KONSEQUENT: Schiedsrichter Florian Heft, hier beim Zweitligaduell Würzburg gegen Braunschweig im Januar. Foto: imago/Foto2press
KONSEQUENT: Schiedsrichter Florian Heft, hier beim Zweitligaduell Würzburg gegen Braunschweig im Januar. Foto: imago/Foto2press

Strenger Blick, aber kommunikatives Auftreten

Profi-Schiedsricher Florian Heft gibt der Basis Einblicke in den Bundesliga-Alltag und Tipps für eine erfolgreiche Spielleitung

Welche Strategie empfiehlt Profi-Schiedsrichter Florian Heft den Referees an der Basis für eine gute Spielleitung? „Es hilft, wenn es gelingt, die Alteingesessenen unter den Fußballern auf seine Seite zu ziehen“, sagte der Zweitliga-Referee beim virtuellen Lehrabend der Schiedsrichter in Osnabrück Stadt und Land.

Über 100 ehrenamtlich tätige Spielleiter aus den aktuell zur Pause gezwungenen unteren Klassen hatten sich via Videokonferenz zugeschaltet, um dem Profi aus ihren Reihen Fragen zu stellen – etwa jene, warum er im TV stets so streng aussehe. „Ihr wisst ja, für mein Gesicht kann ich nichts“, sagte Heft augenzwinkernd und führte neben seiner Größe (1,91 Meter) eine „gewisse Unbeweglichkeit im Oberkörper“ an, die alle aktiven Fußballer nur zu gut kennen dürften. Ernsthaft versicherte der für den SV Eintracht Neuenkirchen im Nordkreis pfeifende Heft, auf dem Platz genauso kommunikativ wie früher als junger Unparteiischer im Osnabrücker Land zu agieren.

Dazu passt die Art und Weise, wie er mit seinen Assistenten über das Headset kommuniziert: „Ich habe als Schiedsrichter gern zu jeder Aktion eine Meinung, etwa, ob es Foul war oder Gelb. Ich befolge das nicht alles, aber es gibt mir Sicherheit in der Bewertung. Wobei es hier durchaus Schiedsrichter gibt, die weniger Input wollen als ich“, erklärte Heft. Zur Lebendigkeit auf seinem Funkkanal habe jüngst der ihm zugeteilte Video-Assistent Günter Perl gescherzt: „Bei euch ist es ja, als würdet ihr das Spiel kommentieren.“

Thema war auch, wie Corona das Spiel verändert. „Wir reisen jetzt als Gespann individuell an, meist im Privat-Pkw oder auf Abstand im Zug. Wir sehen uns erst, wenn vor dem Spiel alle negativ getestet sind“, so Heft. Beim Spiel selbst gelte es darauf zu achten, dass die TV-Zuschauer angesichts fehlender Fans bei der Übertragung der Spiele mehr von der Kommunikation auf dem Platz mitkriegten.

Auf die Frage, ob Heft auch als Hauptschiedsrichter den Sprung in die Bundesliga schafft, antwortete der 31-Jährige wie ein Profi: „Ich denke da von Spiel zu Spiel – dann wird man sehen, was möglich ist.“ Erfolg versprechend sei, jener Marschroute treu zu bleiben, die er auch den Kollegen an der Basis empfahl: „Jedes Spiel genießen, aufmerksam sein, stets nach vorn schauen und jede Szene abhaken – selbst wenn man das Gefühl hat, vielleicht mal falsch gelegen zu haben.“

Aufrufe: 026.4.2021, 14:00 Uhr
Benjamin Kraus / NOZ SportAutor

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