
„Ein verbandsgerichtliches Verfahren vor dem Sportgericht des WDFV ist bereits eingeleitet. Aktuell prüfen wir, weitere rechtliche Schritte einzuleiten“, sagte Patrick Fabian, administrativer Leiter des NLZ, gegenüber unserer Redaktion. „Denn für uns ist klar, dass wir diesen rassistischen Vorfall nicht tolerieren und uns als Verein klar vor unseren Spieler stellen.“
Das Fortuna-Duell in der Domstadt war am Samstag mehrere Minuten lang unterbrochen worden, nachdem Quiala Tito einen Schiedsrichterassistenten über den vermeintlichen Vorfall informiert hatte. In der Folge verließ der 20-Jährige auf eigenen Wunsch das Feld. „Ich kenne Mechak seit Jahren und schätze ihn als Mensch und als Sportler sehr. Dass er sich beim Stand von 2:2 unter Tränen auswechseln lassen will, anstatt als Stürmer das nächste Tor schießen zu wollen, zeigt, wie heftig diese wiederholten rassistischen Äußerungen waren. Das können wir nicht akzeptieren“, sagte Stefan Vollmerhausen, sportlicher Leiter des NLZ.
Die Kölner hatten die Rassismus-Vorwürfe ihrerseits zurückgewiesen. „Auf Grundlage aller gesammelten Informationen und Eindrücke liegen keine Anhaltspunkte vor, dass eine Äußerung mit rassistischem Hintergrund seitens unseres Spielers gefallen ist“, teilte der Klub mit. „Der SC Fortuna steht klar und kompromisslos gegen Rassismus.“ Die internen Untersuchungen seien detailliert und mit der notwendigen Ernsthaftigkeit durchgeführt worden. Man habe ausführliche Gespräche „mit allen von unserer Seite beteiligten Personen geführt, insbesondere mit dem betreffenden Spieler sowie den Mitspielern, die direkt in die Spielsituationen involviert waren.“
Zudem sei „das Thema offen innerhalb der Mannschaft thematisiert und aufgearbeitet“ worden. „In diesem konkreten Fall sehen wir die Angelegenheit intern als abgeschlossen an.“
Köln-Geschäftsführer Niklas Müller sagte: „Wir stehen geschlossen für ein respektvolles und gleichwertiges Miteinander. Umso wichtiger ist es, jedem Vorwurf gewissenhaft nachzugehen, das haben wir getan. Nach intensiver Aufarbeitung sind wir überzeugt, dass in diesem Fall keine rassistische Äußerung gefallen ist.“ Aktuell steht Aussage gegen Aussage, doch bald wird wahrscheinlich nicht nur der Verband in dieser Sache ermitteln, sondern auch die Polizei.