvollen Sportplatz in Lanzenhain am Samstag garantiert. Allerdings war für die Truppe um Spielertrainer Cristi-Solomon Christian deutlich mehr drin als ein Remis.

SG Giesel – FSG Vogelsberg II 2:2

Zunächst einmal schöpften die Hausherren alles aus, was in ihrer Macht steht – und es fragte sich nicht nur der neutrale Betrachter, wann das Grün in Giesel das letzte Mal einen Rasenmäher gesehen hatte. Dementsprechend zeichnete sich früh ab, dass schneller Kombinationsfußball an diesem Sonntagnachmittag eher weniger gespielt werden würde. Damit kamen zunächst die Vogelsberger besser zurecht, sie hatten optische Vorteile in einer weitgehend ausgeglichenen Anfangsviertelstunde. Und trotz „Gras-Handicaps“ sollte es eine tolle Kombination sein, die den Weg zum ersten Treffer bereitete: David Knöll und Abdoulaye Bah spielten sich durch das Mittelfeld, ehe der Ball zu Henrick Schleuning gelangte – und der FSG-Neuner netzte mit einem trockenen Flachschuss ins rechte Eck ein, nachdem er noch einen Gegenspieler hatte aussteigen lassen (14.).

Drei Minuten nach dem Führungstreffer musste der zahlreich vertretene Gästehang – machte mindestens die Hälfte der Zuschauer aus – tief durchatmen: Der nicht immer sicher wirkende Robin Golle faustete einen überschaubar gefährlichen Schuss ausgerechnet dem Gieseler Spielertrainer Maik Schmidt vor die Füße, dessen Schuss er gerade noch abwehrte – zum einlaufenden Oliver Meinhardt, der das Kunststück schaffte, den Ball aus fünf Metern über das FSG-Gehäuse zu bugsieren (17.). Stattdessen klingelte es erneut auf der Gegenseite, als Schleuning auf der linken Seite durch war und mit seinem präzisen Flankenball den Kopf von David Knöll fand – 0:2 (28.).

Direkt im Anschluss an diesen Treffer gönnte der Schiedsrichter den Spielern beider Teams eine Trinkpause – und diese sollte den Spielfluss der FSG Vogelsberg II zum Erliegen bringen, wie sich in der Folge zeigte. Keine Minute nach Wiederanpfiff nutzte Florian Wiegand die Unentschlossenheit der Gästedefensive bei einem Flankenball – 1:2 (31.). Dieser Treffer beflügelte die Hausherren gegen immer nervöser werdende Vogelsberger, die nur noch einmal vor der Pause das Gieseler Gehäuse in Gefahr brachten. Allerdings traf der nach einer Kombination über Schleuning und Dietrich Essert freistehende Knöll den Ball nicht richtig, so dass das Spielgerät am langen Pfosten vorbeitrudelte (41.). Auf der Gegenseite „betteln wir regelrecht um den Ausgleich“, haderte ein FSG-Zuschauer. Allerdings waren Patrick Frech und Jan Luca Dahmer oft genug Endstation für die Bemühungen der SG Giesel.

Ausgerechnet Dahmer sollte es dann sein, der seinem Team einen Bärendienst erwies: Hatten die nach vorne kaum noch in Erscheinung tretenden Vogelsberger zumindest hinten dichtmachen können, brachte der Abwehrmann die FSG eine Viertelstunde vor Schluss in Unterzahl. Schon verwarnt und ermahnt, warf Dahmer den im Aus liegenden Ball weg – Gelb-Rot (76.). Die SG Giesel hatte im zweiten Abschnitt deutlich Oberwasser bekommen und erhöhte nun sukzessive den Druck. Gefährlich wurde es für die FSG Vogelsberg II aber erst in der Schlussphase. So verpasste Marc Schneider nach einem der nun zahlreichen und teilweise unnötig verursachten Standards am Gäste-Strafraum – diesmal ein Eckball – nur um Haaresbreite.

Der mittlerweile verdiente Ausgleichstreffer gelang der SG Giesel schließlich in Minute 90: Unglücklich verlängerte mit Vinzent Narz ausgerechnet ein Gästespieler den Ball bei einem Klärungsversuch ins eigene Netz. Doppeltes Pech für Narz: Seinen Freistoß aus der eigenen Hälfte lenkte Giesels Schlussmann Kai Schnell noch über den Querbalken (90./+3). Auf der Gegenseite verpasste Florian Wiegand den Siegtreffer (90./+5), so dass es nach sechs Minuten Nachspielzeit keinen Sieger gab im ersten Aufeinandertreffen der Teams, die kommende Saison in der Kreisliga A Fulda/Lauterbach spielen wollen.

Giesel: Kai Schnell; Gassmann, Marc Schneider, Holzhauer, Florian Wiegand, Borngräber, Gerchard, Schmidt, Möller, Rübsam, Meinhardt. Einwechselspieler: Neidert; Dennis Schnell, Alexander Schneider, Schlitzer, Yannik Rübsam, Marius Wiegand.

Vogelsberg II: Golle; Bourscheidt, Pokoj, Dahmer, Malte Narz, Essert, Schleuning, Bah, Knöll, Frech, Fabian Günther. Einwechselspieler: Gregor Ruhl, Leister, Vinzent Narz, Volp, Schure, Christian.

SR: Christian Hoven (Hönebach). Gelb-Rote Karte: Jan Luca Dahmer (Vogelsberg II, 76.). Z: 350.

Tore: 0:1 Henrick Schleuning (14.), 0:2 David Knöll (28.), 1:2 Florian Wiegand (31.), 2:2 Eigentor Vinzent Narz (90.).



Aufrufe: 03.6.2019, 06:00 Uhr
Kai Kopf (Lauterbacher Anzeiger)Autor

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