2026-06-03T09:07:03.210Z

Allgemeines

Fernduell um Platz zwei: Wer schnappt sich das Landesliga-Ticket?

Errens: „Sollten sie etwas liegen lassen, wollen wir zur Stelle sein“

von Andreas Santner · Heute, 17:26 Uhr · 0 Leser
Wer hat am Ende die Nase vorn? Hannes Diekamp (li.) und Deutz 05 oder doch die DJK Südwest mit Trainer Daniel Errens (re.)?
Wer hat am Ende die Nase vorn? Hannes Diekamp (li.) und Deutz 05 oder doch die DJK Südwest mit Trainer Daniel Errens (re.)?

Das packende Rennen um das verbleibende Landesliga-Ticket spitzt sich pünktlich zum großen Saisonfinale zu. Die Sportvereinigung Deutz 05 geht nach ihrem jüngsten Last-Minute-Erfolg zwar mit dem psychologischen Vorteil auf dem zweiten Tabellenplatz ins Rennen, wird von der formstarken Hürther Reserve im entscheidenden Endspiel aber gefordert. Gleichzeitig lauert die DJK Südwest Köln mit nur einem Punkt Rückstand im Hintergrund und brennt darauf, einen potenziellen Ausrutscher des Rivalen im Duell gegen Bergfried Leverkusen eiskalt auszunutzen. Während Deutz-Trainer Hannes Diekamp von seinen Jungs den ultimativen Fokus verlangt, um den Aufstieg aus eigener Kraft perfekt zu machen, hat Südwest-Coach Daniel Errens seine Mannschaft blitzschnell wieder in Angriffsstellung gebracht.

Letzter Akt unter alten Freunden: Frielingsdorf jagt Platz sechs gegen dezimierten TFC

Der letzte Vorhang in der Bezirksliga Staffel 1 fällt! Zum Saisonfinale empfängt der SV Frielingsdorf den bereits feststehenden Absteiger Türkischer FC Köln. Während die Gastgeber nach dem jüngsten 3:2-Erfolg bei Rheinsüd Köln mit einem weiteren Dreier in der heimischen Oni-Arena noch auf den sechsten Tabellenplatz schielen, geht es für den TFC nach dem turbulenten 3:5 gegen Schwarz-Weiß Köln nur noch um einen anständigen Abschied aus der Bezirksliga.

Abschiede, Fan-Kulisse und die Jagd auf den Rückrunden-Abschluss

Für Frielingsdorfs Trainer Andreas Dreiner steht am Sonntag der emotionale Charakter des Kehraus-Spiels im Vordergrund. Neben dem sportlichen Betrieb gilt es, verdiente Akteure gebührend in den Ruhestand oder zu neuen Ufern zu verabschieden. Dennoch fordert er von seiner Mannschaft vor der erhofften großen Zuschauerkulisse noch einmal die maximale Ernsthaftigkeit ein, um eine starke Halbserie zu veredeln.

„Das ist unser letztes Heimspiel der Saison, in dessen Rahmen wir auch den einen oder anderen Akteur gebührend verabschieden werden. Wir freuen uns riesig auf dieses finale Meisterschaftsspiel. Sicherlich wird auch der eine oder andere Zuschauer den Weg in die Oni-Arena finden. Unser klares Ziel ist es, diese doch sehr zufriedenstellende Rückrunde mit einem Sieg zu beenden – und danach freuen wir uns dann alle auf die wohlverdiente Sommerpause.“

Trotz angekündigter Rotationen, um Spielern mit weniger Einsatzzeiten zu belohnen, verspricht Dreiner, dass es gegen den Tabellenfünfzehnten keine Geschenke geben wird. Er stellt sich auf einen wehrhaften Gast ein: „Ich denke, auch der TFC möchte sich trotz des feststehenden Abstiegs noch mal mit einem guten Gefühl aus der Saison verabschieden. Genau deshalb wollen wir im letzten Heimspiel noch mal alles rausholen. Wir werden die Gelegenheit zwar nutzen, um dem einen oder anderen noch mal verdiente Spielzeit zu geben, aber eines steht fest: Wir werden hier absolut nichts abschenken!“

Ramadani: Ein letzter Tanz auf der Felge und Fight gegen den „alten Freund“

Beim Türkischen FC Köln hat sich die personelle Situation auch zum Wochenende nicht entspannt. Trainer Hasan Ramadani muss erneut improvisieren und mit einem extrem dünnen Aufgebot zum SVF reisen. Aufgeben ist für den Coach nach dem starken, wenn auch unglücklichen Auftritt aus der Vorwoche aber absolut keine Option. Die Einstellung soll wieder zu einhundert Prozent stimmen.

