2026-03-25T14:09:28.761Z

Totopokal

Frist verlängert: Trainerfrage beim SSV Jahn noch offen

Die Regensburger wollen am Samstag mit einem Sieg gegen 1860 München ins Finale des Landespokals einziehen

von Florian Würthele · Heute, 12:00 Uhr · 0 Leser
Steht am Samstag letztmals in der Hauptverantwortung beim SSV Jahn: Interimstrainer Munier Raychouni.
Steht am Samstag letztmals in der Hauptverantwortung beim SSV Jahn: Interimstrainer Munier Raychouni. – Foto: IMAGO / Dünhölter

Pokal statt Liga heißt es während der Länderspielpause für den SSV Jahn. Der Drittligist empfängt am Samstag (Anstoß: 14 Uhr) im zweiten Halbfinale des Bayerischen Totopokals den Ligakontrahenten TSV 1860 München. Das Fan-Interesse ist groß und das Regensburger Jahnstadion wird fast ausverkauft sein. Der Gewinner bestreitet am 23. Mai das Pokalfinale. Und zwar auswärts beim Viertligisten Würzburger Kickers. Dem Landespokalsieger wiederum winkt im DFB-Pokal ein attraktiver Gegner aus der ersten oder zweiten Liga. Im Hintergrund wird derweil weiter fleißig spekuliert, wer denn der neue Cheftrainer beim Jahn wird.

Nach dem Abschied von Michael Wimmer Richtung Holstein Kiel bekam der SSV Jahn eine Frist von 15 Tagen auferlegt, eine Trainernachfolge zu präsentieren. Ansonsten sähe das Regelwerk eine Strafzahlung vor. Interimscoach Munier Raychouni weist nämlich nicht die nötige Lizenz vor. Mit dem heutigen Freitag ist diese Frist abgelaufen. Ein neuer Cheftrainer wurde allerdings noch nicht präsentiert. Auch beim Pokalspiel am Samstag wird Raychouni in der Verantwortung stehen. Hintergrund: Der Jahn konnte sich mit dem DFB darauf einigen, die Frist etwas zu verlängern. „Anfang nächster Woche“ werde der Verein dann eine „offizielle und formal korrekte“ Lösung auf der Trainerposition bekanntgeben, teilt der Jahn nun mit.

Sportlich liegt der volle Fokus seit Wochenbeginn auf dem Pokalmatch gegen 1860 München. Die Löwen befinden sich in der 3. Liga trotz der jüngsten 1:2-Niederlage in Duisburg im Aufwind. Die Bilanz unter dem im Oktober neuinstallierten Trainer Markus Kauczinski ist stark (11/4/5). Aber auch die Oberpfälzer gehen mit Rückenwind ins Spiel. Der 5:2-Heimsieg gegen Havelse hat Selbstvertrauen gegeben. Fünf Tore in einem Ligaspiel waren den Regensburgern zuletzt vor zig Jahren gelungen. „Das war ein wichtiges Resultat für uns und ein guter Schritt nach vorne“, blickt Munier Raychouni im „Jahn Talk“ zurück. Das Hinrundenduell mit 1860 München entschied ein furios aufspielender Jahn seinerzeit mit 4:0 für sich. Davon will sich der Interimstrainer aber nicht täuschen lassen: „Es wird ein anderes Spiel als im Hinspiel der 3. Liga, weil die Formkurve der jeweiligen Mannschaft unterschiedlich ist, weil sich das Personal verändert hat und auch generell andere Intensitäten herrschen.“



Klar sei Pokal immer etwas Besonderes, „aber es sind professionelle Spieler, die um die Situation wissen. Da braucht man als Trainer nicht unbedingt jeden Tag ganz andere Sachen aufsagen oder aufzeigen.“ Nach einer „konzentrierten und fokussierten“ Trainingswoche ist Raychouni positiv gestimmt, weiß aber auch um die Qualitäten der Münchner: „Die Mannschaft ist individuell sehr gut aufgestellt. Der neue Trainer hat es geschafft, aus Individualisten ein gutes Team auf den Platz zu stellen. Ihre Stärken: Sie verteidigen kompakt und aggressiv, schalten dann aber auch sehr gut um. Zudem haben sie eine gute Wucht bei Standardsituation.“ Für seine eigene Mannschaft heißt das: „Wichtig wird sein, dass wir offensiven und mutigen Fußball spielen und Tore erzielen wollen, aber zur gleichen Zeit natürlich auch die Defensive im Blick haben müssen.“ Wovon der 39-Jährige ausgeht: „Am Ende wird auch die Mentalität entscheidend sein: In diesem Spiel wird es um Details und um die kleinen Fehler gehen, und darum, besser zu reagieren als der Gegner. Demzufolge müssen wir mental frisch sein und stabil bleiben.“



Personell beklagt der SSV Jahn drei fixe Ausfälle. Sascha Hingerl und Jakob Seibold sind weiterhin raus und bei Sebastian Stolze reicht es wegen Hüftproblemen ebenfalls noch nicht zu einem Kaderplatz. Zuletzt musste außerdem Stammkeeper Felix Gebhardt passen. Ob er gegen 1860 München wieder einsatzfähig ist, das ist ungewiss. Mit Trainings-Rückkehrer Julian Pollersbeck stünde Ersatz parat. Und der junge Keeper Leon Wechsel machte seine Sache bei seinem Pflichtspieldebüt vergangene Woche ebenfalls nicht schlecht.