– Foto: André Nückel

Kownacki spielt freiwilig in Regionalliga

Dawid Kownacki hat darum gebeten, für Fortunas Zweitvertretung spielen zu dürfen. Trainer Uwe Rösler ist begeistert.

Er ist einer der größten, wenn nicht der größte Pechvogel bei Fortuna: Dawid Kownacki. Seit seinem Wechsel nach Düsseldorf plagt sich der 23-Jährige immer wieder mit Muskelverletzungen herum. Und als die Muskeln dann einmal hielten, erwischte ihn das Coronavirus.

Mittlerweile ist der Stürmer zwar wieder im Mannschaftstraining dabei, doch er hat noch Rückstand aufzuholen. Nun wird er für Fortunas Zweitvertretung spielen – auf eigenen Wunsch.

Während beim Dienstagtraining der Fortuna-Profis neben der Arena in Stockum vier Mannschaften auf vier Tore spielten, stand Kownacki einige Meter entfernt und sprach mit einem Mann, der in Sicherheitsabstand und mit Mund-Nasen-Schutz gestikulierte. Der Mann war Nico Michaty, Trainer von Fortuna II. Mehrere Minuten sprachen beide miteinander, ehe Kownacki gut gelaunt, seine Wasserflasche mit den Händen jonglierend, in die Kabine marschierte.

Uwe Rösler erklärte diese Begegnung nach der Trainingsheinheit. „Dawid ist zu mir gekommen und hat gesagt: Trainer, ich brauche Spielminuten, ich würde gerne am Mittwoch in der Zweiten Mannschaft spielen“, sagte der Coach der Profimannschaft und nickte dabei anerkennend. „Das finde ich beispielhaft. Hut ab. Ich werde morgen auch nach Köln fahren und mir das Spiel angucken.“

Fortuna II spielt um 14 Uhr in der Regionalliga im Franz-Kremer-Stadion gegen den 1. FC Köln II. Das kleine Derby soll als Testlauf für Kownacki dienen und dem Spieler sowie dem Trainer zeigen, wie der aktuelle Leistungsstand ist. Danach will Rösler entscheiden, ob er den polnischen Nationalspieler vielleicht sogar schon beim Zweitliga-Spiel gegen die Würzburger Kickers am Samstag (13 Uhr) mit auf die Bank nimmt.

Für Kownacki ist es in jedem Fall der nächste Anlauf, um bei Fortuna richtig in Fahrt zu kommen. Im Wintertransferfenster 2018/2019 kam das Talent, das in Polen lange Zeit mit den Erwartungen zu kämpfen hatte, der nächste Robert Lewandowski zu werden, von Sampdoria Genua zur Fortuna. Zunächst auf Leihbasis. Mit vier Toren in zehn Erstligaspielen überzeugte er die Verantwortlichen. Der damalige Trainer Friedhelm Funkel sagte, Kownacki sei der talentierteste Spieler, mit dem er je zusammengearbeitet habe.

Ex-Sportvorstand Lutz Pfannenstiel handelte mit dem italienischen Erstligisten schließlich einen Deal aus: Knapp sieben Millionen Euro – über mehrere Jahre verteilt zu zahlen – ist mit Abstand die Rekordablöse für Fortuna. Doch seit dem Sommer 2019 kam Kownacki nicht mehr richtig in Tritt. Adduktoren-, Waden-, und Oberschenkelprobleme plagten Kownacki. Zwei Mal erwischte es ihn bei der polnischen Nationalmannschaft, zwei Mal bei der Fortuna. Hier ein Faserriss, da eine Zerrung. Kownacki war oft zu ungeduldig, schluderte zudem mit der Ernährung.

Eigentlich wollte Kownacki in dieser Saison wieder richtig angreifen, erzielte im ersten Testspiel beim TSV Meerbusch dann auch einen Treffer und wirkte so fit wie lange nicht mehr. Dann kam der positive Corona-Test. Covid-19 legte ihn auch deutlich mehr flach, als es beim ebenfalls infizierten Nana Ampomah der Fall war.

Fortunas Verantwortliche waren sich anschließend nicht sicher, wie Kownacki diesen erneuten Rückschlag auch mental verkraften würde. Umso erfreulicher nahm Rösler nun die Bereitschaft Kownackis, sich über die Regionalliga-Mannschaft zu empfehlen, zur Kenntnis. Es ist der nächste beschwerliche Anlauf für den Mann, der noch bis 2023 bei den Düsseldorfern unter Vertrag steht.

Aufrufe: 023.9.2020, 10:00 Uhr
RP / Patrick SchererAutor

Verlinkte Inhalte