
Mörlenbach. Am Ende war es eine klare Sache: Der SV Unter-Flockenbach wurde seiner Favoritenstellunggerecht und verteidigte mit einem 4:1 (1:1)-Sieg über den VfR Fehlheim den Bergsträßer Kreispokal. 450 Zuschauer im Mörlenbacher Weschnitztalstadion sahen am Donnerstagabend eine vor der Pause ausgeglichene Partie, ehe der Verbandsliga-Spitzenreiter einen Zahn zulegte und sich so den Erfolg verdiente.
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Dass dieser in Summe zu hoch ausgefallen war, wie auch Kreisfußballwart Martin Wecht meinte, interessierte SVU-Trainer Lukas Cambeis wenig: „Meine Mannschaft hat das seriös gemacht.“ Sie habe das Spiel dominiert gegen einen gut verteidigenden Gegner gemacht. Cambeis störten eher die Gegebenheiten. Der Rasen im Weschnitztalstadion, zuletzt vor einem Jahr von Hausherr SV/BSC bespielt und seitdem im Dornröschenschlaf, sei trocken gewesen, uneben, das Gras hoch. Der Verband, so der Flockenbacher Trainer, müsse sich fragen, ob „das der richtige Rahmen“ für ein Finale sei.
Die naturrasenerprobten Fehlheimer hat dies weniger gestört, wissen sie doch um die Problematik, insbesondere was die angemessene Bewässerung ihrer eigenen Plätze angeht. Was Spieler, Offizielle und Fans des Gruppenliga-Vizemeisters aber erregte, war eine Aktion in der 63. Minute. Sekunden, nachdem Jann Germies das 2:1 für den SVU erzielte, verfehlte Keeper Timo Ulpins einen Schuss des höchst agilen Mittelstürmers Marc Perchner. Der Ball ging an die Hand von Simon Karlich, der auf der Torlinie stand. Die Fehlheimer forderten vehement Elfmeter, doch Schiedsrichter Krieghoff ließ weiterlaufen; für sein Reklamieren sah Belmin Müller Gelb. „Wir hätten uns nicht beschweren können“, war auch für Cambeis der Pfiff eine Option. VfR-Trainer Sebastian Lindner sah darin eine entscheidende Szene und bemühte den Konjunktiv. Das Spiel wäre anders gelaufen, sagte er. Das wäre es auch, wenn seine Auswahl noch vor der Pause das 2:1 erzielt hätte. „Da waren wir die gefährlichere Mannschaft“, beobachtete der 34-Jährige. So nahm die spielerisch ansprechende Begegnung, die schleppend begann, den erwarteten Verlauf. Spätestens nach Jonas Waldmanns 3:1 (87.) erlahmte die Gegenwehr des VfR, der zuvor „gerade gegen den Ball gut gearbeitet hat“ (Lindner).
Mit einem trockenen Schuss von der Strafraumgrenze setzte Matthias Kuhn in der Nachspielzeit den Schlusspunkt unter ein besonders im zweiten Abschnitt unterhaltsames Finale, das beide Trainer ernst nahmen: Lindner („Ich bin unfassbar stolz auf das, was die Mannschaft geleistet hat“) bot die gleiche Startelf auf wie beim 5:0-Sieg im Gruppenligaspiel beim FC Alsbach; Cambeis veränderte sie auf lediglich einer Position; Sufjan Aliji begann für Jens Bundschuh. Beide werden den SVU am Saisonende verlassen. Bundschuh beendet seine Karriere, Aliji wechselt zum FC Bienwald Kandel. Waldmann kehrt zu seinem Heimatverein Spvgg 06 Ketsch zurück. Noch offen ist die Zukunft von Jann Germies und Julian Marquardt. An Zugängen stehen bislang Davis Bergbauer, der Heppenheimer Mittelfeldspieler Lennox Schmitt (beide TSG 1862/09 Weinheim), Ellington Fuller (TSV Auerbach) und Mauritius Schönig (U21 SV Darmstadt 98) fest.
Tore: 0:1 Kaiser (26.), 1:1 Perchner (38.), 1:2 Germies (62.), 1:3 Waldmann (88.), 1:4 Kuhn (90.+5). – Schiedsrichter: Krieghoff (Viktoria Klein-Zimmern). – Zuschauer: 450. – Beste Spieler: Perchner, Politakis, Herbel/geschlossene Leistung.