
Sehenswerten Hallenfußball boten die Bezirks- und Kreisligisten. Dass ein einstiger Regionalligaspieler unbedingt dabei sein wollte, zeigt den Stellenwert des Turniers.
Den IDH Cup gab es zum ersten Mal beim Stader Hallenzauber. Die zweite Mannschaft des VfL Güldenstern Stade organisierte dieses Turnier mit Bezirks- und Kreisligisten. Weil in diesem Jahr der Stader Hallenzauber an zwei Wochenenden stattfindet, konnten vier zusätzliche Turniere am Samstag und Sonntag ausgetragen werden.
Mit Erfolg. Die Stader waren mit dem Zuschauerinteresse des abschließenden Herrenturniers zufrieden. Und die Fußballer boten spannende, umkämpfte Spiele inklusive so manch technischer Raffinesse.
Bei dem Stader Hallenzauber will jeder mitkicken
Florian Nagel schlenderte nach dem letzten Gruppenspiel mit einem breiten Lächeln Richtung Kabine. Er hatte für den entscheidenden 3:2-Siegtreffer für den MTV Hammah gegen die SG Lühe gesorgt. „Ich stand richtig“, kommentierte er, der auch zuvor schon als Torschütze aufgefallen war.
Dass ein Spieler wie Florian Nagel noch in der Halle am Ball ist, ist nicht unbedingt selbstverständlich. Der 33-Jährige spielte jahrelang für den Regionalligisten D/A, wechselte dann zum TuS Harsefeld, um nun seine Karriere in Hammah ausklingen zu lassen. „Ab Sommer nur noch Ü32“, sagt er.
Nagel hatte immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Und nun Hallenfußball? „Ich wollte schon letztes Jahr im All-Star-Team mitspielen, das hat leider nicht geklappt“, sagt Nagel. „Was Besseres als hier gibt es nicht, das macht mega Spaß“, sagt Nagel. Er meint die Bedingungen mit Kunstrasen, Rundumbande und Juniorentore. „Vor dem anstehenden Samtgemeinde Cup schlackern mir auch die Beine“, sagt er und lacht. Da geht es dann in eine normale Halle mit Handballtoren.
Die Kreisligisten spielen sich in die Halbfinals
Das 3:2 gegen Kreisligist Lühe war für Bezirksligist Hammah immens wichtig. Dadurch schob sich der MTV punktgleich mit der SG auf Platz zwei der Gruppe A. A/O II hätte im abschließenden Gruppenspiel einen Sieg gegen den FC Oste/Oldendorf mit vier Toren Vorsprung erzielen müssen, um Hammah das Halbfinale noch streitig machen zu können.
„Ich denke nicht, dass sie das schaffen“, sagte Nagel. Er sollte Recht behalten. Allein O/O-Stürmer Janosch Lüders schoss drei Tore zur 4:0-Führung, A/O II verlor 3:4. Hammah war im Halbfinale.
Dort wartete der starke Gastgeber und Kreisligist VfL Güldenstern Stade II, der seine Gruppe souverän gewann. Das Spiel endete nach zwölf Minuten 1:1, die Entscheidung musste vom Punkt her. Beim Neunmeterschießen traf Nagel dann zum entscheidenden 3:1.
Bezirksligisten dann doch einen Tick besser
In der Gruppe B spielten Apensen und Deinste im letzten Gruppenspiel um den zweiten Platz, es wurde ein 2:2, und Apensen setzte sich in der Endabrechnung tatsächlich nur durch wegen des einen mehr erzielten Tores. Im Halbfinale besiegte der TSV dann aber Lühe mit 2:0.
Im Spiel um Platz 3 führte Stade, Lühe glich aus und schaffte in letzter Sekunde sogar noch den Siegtreffer. „Das war ein super Turnier“, sagte Stades Trainer Christoph Stahn. Die Leistung seiner Mannschaft war ebenso top. Ein Neunmeterschießen sei dann auch immer Glück.
Im Finale musste dann abermals das Neunmeterschießen für die Entscheidung herhalten. Abermals war es Nagel, der den Deckel drauf machte, weil der letzte Apenser Schütze nicht zum 2:2-Ausgleich traf
Der U12-Cup ist voller Erfolg
Den Sonntag eröffneten dann die U12-Fußballer des VfL Güldenstern Stade. Eigentlich wollten die Stader beim Mautsch Cup mit zwei Teams antreten. Doch zu viele Krankheitsfälle machten dies unmöglich.
Für Trainer Tim Mollenhauer kein Problem, er fand schnell Ersatz. Er ist in einer Whatsapp-Gruppe mit fast 650 Trainern für den Jahrgang 2014 aus ganz Norddeutschland. Mit Nienstedten rückte ein Team nach, das sowieso gerne mitgespielt hätte. Mit dem HSV, BU, Victoria, Altona und ETV kamen vom Namen her die Großgewichte aus Hamburg. Der HSV beispielsweise stellte aber nicht seine Top-Jahrgangsmannschaft.
Die Stader überzeugen - die Gäste sind voll des Lobes
Die Stader wurden Gruppenerster. Anschließend setzten sie sich im Halbfinale gegen die Nachrücker aus Nienstedten mit 3:1 durch. Im Finale führte der Gastgeber dann 2:0 gegen den Eimsbütteler TV - um noch eine 2:6-Klatsche zu kassieren. „Das ging dann ganz schnell“, sagt Mollenhauer, „der ETV stellt in dem Jahrgang aber auch eine der besten Mannschaften in Hamburg.“
Mollenhauer ist erst zu dieser Saison von der JSG Altes Land zum VfL Güldenstern Stade gewechselt, weil der Jahrgang bei der JSG zu wenige Spieler hatte, wie er sagt. Mit fünf Spielern im Gepäck kam er nach Stade, darunter zwei Söhne von Pascal von Loh. Der im Landkreis bekannte Fußballer ist nun ebenso Trainer des Teams.
Der U12-Cup war durchweg ein Erfolg, sagt Mollenhauer. „Tolle Stimmung, kein Gepöbel, alle waren super zufrieden.“ Mit Altona und Victoria Hamburg hat er sich schon für Leistungsvergleiche im Sommer verabredet.