2024-07-12T13:30:11.727Z

Ligavorschau
Wer geht als Vizemeister in die Relegation? Die besseren Karten hat der ASV Haidenaab (in Weiß), der SV Kohlberg (in Grün) ist auf die Schützenhilfe der Grenzlandelf angewiesen.
Wer geht als Vizemeister in die Relegation? Die besseren Karten hat der ASV Haidenaab (in Weiß), der SV Kohlberg (in Grün) ist auf die Schützenhilfe der Grenzlandelf angewiesen. – Foto: Dagmar Nachtigall

Finale KL Nord: Relegation "oben" wie "unten" im Fokus

Zwei Mannschaften buhlen um Platz 2, gleich vier streiten sich um drei Plätze auf sicherem Untergrund.

Nimmt man die Nachholpartie am Freitagabend dazu, dann sind am letzten Spieltag gerade einmal zwei Spiele zu erkennen, bei denen es nur noch um die berühmte "goldene Ananas" geht. An allen anderen Matches ist mindestens ein Team beteiligt, für das viel auf dem Spiel steht.

Schauen wir zunächst an den oberen Rand des Klassements. Hinter Meister TuS Schnaittenbach liefern sich der ASV Haidenaab (2./47) und der SV Kohlberg (3./45) einen spannenden Kampf um die Vizemeisterschaft, die bekanntlich auch die Teilnahme an den Aufstiegsrelegationspielen garantieren würde. "Vorteil Haidenaab" heißt es bei zwei Punkten Vorsprung der Schinner-Elf gegenüber dem SVK. Gewinnen die Oberfranken gegen die SpVgg Schirmitz, ist die Messe gelesen. Gelingt ihnen nur ein Unentschieden und Kohlberg gewinnt gegen Eslarn, dann dürfte der Sieg der Truppe von Interimstrainer Fabian Bredow nicht höher als mit vier Toren Unterschied ausfallen. Kommt es tatsächlich zu Punkt- und Torgleichheit, dann hätte Haidenaab die Nase vorne, weil mehr Tore erzielt. Verliert Haidenaab und Kohlberg gewinnt, ist der SVK Zweiter. So einfach ist das....

Im Tabellenkeller stehen mit dem SV Altenstadt/WN und dem FC Dießfurt die beiden Direktabsteiger fest. Vier Mannschaften sind nun noch in Gefahr, in der Endabrechnung auf dem "Schleudersitz" zu landen, der die kräfteraubende Relegation nach sich zieht. Der Kreis der Teams mit Sorgenfalten beginnt bei der DJK Weiden (9./31 - beim FC Dießfurt), die theoretisch noch einen Punkt braucht, um sich endgültig zu sichern. Es folgt die SpVgg Schirmitz (10./30), die am Wochenende gleich zwei Möglichkeiten (gegen Erbendorf und in Kohlberg) besitzt, um das Abstiegsgespenst endgültig zu vertreiben. Der TSV Reuth (11./29) steht gegen den Meister aus Schnaittenbach vor der wohl heikelsten Aufgabe, will die aber erfolgreich lösen. Schließlich bleibt der SC Kirchenthumbach (12./28), aktuell "Schleudersitzinhaber", er kann die Relegation nicht mehr aus eigener Kraft abwenden, muss in Kulmain gewinnen und auf die Mithilfe der Gegner der Konkurrenz hoffen.

Nachholspiel am Freitagabend:

Zwei Punkte vor dem Relegationsplatz, mit Erbendorf und Kohlberg zwei finale Riesenaufgaben vor der Brust, die SpVgg muss in der Schlußphase der Saison alles nur Mögliche in die Waagschale werfen, um nicht am Ende das böse Erwachen zu bekommen. Deshalb soll mit einem Sieg gegen die Steinwaldelf verhindert werden, dass das letzte Match in Kohlberg Endspielcharakter bekommt. Die Gäste haben durch ein "Last-Minute-Tor" einen Punkt aus Kohlberg entführt, haben aber mittlerweile keine Chancen mehr auf Platz 2. Mit einem Dreier könnte man allerdings einen Platz im vorderen Tabellenbereich in der Endabrechnung sichern und schon vor dem letzten Spiel auf eine beachtliche Saisonleistung zurückblicken.

