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Fortuna Düsseldorf II: Vom Talent zum Bankdrücker

Daniel Bunk galt als großes Talent. Doch seine Perspektive bei Fortuna schwindet.

von RP / Tobias Dinkelborg und Gianni Costa · 01.11.2024, 22:00 Uhr · 0 Leser
Daniel Bunk ist noch weit von der ersten Mannschaft entfernt.
Daniel Bunk ist noch weit von der ersten Mannschaft entfernt. – Foto: Fortuna Düsseldorf

Es gab mal eine Zeit, da galt Daniel Bunk als eines der ganz großen Talente im deutschen Fußball. Und weil das so war, stattete Fortuna seine Nachwuchshoffnung – als Achtjähriger hatte sich der gebürtige Wuppertaler dem Klub aus Flingern angeschlossen – vor vier Jahren mit einem Profivertrag bis 2025 aus. Bunk entschied sich bewusst für die Düsseldorfer, trotz angeblich zahlreicher Angebote von namhaften Bundesliga-Klubs. Zunächst deutete tatsächlich auch einiges darauf hin, dass er die in ihn gesetzten Erwartungen würde erfüllen können. Doch inzwischen steht der 20-Jährige am Scheideweg.

Der nächste Schritt lässt auf sich warten

Immer wieder war die personelle Not im Zweitliga-Team in der Vergangenheit groß, eine ernsthafte Option war Bunk dort aber trotzdem nie. Der Mittelfeldspieler, der von der U15 bis zur U19 alle deutschen Junioren-Nationalmannschaften durchlaufen hatte, stagnierte in seiner Entwicklung; sowohl fußballerisch als auch körperlich. Auch wenn zur ganzen Wahrheit gehört, dass ihn zu den denkbar ungünstigsten Zeitpunkten immer wieder schwerwiegende Verletzungen ereilten, unter anderem ein doppelter Bänderriss und zuletzt ein Schlüsselbeinbruch.

Doch daran allein liegt es nicht, dass Bunk bei Fortuna kaum noch eine Rolle spielt und ziemlich wenig darauf hindeutet, dass sein im kommenden Sommer auslaufender Vertrag verlängert wird. Zwei Kurzeinsätze in der Zweiten Liga (jeweils eine Minute gegen Hansa Rostock und den 1. FC Magdeburg) und eine Einwechslung im DFB-Pokal (vier Minuten gegen Kickers Offenbach) – das ist die gesamte Profi-Bilanz.

So wird es vorerst auch bleiben, denn in den aktuellen Planungen von Cheftrainer Daniel Thioune spielt Bunk keine Rolle, wie der 50-Jährige unserer Redaktion bestätigte. „Klare Kommunikation: Daniel Bunk ist ein Teil der U23-Mannschaft, weil wir es für sinnvoll erachten, dass er auf Spielzeit kommt und bei Bedarf, bei guten Leistungen immer mal wieder situativ bei uns im Training auftreten wird“, sagte Thioune. „Diese Saison ist erst einmal so geplant, dass er in der Regionalliga eingesetzt wird.“

Trio noch weit von der ersten Mannschaft entfernt

Also befindet sich Bunk nach wie vor ein beträchtliches Stück entfernt von der Zweitliga-Mannschaft? „Genau“, entgegnete Thioune auf entsprechende Nachfrage. „Er ist aus meiner Sicht ein erweiterter Kaderspieler, um es sportlich zu bewerten. Gleiches gilt für David Savic oder auch Jan Boller, die wir im Blick haben. Wir haben gerade die komfortable Situation, dass wir viele Spieler im Kader haben und alle gesund sind. Deshalb geben wir eher Akteure zur U23 ab, um sie dort Spielpraxis sammeln zu lassen, als dass wir aus dieser Mannschaft jemanden nach oben ziehen müssen.“

Doch auch in der Regionalliga konnte Bunk zuletzt keine Eigenwerbung betreiben. Ihre bisherigen drei Saisonsiege errang die U23 weitgehend ohne die Hilfe des 20-Jährigen: Beim 1:0 gegen Bocholt spielte er lediglich zehn Minuten, beim 7:0 gegen Türkspor Dortmund saß er die gesamte Partie über auf der Bank, und nur beim 2:0 in Gütersloh stand er in der Startelf. Auch sonst war das Team von Trainer Jens Langeneke oft besser, wenn Bunk noch nicht ein- oder schon ausgewechselt war; zum Beispiel beim 1:2 gegen Hohkeppel, als der Mittelfeldakteur den Platz verließ und seine Mannschaft danach deutlich besser wurde.

Ein ähnlicher Eindruck drängte sich ebenso am vergangenen Montag beim 1:1 in Uerdingen auf, selbst wenn diese Partie nur bedingt als Blaupause diente. Zur zweiten Hälfte kam Bunk nämlich für die freilich viel erfahrenere Profi-Leihgabe Marcel Sobottka aufs Feld. Von da an fehlte es in der Schaltzentrale an Stabilität, Cleverness, Zweikampfstärke und dem nötigen Spielwitz. Aufzufallen wusste der gebürtige Wuppertaler zuletzt nur neben dem Platz: Auf seinem Instagram-Account posierte der 20-Jährige jüngst stolz vor einem blauen Porsche.