
Pokal statt Liga heißt es während der Länderspielpause für den SSV Jahn. Der Drittligist empfängt am Samstag (Anstoß: 14 Uhr) im zweiten Halbfinale des Bayerischen Totopokals den Ligakontrahenten TSV 1860 München. Das Fan-Interesse ist groß und das Regensburger Jahnstadion wird fast ausverkauft sein. Der Gewinner bestreitet am 23. Mai das Pokalfinale. Und zwar auswärts beim Viertligisten Würzburger Kickers. Dem Landespokalsieger wiederum winkt im DFB-Pokal ein attraktiver Gegner aus der ersten oder zweiten Liga. Im Hintergrund wird derweil weiter fleißig spekuliert, wer denn der neue Cheftrainer beim Jahn wird.
Nach dem Abschied von Michael Wimmer Richtung Holstein Kiel bekam der SSV Jahn eine Frist von 15 Tagen auferlegt, eine Trainernachfolge zu präsentieren. Ansonsten sähe das Regelwerk eine Strafzahlung vor. Interimscoach Munier Raychouni weist nämlich nicht die nötige Lizenz vor. Mit dem heutigen Freitag ist diese Frist abgelaufen. Ein neuer Cheftrainer wurde allerdings noch nicht präsentiert. Auch beim Pokalspiel am Samstag wird Raychouni in der Verantwortung stehen. Hintergrund: Der Jahn konnte sich mit dem DFB darauf einigen, die Frist etwas zu verlängern. „Anfang nächster Woche“ werde der Verein dann eine „offizielle und formal korrekte“ Lösung auf der Trainerposition bekanntgeben, teilt der Jahn nun mit.
Sportlich liegt der volle Fokus seit Wochenbeginn auf dem Pokalmatch gegen 1860 München. Die Löwen befinden sich in der 3. Liga trotz der jüngsten 1:2-Niederlage in Duisburg im Aufwind. Die Bilanz unter dem im Oktober neuinstallierten Trainer Markus Kauczinski ist stark (11/4/5). Aber auch die Oberpfälzer gehen mit Rückenwind ins Spiel. Der 5:2-Heimsieg gegen Havelse hat Selbstvertrauen gegeben. Fünf Tore in einem Ligaspiel waren den Regensburgern zuletzt vor zig Jahren gelungen. „Das war ein wichtiges Resultat für uns und ein guter Schritt nach vorne“, blickt Munier Raychouni im „Jahn Talk“ zurück. Das Hinrundenduell mit 1860 München entschied ein furios aufspielender Jahn seinerzeit mit 4:0 für sich. Davon will sich der Interimstrainer aber nicht täuschen lassen: „Es wird ein anderes Spiel als im Hinspiel der 3. Liga, weil die Formkurve der jeweiligen Mannschaft unterschiedlich ist, weil sich das Personal verändert hat und auch generell andere Intensitäten herrschen.“