"Mit Erbendorf erwarten wir am Sonntag einen sehr unbequemen Gegner. Durch die volle Punktausbeute wollen wir endgültig alle Abstiegsängste aus dem Weg räumen", zeigt sich SpVgg-Trainer Fabian Hirmer entschlossen.

"Nach Schirmitz fahren wir natürlich, um einen Dreier einzufahren, hätten wir damit dann Platz 4 sicher", so Gästetrainer Roland Lang.

Im Überblick die Matches des letzten Spieltags in der Kreisliga Nord:

Sechs Spiele in Folge ist der TSV ungeschlagen, hat sich mit dabei zwölf ergatterten Zählern die Möglichkeit geschaffen, aus eigener Kraft den direkten Klassenerhalt zu schaffen. Mit dem Meister gastiert allerdings ein hochkarätiger Spielpartner, doch das darf, ja muss den Männern von Werner Eisenhut egal sein. Ein Sieg muss her, ohne Wenn und Aber. Der Gast sieht diese Partie sicherlich nicht als netten Ausflug, man will sich als Meister präsentieren und nicht mit leeren Händen das Spielfeld verlassen.

"Der letzte Schritt ist immer der schwerste. Dieses Sprichwort trifft es ganz gut, da wir mit Schnaittenbach das stärkste Team und den verdienen Meister der Kreisliga Nord zu Gast haben. Wir werden nochmal alles reinhauen um diesen letzten Schritt zu gehen. Es wäre der Lohn für die Mühen der letzten Wochen, wo wir ordentliche Spiele und eine gute Punktausbeute abgeliefert haben", sagt der Sportliche Leiter des TSV, Hansi Stangl.

"Am Sonntag wartet mit dem TSV Reuth ein Gegner, der noch wichtige Punkte gegen den Abstieg benötigt. Dass unsere Mannschaft trotz der frühzeitigen Meisterschaft noch alle Spiele gewinnen will, hat sie am vergangenen Wochenende mit zwei Siegen bewiesen. Auch gegen Reuth werden wir eine schlagkräftige Truppe auf das Feld schicken, um auch am letzten Spieltag einen fairen Wettkampf um den Relegationsplatz zu gewährleisten", so Johannes Kohl, Spielertrainer des Meisters.

Die Heimelf muss nach vielen Jahren auf der Bühne Kreisliga eine Etage tiefer ihr Glück versuchen. Die Gäste dagegen haben den direkten Klassenerhalt in greifbarer Nähe, ein Punkt und das Ticket für die kommende Saison in der höchsten Liga des Spielkreises gehört ihnen.

"Der FC Diessfurt will sich mit einem Sieg aus der Kreisliga verabschieden. Leider hat es in dieser Saison punktemässig nicht gereicht. Wir wünschen allen Klubs eine gute nächste Saison und vor allem eine verletzungsfreie", so der Spartenleiter des FCD, Henry Schraml.

"Für das letzte Spiel in Diessfurt müssen wir nochmal alle Kräfte mobilisieren, um den nötigen Punkt zu holen. Freuen würde mich aber, wenn meine Mannschaft mir zum Abschied einen Sieg schenkt", sagt DJK-Trainer Stefan Krebs vor seinem letzten Match an der Außenlinie der Elf vom Flutkanal.

Nach nur einjährigem Intermezzo meldet sich der SVA aus der Kreisliga wieder ab und möchte zum Finale noch einmal ein anständiges Spiel zeigen. Die Gäste haben in dieser Spielzeit nach der Vizemeisterschaft in der letzten Saison die Erwartungen nicht ganz erfüllt, sind aber mit dem Erreichten dennoch zufrieden. Zum Abschied des Trainerduos steht ein Dreier auf der Agenda.

