
Die Fußballer der SpVgg Kammerberg haben dem SE Freising ein Schnippchen geschlagen. Die Derbyniederlage zeigte deutlich, woran es beim SEF hapert.
Freising – Das war eine feine Leistung: Die Bezirksliga-Kicker der SpVgg Kammerberg zeigten am Dienstagabend im Landkreis-Derby beim SE Freising einen schnörkellosen Fußball und gewannen schlussendlich verdient mit 2:1 (1:0).
Die Rollen waren eigentlich klar verteilt: Die Freisinger, von vielen als Aufstiegskandidat gehandelt, gingen leicht favorisiert in die Partie. Doch die großen Aufreger bekamen die 200 Zuschauer zunächst nicht zu sehen: Einen zaghaften Schuss von SEF-Kapitän Felix Fischer (8.) gab es zu notieren, ein Versuch von Christian Schmuckermeier (22.) ging weit drüber. Beide Teams agierten vorsichtig, denn niemand wollte den ersten Fehler machen.
Und doch gingen die Kammerberger mit einer Führung in die Halbzeitpause: Wieder sah der SEF in der Rückwärtsbewegung mehr als unglücklich aus, recht schnell war die immer noch nicht eingespielte Dreierkette düpiert. Es genügte ein Pass in die Schnittstelle, Peter Graf war enteilt – und ließ Freisings Torhüter Jonas Trost keine Chance (29.). Es war der einzige wirkliche Angriff der SpVgg im ersten Durchgang. Auf der anderen Seite hätte dagegen das 1:1 fallen müssen, doch Keeper Nicolas Eicher parierte im Eins-gegen-Eins gegen Joshua Steindorf (38.).
Damit war klar: In Hälfte zwei würde mehr Leben drin sein. Erst parierte SEF-Schlussmann Trost in höchster Not (47.), ehe es im anderen Kasten klingelte. Diesmal hatte Freising mit einem Schnittstellenpass die gegnerische Defensive ausgehebelt, Schmuckermeier strauchelte nach einem Foul zwar, lief jedoch weiter. Seinen Schuss konnte Eicher noch abfälschen, doch das Leder landete hinter der Linie (51.).
Damit war wieder alles offen. Aber wie bereits am Freitag wirkten die Domstädter eher planlos, anstatt die Zügel anzuziehen. Starke Einzelspieler haben die Lerchenfelder gewiss, allerdings versteht es das Team aktuell nicht, daraus Profit zu schlagen. Kammerberg hingegen spielte seinen unaufgeregten und schnörkellosen Fußball weiter – und wurde bald belohnt: Eine schnelle Seitenverlagerung – und der Freisinger Defensivverbund war wieder unsortiert. Den ersten Schuss konnte Trost noch abtropfen lassen, Domenik Kaiser setzte jedoch nach und stellte für die SpVgg auf 2:1 (59.).
Die Schlussphase gehörte dann freilich dem SEF. Trainer Alex Schmidbauer hatte recht spät in der Verteidigung auf eine Viererkette umgestellt. Es passte allerdings zum derzeitigen Freisinger Bild, dass die elf Akteure auf dem Platz zu fahrig spielten und darüber hinaus beste Chancen liegen ließen. Einen Kopfball von Louis Goldbrunner konnte die SpVgg gerade noch zur Ecke klären (82.). Steindorf verfehlte per Kopf das Tor nur um Haaresbreite (87.), außerdem vergab Schmuckermeier in der Nachspielzeit eine große Ausgleichschance (90.+4). So blieb es beim verdienten Sieg für die Gäste.