
Am vorletzten Spieltag der U17-Mittelrheinliga gab es noch keine endgültigen Entscheidungen. An der Spitze tobt weiterhin der Zweikampf zwischen Alemannia Aachen und Fortuna Köln. Beide Teams konnten ihre Spiele gewinnen. Die Fortuna hat damit am letzten Spieltag die Meisterschaft in der eigenen Hand. Im Tabellenkeller bleibt es dagegen ein dramatischer Abstiegskampf zwischen gleich fünf Mannschaften.
Die Alemannia konnte ihr letztes Saisonspiel erfolgreich gestalten und hat damit ihre Hausaufgaben erledigt. Nun müssen die Aachener in der kommenden Woche dem FC Wegberg-Beeck die Daumen drücken, damit es doch noch mit der Meisterschaft klappt. Für Aachens Gegner VfL Vichttal war es dagegen ein bitterer Spieltag. Der VfL musste eine schmerzhafte Niederlage hinnehmen. Der VfL hatte sich beim kriselnden Spitzenreiter durchaus etwas ausgerechnet, stand am Ende defensiv jedoch zu luftig und fand offensiv nicht die passenden Mittel, um den Favoriten ernsthaft ins Wanken zu bringen. Damit bleibt Vichttal (Platz 12, 22 Punkte) auf einem direkten Abstiegsplatz. Vichttal-Coach Fatos Popova zeigte sich in seiner Analyse gewohnt ehrlich und richtete den Fokus umgehend auf das kommende Wochenende: „Leider mussten wir eine herbe Niederlage einstecken, die zu diesem Zeitpunkt extrem ungelegen kommt. Wir hatten uns erhofft, wenigstens einen Punkt mitzunehmen, doch am Ende sind wir leer ausgegangen. Man muss ehrlich sagen, dass die Niederlage verdient war, weil wir insgesamt keine gute Leistung gezeigt haben. Trotzdem richten wir den Blick nach vorne. Wir haben das Spiel abgehakt und werden in dieser Woche mit voller Konzentration auf das Endspiel gegen Wiehl hinarbeiten.“ Die Marschroute für das finale Saisonwochenende könnte dramatischer nicht sein: Der VfL Vichttal empfängt den FV Wiehl (Platz 9, 24 Punkte) zum ultimativen „Do-or-Die“-Duell. Mit einem Heimsieg kann Vichttal die Oberbergischen in letzter Sekunde noch überholen und das rettende Ufer aus eigener Kraft erreichen.
Mit einem hart erkämpften 2:1-Auswärtserfolg bei Bergisch Gladbach haben die Beecker Junioren den begehrten sechsten Tabellenplatz eindrucksvoll verteidigt. Wegberg-Coach Goran Kovacevic verriet nach dem Spiel mit einem Schmunzeln sein ganz eigenes Erfolgsgeheimnis und analysierte die Leistungssteigerung gewohnt treffend: „Meine Mannschaft macht mich ein wenig wahnsinnig, und das meine ich positiv. Wir brauchen anscheinend schlechtes Wetter und eine frühere Anstoßzeit, um gut zu spielen. In der ersten Halbzeit war Bergisch Gladbach etwas agiler und wir kamen nicht so richtig in die Zweikämpfe. Deshalb ging das 0:1 in Ordnung. Ich hatte aber dennoch das Gefühl, dass das Spiel nicht verloren ist.“ Mit dem Wiederanpfiff präsentierten sich die Gäste wie ausgewechselt. Wegberg-Beeck agierte extrem gallig und erzwang durch ein wahres Chancenplus den Ausgleich sowie den umjubelten Siegtreffer. Kovacevic geriet nach dem Abpfiff regelrecht ins Schwärmen über das Comeback seiner Truppe: „In der zweiten Halbzeit waren wir dann voll da. Wir haben Gladbach unter Druck gesetzt und hatten eine Chance nach der anderen. Und am Ende haben wir verdient gewonnen. Ich war nach dem Spiel richtig stolz auf die Jungs.“
Trotz eines couragierten Auftritts beim Tabellenzweiten standen die Schützlinge von Trainer Sammy Ouindi am Ende mit leeren Händen da und mussten sich nach einem packenden Fight knapp mit 2:3 geschlagen geben. Die Dürener erwischten einen ordentlichen Start und begegneten dem Aufstiegsaspiranten im ersten Durchgang absolut auf Augenhöhe. Mit einem leistungsgerechten Unentschieden ging es in die Kabinen. Der Knackpunkt der Partie folgte unmittelbar nach dem Seitenwechsel: Während Düren die Riesenchance zur Führung liegen ließ, zeigten sich die Kölner eiskalt und bestraften Düren. Ouindi trauerte nach dem Abpfiff den vergebenen Gelegenheiten hinterher, zollte seiner Truppe aber dennoch Respekt für die Moral: „Die erste Halbzeit war ausgeglichen und es stand Unentschieden. In der zweiten Halbzeit vergeben wir zwei Riesenchancen, um in Führung zu gehen. Im Gegenzug ist der Gegner effektiver und trifft zum 2:1 und dann zum 3:1. Wir haben dann nochmal alles nach vorne geworfen und kommen noch zum Anschluss, aber leider nicht mehr zum Ausgleich.“ Am letzten Spieltag wartet nun ein echtes Endspiel, in dem die Ouindi-Elf die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor zwingend wiederfinden muss, um den Verbleib in der Mittelrheinliga zu sichern.