"Das letzte Spiel in dieser Kreisligasaison, im Großen und Ganzen bin ich stolz auf die Jungs, das Ziel, als ich übernommen habe, haben wir mit einem Sieg und einem Remis erreicht. Mit ein bisschen mehr Cleverneß wären eventuell einer oder zwei Punkte mehr drin gewesen. Zum Finale wollen wir noch einmal auf unsere Heimstätke bauen und für unsere Fans am Sonntag ein gutes Spiel abliefern. Der letze Kampf wird angenommen, wir gehen mit vollem Elan in die Partie", sagt SVA-Coach Marvin Häffner.

"Nach dem starken Auftritt gegen den Kreisligameister aus Schnaittenbach und der wilden Partie gegen Absteiger Dießfurt will sich der FCT mit einem Sieg beim Tabellenletzten SV Altenstadt aus der durchwachsenen Saison 23/24 verabschieden und sich so zumindest Tabellenplatz 5 sichern. Für Trainer Norbert und Co-Trainer Christian Ferstl, die letztmals für den FCT das Coaching übernehmen werden, endet am Sonntag eine erfolgreiche Trainerära beim FCT", so der Tremmersdorfer Vorstand Wolfgang Seitz.

Wer hätte das zu Beginn dieser Saison gedacht, dass der Aufstiegsrelegationsplatz für den ASV Haidenaab vor der finalen Runde greifbar nahe sein wird? "Wir sind zwei Punkte vorne und spielen zuhause, ja, unsere Chancen auf Platz zwei sind jetzt groß", sagt Trainerroutinier Klaus Schinner vor seinem letzten Heimspiel als Coach. Der ASV-Trainer ist allerdings erfahren genug, um zu wissen, dass die Grenzlandelf eine gefährliche Mannschaft ist, die an einem guten Tag jeden in der Liga schlagen kann, "im Vorrundenspiel haben wir das erfahren müssen, in einem Kampfspiel verloren wir mit 2:3", so Schinner warnend. Dennoch will man vor und in dieser entscheidenden Partie nicht verkrampfen, denn das Saisonziel wäre seit dem Erreichen der 40-Punkte-Hürde erreicht, alles andere wäre jetzt eine Zugabe, sagt der stets ehrgeizige Trainer, der nicht verhehlen will, dass man nun die nie erwartete Chance, in der Relegation mitspielen zu dürfen, beim Schopf packen will. Die Gäste werden diese Saison auf einem guten Mittelfeldplatz abschliessen, das steht schon fest. Als quasi "das Zünglein an der Waage" reist man nach Oberfranken und will dort nicht leer ausgehen.

"Im letzten Spiel der Saison erwartet uns ein komplett anderes Spiel, als gegen Altenstadt. Haidenaab hat eine sehr gute Mannschaft mit guten Einzelspielern. Sie stehen zu recht auf Platz zwei. Wir wollen uns nochmal gut präsentieren und nicht ohne Zählbares nach Hause fahren. Dafür müssen wir an unsere Leistungsgrenze gehen", sagt der Eslarner Trainer Bernd Häuber.

Letztes Heimspiel des TSV im "Kreinzl" gegen einen Aufsteiger, der die Schäfchen in puncto Klassenerhalt im Trockenen hat. Frei von allen Zwängen werden beide Mannschaften noch einmal versuchen, eine anständige Leistung auf den Platz zu bringen.

"Klar wollen wir auch im letzten Heimspiel punkten, um die Saison mit einem positiven Erlebnis abzuschliessen", sagt TSV-Coach Roland Lang.

"Nach dem nun sicheren Klassenerhalt dürfen wir noch nach Erbendorf. Die Luft ist zwar nach den intensiven Wochen ein wenig raus, aber dennoch wollen wir in Erbendorf eine ordentliche Partie abliefern. Ein Punkt in Erbendorf wäre sicherlich noch ein versöhnlicher Abschluss einer Saison mit Höhen und Tiefen", so der Spartenleiter des Aufsteigers, Andreas Stolorz.

