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Ligabericht

Fortuna feiert Meisterschaft − Vichttal und SVE steigen direkt ab

Der letzte Spieltag im Überblick

von Benedikt Hitze · 16.06.2026, 11:35 Uhr · 0 Leser
Am letzten Spieltag kommt es immer auch zu Abschieden: Hier in Wegberg-Beeck wird Trainer Goran Kovacevic verabschiedet
Am letzten Spieltag kommt es immer auch zu Abschieden: Hier in Wegberg-Beeck wird Trainer Goran Kovacevic verabschiedet – Foto: FC Wegberg-Beeck

Am letzten Spieltag der U17-Mittelrheinliga konnte Fortuna Köln die Meisterschaft endgültig sichern. Durch einen deutlichen Auswärtssieg beantwortete die Fortuna die Meisterfrage letztlich souverän. Im Abstiegskampf wurde es dagegen noch einmal dramatisch. Sowohl der VfL Vichttal als auch der SV Eilendorf konnten ihre Entscheidungsspiele nicht gewinnen, während sich Borussia Lindenthal-Hohenlind dramatisch in die Relegation rettete.

Vichttal kann direkten Abstieg nicht verhindern

Der Schmerz sitzt tief in Vichttal. Nach der deutlichen 1:4-Heimniederlage gegen den FV Wiehl steht für den VfL das bitterste aller Szenarien fest: Die Stolberger rutschen am allerletzten Spieltag auf den 13. und damit letzten Tabellenplatz ab und müssen die Mittelrheinliga verlassen. Doch trotz des sportlichen Rückschlags verweigert das Trainerteam den kollektiven Frust und rückt die persönliche Reife der Mannschaft in den Fokus. VfL-Coach Fatos Popova stellte sich nach der Partie direkt vor seine Mannschaft und zog eine bemerkenswerte Bilanz, die weit über das nackte Ergebnis hinausreicht: „Der Frust über die Niederlage und die Tatsache, dass wir am Ende den letzten Platz belegt haben, ist natürlich sehr groß. Wir wollen uns nichts schönreden – die Enttäuschung ist da. Trotzdem sind Nick und ich unglaublich stolz auf die Jungs. Die Mannschaft hat in diesem Jahr eine riesige Entwicklung durchgemacht, sowohl sportlich als auch persönlich. Genau das ist es, worauf es in diesem Alter ankommt, und damit sind wir sehr zufrieden.“ Statt mit den vergebenen Chancen im Abstiegskampf zu hadern, betonte Popova die besonderen Herausforderungen im Leben junger Sportler. Er erinnerte daran, dass die Tabelle in dieser Altersklasse nie die ganze Wahrheit über die geleistete Arbeit abbildet. Der Trainer verabschiedete sich mit Worten voller Anerkennung aus der Mittelrheinliga-Saison: „Gerade im Jugendbereich schwanken die Leistungen noch stark. Schule, Prüfungen, die erste Freundin, Freundschaften und viele andere Dinge wirken auf die Jugendlichen ein. Das spiegelt sich oft auch in den Ergebnissen und letztlich in der Tabelle wider. Deshalb schauen wir nicht nur auf den Tabellenplatz, sondern vor allem auf die Entwicklung jedes Einzelnen und der Mannschaft als Ganzes. Und hier haben die Jungs einen großen Schritt nach vorne gemacht. Dafür verdienen sie Respekt und Anerkennung.“

Düren rettet sich in die Relegation

Das dramatische 2:2-Unentschieden zwischen dem 1. FC Düren und dem SV Eilendorf hielt, was die Bezeichnung „Abstiegs-Endspiel“ versprach. Am Ende reichte den Dürenern der späte Punktgewinn, um den direkten Abstieg abzuwenden und sich das Ticket für die Relegation zu sichern. Eilendorf wiederum verspielte die Führung und muss damit direkt runter. Dürens Trainer Sammy Ouindi bilanzierte das Wechselbad der Gefühle nach dem Abpfiff wie folgt: „Wir haben in den ersten 15 Minuten gut angefangen und gehen dann auch verdient in Führung. Dann lassen wir in der ersten Halbzeit nach. Eilendorf wurde dann besser und waren effektiver vor dem Tor, dadurch gehen wir mit einem Rückstand in die Halbzeit." Zur zweiten Halbzeit veränderte Düren sein Spiel und das Erfolgreich: „Wir haben dann was im System umgestellt und es war in der zweiten Halbzeit deutlich besser. Wir haben einige hochkarätige Torchancen vergeben. Zum Glück waren wir dann doch noch erfolgreich und das Unentschieden hat uns für die Relegation gereicht. Deshalb sind wir glücklich mit dem Ergebnis.“ Dadurch rettet sich Düren in die Relegation und kann dort dann den endgültigen Klassenerhalt sichern.

Fortuna macht alles klar

Die Fortuna hat es geschafft. Durch einen deutlichen Auswärtssieg feiern die Südstädter die Meisterschaft. FuPa sendet seine Glückwünsche für diese Leistung! Mit dem souveränen 4:1-Erfolg in Wegberg-Beeck krönten die B-Junioren der Fortuna eine absolut herausragende Saison und fingen die Konkurrenz aus Aachen auf den letzten Metern noch ab. Die beeindruckende Bilanz von nur einer Niederlage aus den letzten 13 Spielen zeigt wie verdient der Erfolg ist.

