Michael Guddat
Michael Guddat – Foto: Ivonne Bärwolff

"Das "Adrenalin", die Emotionen, das Feiern, das fehlt mir schon"

Was macht eigentlich...Michael Guddat

FuPa Berlin startet die Reihe: „Was macht eigentlich...“ In Rahmen dieser neuen Serie werden aktive oder nicht mehr aktive Spieler:innen, Trainer:innen oder Vereinsvertreter:innen unter die Lupe genommen.

Michael Guddat wollte "nach all den Jahren Vereinsarbeit einfach mal kürzertreten". Ende Juni 2020 formulierte er die Aussagen gegenüber FuPa Berlin. Der Abstand tut ihm zwar gut, doch wirklich glücklich geworden ist er in den vergangenen zehn Monaten nicht. "Durch den Lockdown hatte ich leider noch nicht die Möglichkeit, die Dinge zu tun, die ich mir eigentlich vorgenommen habe. Außerdem vermisse ich den Kontakt mit den Jungs aus der Mannschaft, das Quatschen mit Weggefährten am Spielfeldrand, einfach die Kontakte mit Vertrauten und Freunden aus dem Umfeld. Auch das "Adrenalin" am Spieltag, die gemeinschaftlichen Emotionen und das gemeinsame Feiern von Erfolgen nach einem Spiel, das fehlt mir schon durchaus", gibt er offen zu.

Eine Besserung ist, aufgrund der weiterhin angespannten Lage, noch nicht in Sicht. Auch deshalb Blick er auch gerne wieder zurück in die Vergangenheit. Dort hatte er für den Verein am Poloplatz eine Menge Arbeit und vor allem auch Herzblut investiert, um ihn wieder auf die richtige Bahn zu lenken. "Sicherlich habe ich einen nicht unwesentlichen Teil zum Erfolg der letzten Jahre beigetragen", merkt der ehemalige Geschäftsführer und sportliche Leiter der 1. Herren an. Doch das Rad der Zeit dreht sich auch mit Corona weiter, das weiß auch Guddat: "Eine kompetente Nachfolgelösung stand bei meinem Rückzug zur Verfügung. Daniel Kraft und Olaf Jahn füllen das sehr gut aus. Zudem bin ich auch nicht auf den Mars gezogen und stand natürlich beratend und unterstützend zur Verfügung."

Und nicht nur das, wie er verriet, könnte er sogar bald wieder auf dem Platz stehen. Als Betreuer. Als Betreuer? "Es gab verschiedene und interessante Möglichkeiten bei dem einen oder anderen Club. Letztlich ist der Abstand aber noch nicht groß genug, wieder so viel Motivation zu haben, eine Aufgabe mit all der Verantwortung und dem dafür erforderlichen Zeitaufwand zu übernehmen. Ich habe mich aber bereit erklärt, bei Guido, Olaf und Andy in der ersten Mannschaft eine unverbindliche Betreuerfunktion zur kommenden Saison zu übernehmen, solange diese Position noch unbesetzt ist."

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Vom Geschäftsführer zum Betreuer. Auch ein interessanter Werdegang. Aber ebenfalls eine wichtige und meist nicht genügend wertgeschätzte Tätigkeit. "Ich bin jemand, der sich unterordnen kann und kein Ego pflegen muss. Ich werde nicht ungefragt kluge Ratschläge geben oder Kompetenzen an mich reißen. Ich habe einfach Lust, die Mannschaft und das ganze Team drumherum als Betreuer zu unterstützen. Nicht mehr und auch nicht weniger."

Eine langfristig geplante Rückkehr in einen anderen Posten schließt er jedoch nicht gänzlich aus: "Was die Zukunft dann darüber hinaus irgendwann und irgendwo bereithält, wird sich zeigen." Doch solang wird er seine dazugewonnenen, aber bisher unzureichend ausgenutzte Freiheit behalten.

Profil: Michael Guddat

Aufrufe: 020.4.2021, 11:29 Uhr
Marcel PetersAutor

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