Beide Mannschaften können das Saisonfinale nicht entspannt angehen, es muss noch einmal alles rausgehauen werden, was sich im "Tank" befindet. Für den SVK trifft das auf jeden Fall zu, will er seine Chance auf Platz 2 noch am Leben halten. Gewinnen die Gäste am Freitag gegen Erbendorf, dann allerdings ist der Druck des Gewinnenmüssens nicht mehr da, dann könnten sie eine von vielen Unwägbarkeiten begleitete Spielzeit frei von allen Zwängen ausklingen lassen. "Schaun mer mal".....

SVK-Vorsitzender Norbert Merkel behält es sich vor, die Vorschau zu nützen, um ein paar Worte des Dankes und der Anerkennung loszuwerden: "Nach einer für uns grandiosen Saison, in der wir unseren Trainer Rene Niemann sehr viel zu verdanken haben, gehen wir mit dem Ziel ins letzte Heimspiel gegen Schirmitz, noch einmal alles zu geben. Dabei kann ich der Mannschaft inclusive dem gesamten Team herum nur zu ihren Erfolgen gratulieren, unabhängig davon, welchen Tabellenplatz wir am letzten Spieltag belegen werden. Einen besonderen Dank gilt an dieser Stelle auch unseren zahlreichen Fans und Unterstützern, die jede Woche unser Team bei allen Spielen lautstark unterstützen. Gegen unseren Gegner Schirmitz haben wir die letzte Vergleiche leider immer verloren, dies gilt es am Sonntag zu ändern. Trotz der vielen Ausfälle im Offensivbereich wird die Mannschaft versuchen einen positiven Saisonabschluß zu erreichen, das Vertrauen in die nachrückenden Spieler ist dabei hundertprozentig vorhanden. Im Anschluß an das Spiel darf ich unsere Fans und Mannschaft zu einer Brotzeit und Freibier seitens der Vereinsführung einladen."

„Am Wochenende können wir hoffentlich die Saison mit einem Sieg in Kohlberg abschließen. Aufgrund des Nachholspiels am Freitagabend gegen Erbendorf, kann es sein, dass wir verpflichtet sind, gegen Kohlberg zu punkten. Alle Spieler sind fit und die werden alles dafür tun, um das Wochenende mit sechs Punkten zu beenden", so ein entschlossen wirkender SpVgg-Trainer Fabian Hirmer.

Wie in Tremmersdorf kann man auch beim SVK auf eine "durchwachsene" Saison zurückblicken. Das letzte Heimspiel soll nun erfolgreich gestaltet werden, wohlwissend, dass die Gäste mit dem Rücken zur Wand stehen und alles nur Machbare in die Waagschale werfen werden. Denn für sie zählt nur ein Dreier verbunden mit der Hoffnung, dass dann die Ergebnisse der Mitstreiter entsprechend ausfallen, um die "Überstunden" zu vermeiden.

"Der letzte Spieltag zu Hause gegen Kirchenthumbach wird sicherlich keine einfache Kiste. Umstellungen erfordern wie schon gegen Schnaittenbach nochmal eine etwas andere Flexibilität. Ziel ist es natürlich, nochmal Punkte in Kulmain zu lassen, um den Saisonabschluss auch gebührend feiern zu können", sagt Alexander Schäffler vor seinem letzten Spiel an der Aussenlinie des SVK, bevor er das Zepter an Oliver Drechsler weiterreicht.

"Aus eigener Kraft können wir den direkten Klassenerhalt nicht mehr schaffen, wir wollen aber auf jeden Fall in Kulmain gewinnen. Wir sind fokussiert, hochkonzentriert und dann werden wir sehen, was auf den anderen Plätzen passiert. Sollten wir es schaffen, wäre die Freude groß, wenn nicht, nehmen wir eben den Umweg. Ziel ist es, auf jeden Fall in der Kreisliga zu bleiben", so Gästetrainer Bobby Bafra.

Aufrufe: 010.5.2024, 09:00 Uhr
Werner SchaupertAutor