Nach dem fulminanten 7:1 beim SV Eilendorf herrscht bei Rheinsüd große Erleichterung. Die Kölner zeigten nach dem wilden Zehn-Tore-Spektakel der Vorwoche die perfekte Reaktion und untermauerten ihre Ambitionen im oberen Tabellendrittel der B-Junioren-Mittelrheinliga eindrucksvoll. Wer nur auf das nackte Resultat blickt, vermutet eine einseitige Angelegenheit. Doch die abstiegsbedrohten Gastgeber aus Eilendorf warfen von Beginn an alles in die Waagschale und versteckten sich keineswegs. Der große Unterschied an diesem Nachmittag lag schlichtweg vor den Toren. Rheinsüd-Coach Glenn Adriano zog nach dem Schlusspfiff ein hochzufriedenes, aber sehr reflektiertes Fazit: „Wir sind natürlich hochzufrieden mit dem Auswärtssieg. Ich muss aber ehrlicherweise sagen, dass es nicht so klar war, wie es klingt. Eilendorf hat sich in keiner Sekunde aufgegeben und hat immer wieder nach vorne gespielt. Unser Keeper hatte auch einen guten Tag. Wir waren an dem Tag unfassbar effizient und hatten eine brutale Torausbeute. So ging es verdient an uns.“ Durch den Dreier klettert Rheinsüd (Platz 5, 34 Punkte) bis auf einen einzigen Zähler an den Lokalrivalen SC West heran. Damit ist am kommenden finalen Spieltag für maximale Brisanz gesorgt, wenn es im direkten Duell um den vierten Platz geht. Adriano blickt der kommenden Woche bereits voller Vorfreude entgegen: „Wir freuen uns auf das Endspiel um Platz vier gegen den SC West.“
Der FV Wiehl konnte im Kampf um den Klassenerhalt einen wichtigen Punkt einfahren. Gegen den Bonner SC entwickelte sich eine wilde Partie mit ständig wechselnden Spielphasen. Bereits in der ersten Minute gingen die Gäste in Führung und legten nach 25 Minuten den zweiten Treffer nach. Wiehl gelang allerdings noch vor der Halbzeit der Ausgleich. In der zweiten Halbzeit folgten dann vier verrückte Minuten: Zunächst gingen die Gastgeber erstmals in Führung, ehe Bonn prompt zurückschlug. Wiehl blieb jedoch dran und konnte nur zwei Minuten später erneut ausgleichen. Dabei blieb es dann auch bis zum Schlusspfiff. Für Bonn steht damit der dritte Tabellenplatz fest. Wiehl steckt dagegen weiterhin mitten im engen Abstiegskampf und hat kommende Woche das Endspiel gegen den Vorletzten VfL Vichttal vor der Brust.
Der SC West Köln verspielte am Samstag eine 2:0-Führung im Derby gegen Deutz. Nach 51 Minuten führten die Gastgeber scheinbar souverän. Deutz blieb allerdings dran und erzielte rund 20 Minuten vor Schluss den Anschlusstreffer. In der letzten Minute feierten die Gäste dann noch den viel umjubelten Ausgleich. Durch das Unentschieden verpasste es der SC, den vierten Tabellenplatz zu sichern. Deutz konnte sich dagegen auf Rang sieben verbessern.