
Ein administrativer Fehler könnte für YF Juventus II weitreichende Folgen haben. Durch eine nachträgliche Forfait-Wertung ist der Abstiegskampf in der Zweitliga-Gruppe 1 völlig neu lanciert worden.
Die sportliche Situation in der Zweitliga-Gruppe 1 hat sich kurz vor Saisonende nochmals deutlich zugespitzt. Grund dafür ist eine nachträglich verhängte Forfait-Niederlage gegen YF Juventus II.
Die Stadtzürcher hatten zuletzt gegen Horgen einen wichtigen 2:0-Erfolg gefeiert und sich damit vorerst über den Abstiegsrängen positioniert. Dieses Polster ist jedoch wieder dahin: Die Partie wurde nachträglich 0:3 gegen YF Juventus II gewertet.
Hintergrund ist eine Reglementsvorschrift, wonach in den letzten drei Meisterschaftsspielen nur noch Spieler eingesetzt werden dürfen, die in der Rückrunde der laufenden Saison nicht mehr als vier Meisterschaftseinsätze in einem oberen Aktivteam desselben Vereins absolviert haben. Im Fall von YF dürfte dies Torhüter Geraldo Bina Ali Ngoei Dimba betreffen, der 2026 bereits fünf Einsätze in der 1. Liga verzeichnet hatte.
Durch diesen Fauxpas rutscht YF Juventus II auf den zweitletzten Tabellenrang ab. Am Samstag kommt es nun zum direkten Duell mit dem punktgleichen SV Rümlang.
Erschwerend kommt hinzu, dass YF II dabei wohl beispielsweise nicht auf die zuletzt eingesetzten Ex-Profis Nzuzi Toko und Guy Roger Eschmann zurückgreifen wird. Die beiden Staff-Mitglieder der ersten Mannschaft sind zeitgleich im entscheidenden Rückspiel der Aufstiegsrunde gegen Langenthal engagiert.
Eine weitere Niederlage würde die Ausgangslage für YF nochmals deutlich verschärfen. Die Stadtzürcher weisen im Vergleich zu den direkten Konkurrenten Red Star II, Einsiedeln und Rümlang die höchste Anzahl Strafpunkte auf, was bei Punktgleichheit entscheidend werden könnte.
Für Schlusslicht Höngg II ist der Ligaerhalt ohnehin nur noch mit einem kleinen Fussballwunder möglich.
Auch die abstiegsgefährdeten Zweitligisten beider Gruppen blicken derzeit gespannt auf die 2. Liga interregional. Dort kämpft mit dem FC Bülach ein Klub aus dem Fussballverband der Region Zürich (FVRZ) weiterhin um den Klassenerhalt. Die auf Rang 12 klassierten Unterländer müssen ihr letztes Spiel in der Gruppe 3 gegen Liestal gewinnen und gleichzeitig auf eine Niederlage von Allschwil hoffen, das auswärts bei Ajoie-Monterri antritt.
Ein Bülacher Ligaerhalt hätte auch Auswirkungen auf die regionalen Spielklassen. In diesem Fall würde mit dem bereits abgestiegenen FC Dübendorf lediglich ein Team aus dem FVRZ aus der 2. Liga interregional absteigen. Dadurch müsste eine Mannschaft weniger aus den regionalen 2.-Liga-Gruppen den Gang in die 3. Liga antreten.
Allerdings dürfte von diesem Szenario mit grosser Wahrscheinlichkeit der Drittletzte der Gruppe 2 profitieren – aktuell Phönix Seen –, da dieser gegenüber den gefährdeten Teams der Gruppe 1 die höhere Punktzahl aufweist.
So oder so verspricht der Abstiegskampf auch in der Gruppe 2 in den verbleibenden zwei Runden Hochspannung.
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