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Spielvorbericht

Formtest vor dem Derby

Am kommenden Samstag empfängt der SV 08 Steinach den Erlauer SV Grün-Weiß zum Landesklasse-Duell des KFA Südthüringen.

von André Hofmann · 26.09.2025, 20:00 Uhr · 0 Leser
Die Nullachter um Yoro, P. Sell und Heublein (v.l.n.r.)wollen weiter jubeln.
Die Nullachter um Yoro, P. Sell und Heublein (v.l.n.r.)wollen weiter jubeln. – Foto: © SV 08 Steinach

Es ist ein schnelles Wiedersehen: Vor nur drei Wochen standen sich beide Teams bereits im Landespokal an gleicher Stelle gegenüber. Hier setzten sich die Nullachter knapp mit 3:2 durch. Seitdem konnten die Steinacher ihre starke Form in der Liga mit zwei Siegen bestätigen, während Erlau auswärts noch ohne Punktgewinn ist.

Rückenwind nach historischem Sieg

Besonders mit dem 6:2-Erfolg letzte Woche in Schweina geht Steinach mit viel Selbstvertrauen ins Spiel. Der Sieg war historisch: „Wer hat bisher überhaupt sechs Tore in Schweina geschossen?“, fragt Trainer Horst „Ede“ Grohmann augenzwinkernd. Für die Nullachter war es nach 19 Jahren wieder ein Sieg in Schweina. Präsident Alexander Sell zeigte sich begeistert: „Der Spielbericht war anders als gewöhnlich – eher lustig und amüsant. Für uns war das ein geiles Spiel, und ich wollte den Bericht direkt ins Sportlerheim hängen. Die Jungs arbeiten viel, haben eine junge Mannschaft und nicht die breiteste Besetzung. Mit Ede wird intensiv gearbeitet, und dafür haben sie sich belohnt.“ Grohmann selbst fand den Spielbericht allerdings „zu Schweina-lastig“, was dem westthüringer Blickwinkel des schreibenden Redakteurs geschuldet war.

Einen historischen Sieg gab es letzte Woche in Schweina.
Einen historischen Sieg gab es letzte Woche in Schweina. – Foto: © SV 08 Steinach

Für den Erfolg in Schweina hatte die Mannschaft gezielt trainiert: „Wichtig war, dass wir in der Woche davor gut trainiert haben. Es gab sogar ein einstündiges Sondertraining mit Christian Tzschach, Max Möller sowie den Offensiven Philipp Sell und Sebastian Sell und einem Torwart. Das hat sich ausgezahlt. Wir wollten uns bewusst auf die starke Offensive von Schweina vorbereiten. Dass der Plan dann so aufgeht, hätte ich vorher nicht gedacht. Auf einen Punkt hatte ich mindestens gehofft – aber sechs Tore, damit hat keiner gerechnet. Der Sieg war auch in der Höhe verdient“, so Grohmann rückblickend.

Volle Konzentration auf Erlau

Doch schon am Sonntag nach dem historischen Erfolg in Schweina begann Grohmann mit der Vorbereitung auf Erlau: „Ich habe nicht das Gefühl, dass ich die Jungs jetzt bremsen muss. Wir wissen, dass wir gegen Erlau nachlegen müssen. Sie haben in Steinach nichts zu verlieren. Die Tabelle ist noch sehr eng – gefühlt kann jeder jeden schlagen. Auf keinen Fall nehmen wir Erlau auf die leichte Schulter. Wir müssen die gleiche Einstellung an den Tag legen wie in Schweina, und ich bin mir sicher, dass meine Spieler das auch machen.“ Ob der Sieg im Pokal vor drei Wochen ein Vorteil ist, sieht der erfahrene Trainer kritisch: „Erlau weiß jetzt, worauf sie sich einstellen müssen. Wir haben jetzt dreimal in Folge gewonnen und haben mehr zu verlieren als Erlau. Sie sind eine starke, kämpferische Truppe, die jeden Zweikampf annimmt und nie aufgibt – egal wie der Spielstand steht. Das haben sie letzte Woche nach dem 0:3-Rückstand gegen Hildburghausen gezeigt, als das Spiel plötzlich wieder offen war. Spieltaktisch kommen sie vielleicht mal nicht weiter, aber ihr Kampfgeist stimmt immer.“ Seine eigene Mannschaft soll sich auf die starken spielerischen Ansätze der letzten Partien konzentrieren, körperlich dagegenhalten, Rückstände schnell drehen – wie zuletzt in Schweina geschehen. „Wir haben in Schweina gesehen, was in uns steckt. In der Halbzeit haben wir gemerkt, dass mehr als ein Punkt drin ist. Unsere Wechselspieler funktionieren aktuell super, jeder erfüllt seine Aufgabe ohne Qualitätsverlust. Das ist ein großes Plus“, lobt Grohmann.

Personelle Stabilität und taktische Optionen

08-Trainer Grohmann kann zudem auf drei Torhüter zurückgreifen: Paul Eichhorn-Nelson und Pascal Neuber befinden sich auf gleichem Niveau, leicht dahinter folgt Pascal Mika. „Ich glaube kein Verein in der Liga hat drei Torhüter zur Verfügung. Die Entscheidung, wer spielt, treffe ich im Austausch mit allen Spielern, auch mit Kapitän und Stellvertreter. So haben wir Ruhe auf der Bank und im Umfeld, auch wenn ich am Ende das letzte Wort habe“, erklärt Grohmann. Strukturell hat der Verein letzte Woche ebenfalls wichtige Weichen gestellt: Auf der Abteilungssitzung wurde Volker Börner als neuer Abteilungsleiter gewählt, Ulli Queck gab sein Interimsamt nach einem halben Jahr ab. „Volker ist bei jedem Training da und genau der richtige Mann für diese Position“, so Grohmann.

"Ede" Grohmann hat Ruhe nach Steinach gebracht
"Ede" Grohmann hat Ruhe nach Steinach gebracht – Foto: © SV 08 Steinach

Fokus auf Erlau, Blick aufs Derby

Am Samstag wartet also ein anspruchsvolles Spiel, in dem die Nullachter ihre aktuelle Form bestätigen und sich langfristig im Mittelfeld etablieren wollen. Grohmann warnt aber vor Überheblichkeit: „Erlau wird alles reinwerfen. Wir müssen die gleiche Einstellung wie zuletzt zeigen.“

Parallel könnte bereits das Derby am kommenden Donnerstag gegen den 1. FC Sonneberg 2004 in den Köpfen schweben. Beide Sonneberger Traditionsklubs liegen nach fünf Spieltagen punkt- und torgleich auf dem geteilten achten Platz. „Darauf schauen wir noch nicht. Erst einmal zählt Erlau. Aber das Derby wird spannend – ein interessantes Duell ist garantiert“, sagt Grohmann mit einem Lächeln. Vielleicht bleibt dieses Ausgangslage - bei gleichen Spielergebnissen beider Teams am Wochenende - ja auch vor dem Derby erhalten. Wobei ein Derby ja auch sonst an Brisanz kaum zu überbieten scheint…