
Flutlicht, Karnevalsstimmung und das absolute Spitzenspiel der Regionalliga West: Wenn am Freitagabend um 19:30 Uhr im Kölner Südstadion der Anpfiff ertönt, ist die Bühne bereitet für einen echten Kracher. Der Tabellenführer Fortuna Köln empfängt den direkten Verfolger FC Gütersloh. Nach dem 3:1-Erfolg gegen Rot-Weiß Oberhausen am vergangenen Spieltag ist es für die Südstädter der zweite Härtetest binnen weniger Tage.
Zwar trennen die beiden Teams aktuell neun Punkte, doch die Tabelle trügt ein wenig: Die Ostwestfalen haben noch ein Spiel weniger absolviert und könnten mit einem Auswärtssieg die Schlagdistanz verkürzen. Das Hinspiel im August 2025 endete mit einem leistungsgerechten 1:1-Remis.
Passend zur fünften Jahreszeit wird die Fortuna in einem speziellen Karnevalstrikot auflaufen. Eine Besonderheit dabei: Auf dem Rücken prangt diesmal der Vorname statt des Nachnamens der Spieler. Doch trotz der närrischen Rahmenbedingungen erwartet Abwehrspieler Max Fischer eine höchst seriöse Aufgabe gegen den FCG. „Uns erwartet eine sehr robuste, intensiv spielende Mannschaft, die stark auf lange Bälle und zweite Bälle setzt. Spielerisch vielleicht weniger spektakulär, aber mit enormem Willen. Sie gehen mit unglaublicher Intensität in jeden Zweikampf, jeder arbeitet für den anderen, und auch verbal wird es hitzig. Das müssen wir annehmen, dagegenhalten und uns eine gute Ausgangsposition für die kommenden Wochen erkämpfen“, wird der 23-jährige Defensivmann auf der Vereinshomepage zitiert.
Die Gäste aus Ostwestfalen reisen mit einer beeindruckenden Empfehlung an: Mit einem Punkteschnitt von 1,97 war das Team von Trainer Julian Hesse die stärkste Mannschaft des Kalenderjahres 2025. Zudem steht die Defensive stabil wie selten zuvor: Seit 328 Minuten hat der FCG keinen Gegentreffer mehr kassiert. Die jüngsten Ergebnisse – darunter ein 0:0 gegen Oberhausen und ein 2:0-Sieg bei der Düsseldorfer Reserve – unterstreichen diese Form.
Trotz der Vizemeisterschaft im Vorjahr und der aktuellen Erfolgsserie stapelt man beim FCG tief. „Wir können unsere Möglichkeiten realistisch einordnen und müssen nichts korrigieren“, betont Hesse gewohnt zurückhaltend. Verzichten müssen die Gütersloher allerdings auf Offensivkraft Julius Langfeld, der sich im Testspiel gegen Jeddeloh eine Oberschenkelverletzung zuzog und mehrere Wochen ausfällt. Ein herber Verlust, steuerte er doch bisher sechs Tore und drei Vorlagen bei.
Auch Fortuna-Coach Matthias Mink muss improvisieren. Ausgerechnet Torjäger Enzo Wirtz fehlt nach seiner fünften Gelben Karte gesperrt. Kurios: Bereits im Hinspiel musste der Angreifer nach einer Ampelkarte vorzeitig zuschauen. Dafür kehren die zuletzt kranken Tom Geerkens und Robin Afamefuna in den Kader zurück, während Neo Telle wohl passen muss.
Für Wirtz könnte nun Timo Bornemann in die Startelf rücken. Der Stürmer gibt sich in einem Statement auf der Fortuna-Homepage kämpferisch: „Gütersloh war in den vergangenen Jahren immer ein unangenehmer Gegner. Nicht umsonst stehen sie oben. Ihre Qualität ist bekannt, aber entscheidend ist, was wir auf den Platz bringen. Wenn wir unsere Stärken zeigen, sind wir für jeden Gegner schwer zu schlagen.“