
In der sächsischen Landesliga spitzt sich das Drama am Tabellenende unaufhaltsam zu. Wenn der VfB Fortuna Chemnitz am kommenden Sonntag um 15:00 Uhr den Dresdner SC 1898 empfängt, handelt es sich nicht mehr nur um ein einfaches Punktspiel – es ist eine Begegnung mit dem Charakter eines Endspiels. Für die Chemnitzer, die nach 22 Spieltagen mit lediglich zwölf Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz rangieren, schwindet der Spielraum für Fehler mit jeder Minute.
Die sportliche Bilanz der letzten Wochen liest sich ernüchternd. Zuletzt geriet die Elf von Trainer Rocco Dittrich bei der SG Handwerk Rabenstein mit 1:5 unter die Räder. Trotz eines zwischenzeitlichen Treffers durch Luca Fröhlich zum 1:3 offenbarte die Partie die defensiven Defizite, die sich wie ein roter Faden durch die Saison ziehen: Mit 63 Gegentoren stellt die Fortuna die anfälligste Abwehr der gesamten Liga. Der Rückstand auf die rettenden Plätze ist angewachsen.
Angesichts dieser mathematischen Schwere findet Rocco Dittrich deutliche Worte für die anstehende Aufgabe gegen die Landeshauptstädter. „Ziel ist klar drei Punkte, es ist fünf vor zwölf und nun zählt jedes Spiel um die Klasse zu halten!“, stellt der Trainer unmissverständlich klar. Die Dramatik der Lage spiegelt sich in dieser Einschätzung wider; für die Fortuna ist die Zeit der taktischen Experimente vorbei.
Der Gegner aus Dresden reist indes mit deutlich mehr Rückenwind an. Der DSC rangiert mit 20 Punkten auf Platz 13 und konnte am vergangenen Spieltag einen wichtigen 2:0-Sieg gegen das Schlusslicht VfL Pirna-Copitz bejubeln. Auch die historische Komponente spricht gegen die Chemnitzer: Das Hinspiel im Heinz-Steyer-Stadion verloren die Fortunen mit 0:2, wobei man bereits in der Nachspielzeit der ersten Hälfte den entscheidenden zweiten Gegentreffer hinnehmen musste.
Trotz der prekären Ausgangslage gibt es im Lager der Chemnitzer durchaus optimistische Signale, was die Vorbereitung auf dieses „Schicksalsspiel“ betrifft. Dittrich verweist auf eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre und eine entspannte Lazarett-Situation. „Die Jungs haben gut trainiert und personell haben wir fast die Qual der Wahl“, so der Coach. Das Vorhandensein fast des gesamten Kaders könnte das Zünglein an der Waage sein, um gegen den spielstarken DSC die nötige Physis und Frische entgegenzusetzen.
Für Fortuna Chemnitz ist die Marschroute alternativlos. Ein Sieg ist Pflicht, um den Anschluss an die Plätze 13 und 14 – belegt vom kommenden Gegner Dresden und dem SV Tapfer Leipzig – nicht endgültig zu verlieren. Sollte die Wende am Sonntag ausbleiben, dürfte die Mission Klassenerhalt kaum noch zu bewältigen sein.