Beim Gegner aus Wegberg standen nach dem Schlusspfiff nicht die entgangenen Punkte im Mittelpunkt. Vielmehr prallten bittere Abschiedswehmut und tiefer Stolz aufeinander, als eine Ära auf der Trainerbank ihr endgültiges Ende fand. Trainer Goran Kovacevic, für den es das definitiv letzte Spiel an der Seitenlinie des Vereins war, zeigte sich nach dem Abpfiff tief bewegt von der Einstellung seiner Mannschaft: „Wir wollten das Spiel unbedingt spielen, aber für uns war es sehr schwer. Jetzt, wo es vorbei ist, muss ich meinen Jungs ein Riesenkompliment aussprechen. Für mich war es am Sonntag der letzte Tag als Trainer von Wegberg-Beeck. Überhaupt die Erfolge mit den Kindern zu feiern, hat sehr viel Arbeit gekostet, nicht nur fußballerisch. Ich habe die Mannschaft vor drei Jahren übernommen und es war viel Arbeit. Ich habe es mit Herzblut gemacht.“ Dass der Verein zur kommenden Saison nicht mehr auf Kovacevic setzt, hinterlässt im Umfeld zwar ein Fragezeichen, ändert aber nichts an der Nachhaltigkeit seiner geleisteten Arbeit. Kovacevic verabschiedete sich mit Worten, die die tiefe Bindung zu seinen Schützlingen unterstreichen: „Wir haben Erfolge feiern dürfen und das spricht für die Jungs. Ich bin stolz auf die Jungs und verlasse den Verein mit erhobenem Haupt.“

Rheinsüd erkämpft späten Punkt im Kölner Derby

Das Kölner Nachbarschaftsduell zwischen dem FC Rheinsüd und dem SC West hielt am letzten Spieltag exakt das, was sich die Zuschauer von einem Spiel mit offenem Visier versprochen hatten. Beim 2:2-Unentschieden bewiesen die Hausherren Moral, glichen gegen den Lokalrivalen in der Nachspielzeit aus und sicherten sich einen schönen Saisonabschluss. Rheinsüd-Coach Glenn Adriano analysierte das packende Auf und Ab nach dem Schlusspfiff gewohnt sachlich: „War ein offenes Spiel, was auf Augenhöhe war. Wir hätten relativ früh in Führung gehen können und hatten in den ersten zehn Minuten gute Möglichkeiten, um in Führung zu gehen. West hatte danach mehr Spielanteile und traf unter anderem das Aluminium. Je länger das Spiel dauerte, desto mehr kontrollierte West das Spiel. Wir hatten Probleme, uns aus dem Druck zu lösen und lagen dann folgerichtig mit 0:2 hinten. West war da kaltschnäuzig und hat unsere Fehler ausgenutzt.“ Die Adriano-Elf bewies ein riesiges Kämpferherz, steckte zu keinem Zeitpunkt auf und belohnte sich nach dem Anschlusstreffer mit dem viel umjubelten Ausgleichstor tief in der Nachspielzeit. Dementsprechend versöhnlich fiel das Fazit des Trainers aus: „Wir haben uns aber nicht aufgegeben und haben erst den Anschluss erzielt und dann in der Nachspielzeit sogar den viel umjubelten Ausgleich. Ein Ergebnis, mit dem wir leben können. West hatte mehr Spielanteile und wir können über den Punkt glücklich sein.“ Trotz des späten Punktgewinn rettet der SC West (36 Punkte) den starken vierten Tabellenplatz hauchdünn vor Rheinsüd (35 Punkte) ins Ziel. Beide Teams verabschieden sich nach diesem spektakulären Derby erhobenen Hauptes und mit einem positiven Gefühl in die hochverdiente Sommerpause.

Lindenthal-Hohenlind feiert die Last-Minute-Rettung

Der SC Lindenthal-Hohenlind feierte einen überlebenswichtigen 1:0-Auswärtssieg in Deutz. Während es für die Gastgeber im gesicherten Mittelfeld um nichts Entscheidendes mehr ging, warfen die Gäste aus Lindenthal alles in die Waagschale und belohnten sich mit dem ultimativen Befreiungsschlag. Die Ausgangslage vor dem Anpfiff war an Spannung kaum zu überbieten: Bei einer Niederlage oder einem Remis wäre Hohenlind komplett vom Ausgang der dramatischen Parallelspiele in Düren und Vichttal abhängig gewesen. Im Kölner Stadtduell zeigte die Borussia jedoch genau die Mentalität, die man im Abstiegskampf braucht. Defensiv extrem diszipliniert und mit dem nötigen Quäntchen Glück im richtigen Moment, reichte ein einziger goldener Treffer, um die drei Punkte zu entführen. Durch diesen hart erkämpften Dreier springt Hohenlind mit nun 26 Punkten auf den rettenden 10. Tabellenplatz vor und spielt nun Relegation.

Bonn bezwingt Gladbach

Vor heimischer Kulisse feierten die Bundesstädter einen nie gefährdeten 2:0-Heimerfolg gegen Bergisch Gladbach und verabschieden sich mit bester Laune in die Sommerpause. Auch wenn der ganz große Traum von der Meisterschaft – die sich am Sonntag die Fortuna aus Köln sicherte – nicht mehr in greifbarer Nähe war, präsentierten sich die Bonner voll fokussiert. Gegen eine phasenweise gut mitorganisierte Gladbacher Mannschaft übernahm der BSC von Beginn an das Kommando, agierte defensiv gewohnt sattelfest und münzte die spielerische Überlegenheit in die entscheidenden Tore zum 2:0-Endstand um.