2026-05-12T12:35:39.633Z

Vom Spielfeldrand

Flutlicht, Freistoß, Fassungslosigkeit

Derby in Lingen endet im Dunkeln

von P. M. · Gestern, 09:47 Uhr · 0 Leser
Derby in Lingen endet im Dunkeln
Derby in Lingen endet im Dunkeln

Der TuS Lingen war gerade dabei, sich ein wildes Derby gegen SuS Darme zurechtzubiegen, da machte das Flutlicht endgültig Feierabend. Erst Ausweichmanöver auf den Kunstrasen, dann Gelb-Rot, Abseitstor, Diskussionen und schließlich der Abbruch in der Nachspielzeit. Fußballromantik im Emsland, irgendwo zwischen Kreisklasse und Theaterstück.

„Das Wetter ist auch richtig fürn Arsch“

Schon vor dem Anpfiff hatte diese Partie den Charme eines montäglichen Behördenbesuchs. Das Flutlicht auf dem Hauptplatz streikte, also zog der Tross mit 20 Minuten Verspätung auf den Kunstrasen um. Begeisterung? Fehlanzeige. „Das gefällt keinem“, vermeldete der Liveticker trocken. Immerhin ehrlich.

Sportlich begann das Derby zunächst mit viel Stückwerk und einer Einschätzung, die vermutlich jeder Kreisliga-Spieler schon einmal vom eigenen Trainer gehört hat. Lingens Coach fasste die erste Halbzeit mit den Worten zusammen: „Phasenweise Not gegen Elend.“ Treffender lässt sich ein Derbyabend bei Nieselregen kaum sezieren.

Dabei hatte der TuS durchaus Chancen. Burmazovic vergab früh, Hendrik Müller drosch später freistehend drüber, vermutlich aus Fairplay, weil sich Darme-Keeper Tim Schrigten bei der Szene verletzte. Auf der anderen Seite traf Finn Bolk per abgefälschtem Freistoß zum 0:1 für den Aufsteiger. Ein Tor wie ein nasser Bierdeckel: nicht schön, aber wirksam.

Kurz vor der Pause sorgte dann Hendrik Müller doch noch für den Ausgleich. Ballannahme, Drehung, Abschluss - 1:1. Fußball kann manchmal plötzlich ganz einfach sein.

Müller trifft, das Flutlicht nicht mehr

Nach dem Seitenwechsel wurde das Derby zunehmend chaotischer. Darme wechselte plötzlich den Liveticker-Autor ins Tor ein, Frank Schmitz rückte zwischen die Pfosten, während draußen weiter um Aufstieg, Tabellenplatz zwei und die eigene Würde gerungen wurde.

Müller traf zunächst per Kopf, allerdings aus Abseitsposition. Wenig später zählte sein Treffer dann doch. Zllamja flankte flach in die Mitte, Müller rutschte den Ball zum 2:1 über die Linie. 22. Saisontor. Einer musste den Abend ja noch halbwegs seriös halten.

Dann wurde es dunkel. Im wahrsten Sinne. Erst flog Rexhep Neziraj mit Gelb-Rot vom Platz, anschließend fiel erneut das Flutlicht aus. Diesmal endgültig. In der dritten Minute der Nachspielzeit war Schluss. Abbruch.

– Foto: TuS Lingen

Und während irgendwo noch diskutiert wurde, wie man einen Spielabbruch eigentlich tickert, blieb von diesem Derby vor allem eines hängen: Dass der Fußball im Emsland manchmal nicht perfekt ist. Aber eben genau deshalb erzählt er die besseren Geschichten.

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