– Foto: Rocco Bartsch

Bergsträßer votieren für Abbruch

Klare Mehrheit bei Video-Konferenz der Fußballclubs / SV Fürth zeigt einen dritten Weg auf

Die Fußballvereine im Kreis Bergstraße haben ein eindeutiges Votum abgegeben. 53 plädieren bei einer Videokonferenz für den Abbruch der Spielzeit 2020/21 wegen der Corona-Pandemie und damit den Verzicht auf Auf- und Abstieg, lediglich fünf sprachen sich für die Fortsetzung zumindest der Vorrunde aus. Wenige Tage zuvor hatte schon der Bergsträßer Nachwuchs mit großer Mehrheit für die Annullierung der laufenden Spielzeit votiert.

Enger wäre das Ergebnis sicher geworden, wenn der Vorschlag von Philip Konrad (SV Fürth) zur Abstimmung gestanden hätte. Konrad schlug vor, die Runde nach dem in Bayern praktizierten Modell über den Stichtag 30. Juni hinaus zu verlängern . „Wenn wir jetzt abbrechen, fangen wir im September an zu spielen und stehen ein paar Monate später wieder vor der gleichen Situation. Im Jahr 2022 mit der Runde fertig zu sein ist besser, als das Thema wieder aufzurollen“, sagte Konrad und fand Unterstützung bei Rainer Wolk (SV Hammelbach): „Warum klammert man sich an ein Datum in einer solchen Situation? Das steht alles auf so wackligen Beinen. Schaffen wir eine Runde 20/22 und damit einen zusätzlichen Zeitpuffer.“ Ein Dutzend Vereine, so zeigte die Aussprache, hätten sich mit dieser Regelung anfreunden können.

Doch diese Variante ist beim Hessischen Fußball-Verband (HFV) nicht vorgesehen. „Klar ist, dass die Runde nicht über den 30. Juni verlängert wird“, erklärte HFV-Vizepräsident Torsten Becker am Donnerstag. Viele Vereine seien für einen klaren Schnitt, und: „Wenn im Herbst viele geimpft sind, ist die Situation eine andere.“ Der HFV sucht zudem eine einheitliche Regelung für Senioren, Frauen und Jugend in ganz Hessen. Becker: „Nachdem die Inzidenz hessenweit über 100 geklettert ist, gibt es keine weiteren Lockerungen. Das ist für uns eine missliche Situation.“ Es lasse sich, so der HFV-Vize, nicht absehen, wann Landesregierung Grünes Licht für den Amateurfußball gebe.

Die meisten Vereinsvertreter folgten dieser Ansicht, sprachen sich für einen Schnitt aus. Drastisch formulierte es Peter Schneider vom SV Lindenfels : „Alles andere halte ich für Schwachsinn, auch die Diskussion mit Zuschauern im Stadion.“ Und Christian Eichhorn (Olympia Lorsch) ergänzte: „Wir wollen nicht eine Runde, die wir im Oktober 2020 abgebrochen haben, im Dezember 2021 fortzuführen. Da sind wir komplett dagegen.“

Kreisfußballwart Reiner Held (Bürstadt) wird bei der Verbandsvorstandssitzung das Bergsträßer Votum vortragen und einfließen lassen, dass Vereine sich eine Saisonverlängerung wünschen. Der HFV-Vorstand wird in einer Sitzung am Samstag, 27. März, über den weiteren Verlauf der Saison entscheiden.

Ein Vorteil hat die unerquicklliche Pandemie-Situation für die Vereine: Der Verband verzichtet 2020/21 unter anderem auf Bestrafungen wegen der Nichterfüllung des Schiedsichter-Pflichtsolls.



Kreispokal

Kreisfußballwart Reiner Held, gleichzeitig Pokalspielleiter, hofft, dass wenigstens der Bergsträßer Kreispokal bis Ende Juni fertig ausgespielt werden kann- Runde eins lief problemlos durch, bei Runde zwei, die kurz vor der Aussetzung des Spielbetriebs im Oktober 2020 ausgetragen wurde, stehen noch vier Nachholspiele aus. 16 Mannschaften wären dann noch im Wettbewerb und folglich noch drei Runden bis zum Endspiel auszutragen.

540 Aufrufe19.3.2021, 16:12 Uhr
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