– Foto: Andreas Santner

Dominik Grunewald: "Vorne kannst du mich einfach nicht gebrauchen"

Der 32 Jahre alte Innenverteidiger spricht im Interview über den verpassten Aufstieg ohne Niederlage, 28 Jahre in einem Verein und Partys ohne besonderen Anlass.

Die Interview-Serie in Nordhessen mit Torjägern, katzenartigen Schnappern, verrückten Typen und bekannten Gesichtern der Fußball-Kreise geht weiter. Heute erklärt Dominik Grunewald vom FSG Chattengau-Metze treffend seine Liebe zum Amateurfußball.
Zunächst die Frage von Pascal Hillebrand, der dich nominiert hat: Welche Bedeutung hat der Amateurfußball für dich persönlich?
Amateurfußball bedeutet für mich in erster Linie die pure Freude am Kicken, an der Gemeinschaft und ganz besonders auch, die Sache als Hobby zu verstehen. Was gibt es besseres als sonntags vor altgedienten Kickern an die Murmel zu treten, sich den ein oder anderen Spruch einzufangen, gemeinsam zu ackern und am Ende mit Freund und Feind bei einem Kaltgetränk Geschehenes zu feiern oder wegzuspülen - mir fällt da nicht viel ein.

Bei welchem Verein hattest du deine schönste Zeit?
Die Frage ist für mich einfach zu beantworten. Ich spiele nun seit rund 28 Jahren bei der hiesigen FSG. Mich hat es nie von hier weggezogen. Ich hatte hier sowohl in der Jugend, als auch in den Senioren-Mannschaften unendlichen Spaß und auch an sportlicher Qualität hat es nur selten gemangelt. Ich hatte schlichtweg keinen Grund.

Gibt es ein Spiel, das du nie vergessen wirst?
Da ich nun auch nicht erst seit gestern Fußball spiele, gibt es tatsächlich einige Spiele an die ich mich noch gut erinnere. Am bedeutsamsten war sicherlich die Gruppenliga-Relegation, in der wir ohne Niederlage den Aufstieg verpasst haben. Bitter war dabei sicherlich der Last-Minute-Ausgleichstreffer im letzten Spiel gegen die SG Höringhausen/Meineringhausen, der schlussendlich den Aufstieg verhindert hat.

Die beste Mannschaftsparty, die du je erlebt hast?
Da möchte ich mir ungern anmaßen etwas hervorzuheben. Die Jungs unserer FSG verstehen es zu feiern, so viel kann ich verraten. Besonderer Anlässe bedarf es nicht.

Wer ist/war der beste Kicker, mit dem du jemals zusammen gespielt hast und warum?
Auch da gibt es wirklich eine Vielzahl an guten Kickern, mit denen ich zusammen spielen durfte. Als Beispiel zu nennen sind hier sicherlich Mike Reinemann oder Matthias Tropmann, ihre Qualitäten sind unbestritten und in Nordhessen bekannt. Den FuPa-Statistiken nach ist allerdings Abdul Abdali der wohl beste Spieler, mit dem ich kicken durfte. 94 Tore und 27 Assists in insgesamt 106 Spielen für unsere FSG. Das ist einfach nur überragend.

Was ist deine größte Schwäche auf dem Fußballplatz?
Ganz eindeutig mein Torabschluss. Da vorne kannst du mich einfach nicht gebrauchen. Glücklicherweise komme ich nicht so oft in Versuchung, mich da mit einzumischen. Ich habe es jetzt fast 28 Jahre lang versucht zu trainieren - Haken dran.

Was nervt dich am Amateurfußball?

Mit Bezug auf die eingangs gestellte Frage - nicht viel. Ich bin leidenschaftlicher Amateurfußballer - mit allem, was dazu gehört. Natürlich gibt es Sportplätze, die mal aussehen wie Ackerland, oder Schiedsrichter, die nicht das sehen, was ich gesehen haben will, aber ich weiß, dass die meisten alles dafür geben, dass wir unser Hobby ausüben können und dann gehört das einfach dazu. Kritisch wird es in meinen Augen, wenn das Thema Finanzen auf dem Tisch kommt, aber das muss am Ende des Tages jeder für sich selbst entscheiden.

Das größte Feierbiest in eurem Kader?
Hier kann ich nur beispielhaft Peter Gutbier, Steven Liehr oder Tim Gallinger nennen. Diese und noch ein paar andere Jungs lassen tatsächlich kaum einen Abend aus, an dem es potentiell ausarten könnte. Weitere Ausführungen möchte ich mir und den Jungs allerdings ersparen.

Wer zahlt bei euch die meisten Strafen und warum?
Tendenziell ist bei uns strafentechnisch nicht viel zu holen. Das bisschen, was die Kasse nun hergibt, lässt sich vielen Spielern zuordnen.

Was ist euer aktueller Trainer für ein Typ - eher Pep Guardiola, Werner Lorant oder Felix Magath? Oder ist er ganz anders?
Unser Coach Hans-Günther Kempf ist denke ich in der Kabine eher der Typ Pep Guardiola, an der Seitenlinie wird er aber auch gern mal zum Lorant. Oli Kotula, unser Co-Trainer, ist dann eher der Magath. Er versteht es, uns auch mal zu schleifen.

Welche ist die schönste und welche die schlechteste Sportanlage bei euch im Kreis?
Ich persönlich finde Wabern immer sehr schön. Der Platz ist in der Regel in sehr gutem Zustand und in den Kabinen kann man einen ganzen Sitzplatz für sich alleine beanspruchen. Wirklich schlechte Anlagen fallen mir jetzt nicht ein, da wage ich kein Urteil abzugeben.

538 Aufrufe12.3.2021, 06:51 Uhr
redAutor

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