„Am Sonntag steht unser letztes Spiel auf dem Programm. Unser Kader ist leider immer noch extrem dünn besetzt, und da wird sich bis zum Wochenende auch nicht viel tun – es wird personell nichts mehr nachkommen. Nichtsdestotrotz wollen wir uns vernünftig aus der Liga verabschieden. Letzte Woche war die Einstellung absolut da. Das hat mir sehr gut gefallen und genau daran werden wir anknüpfen. Schon alleine, um es meinem alten Freund Andi Dreiner nicht so leicht zu machen, mit dem ich eine gemeinsame Zeit in Bergisch Gladbach hatte – ich freue mich sehr auf das Wiedersehen,“ so Ramadani.

Der TDC-Coach hofft trotz der Belastungen der letzten Wochen auf ein offenes Visier und ein echtes Spektakel zum Abschluss, bevor es für alle Beteiligten in den wohlverdienten Urlaub geht: „Darüber hinaus wünsche ich uns allen ein tolles Spiel und dass wir anschließend alle mit einem guten Gefühl in die Sommerpause gehen können. Es ist verdammt nicht einfach, aber wir werden absolut alles versuchen.“

Mallorca im Rückspiegel, Platz sechs im Visier

Zum Abschluss der Spielzeit wartet noch einmal ein echtes Tabellennachbarschaftsduell im oberen Mittelfeld, wenn der SSV Jan Wellem den FC Rheinsüd Köln empfängt. Für beide Mannschaften verlief das vergangene Wochenende allerdings alles andere als nach Plan: Während die Gladbacher beim abstiegsbedrohten Germania Zündorf überraschend mit 1:4 unter die Räder kamen, gaben die Kölner Südstädter eine komfortable Führung gegen Frielingsdorf aus der Hand (2:3).

Nun geht es im direkten Duell darum, die Spielzeit mit einem positiven Gefühl zu beenden und die jeweiligen Positionen – Rang vier für Jan Wellem und Rang sechs für Rheinsüd – über die Ziellinie zu retten. Das Hinspiel war eine klare Angelegenheit für Rheinsüd, die damals deutlich mit 3:0 die Oberhand behielten.

Über den Umweg Wiedergutmachung an den Ballermann

Bei den Gastgebern aus Bergisch Gladbach ist die Marschroute klar: Bloß nicht mit einer Enttäuschung im Gepäck in den Flieger steigen. Jan-Wellem-Trainer David Gsella nimmt seine Mannschaft nach den jüngsten Auftritten noch einmal in die Pflicht. Der sportliche Druck mag zwar raus sein, doch die Ehre und vor allem die anstehende Mannschaftstour dienen als ultimativer Motivationsschub.

„Wir wollen diese Spielzeit natürlich unbedingt mit einem Sieg beenden. Dass wir uns dabei aber völlig anders präsentieren müssen als in den vergangenen beiden Partien, steht ganz klar außer Frage. Ich hoffe sehr, dass die Jungs das verinnerlicht haben und wir gemeinsam einen richtig guten Abschluss feiern können. Schließlich wollen wir am Sonntagabend alle mit einem hervorragenden Gefühl im Gepäck zur Mannschaftstour nach Mallorca aufbrechen.“

Dass der Kader pünktlich zum Juni-Abschluss personell mächtig angeschlagen ist, bereitet dem Coach zwar Kopfzerbrechen, entlockt ihm aber auch ein gewisses Schmunzeln: „Schauen wir also, dass wir am Sonntag noch mal ein starkes Ding hinlegen. Personell müssen wir zwar im Laufe der Woche erst mal gucken, wer überhaupt noch zur Verfügung steht – da wird es aktuell nämlich verdammt eng –, aber keine Sorge: Wir kriegen am Wochenende definitiv elf Mann auf den Platz!“

Ein letzter Tanz in bewährter Konstellation

Auf der Gegenseite herrscht beim FC Rheinsüd Köln ebenfalls akuter Personalmangel, doch das Saisonziel steht felsenfest. Trainer Stefan Krämer schielt mit einem Auge auf die lauernde Konkurrenz im Nacken. Da Frielingsdorf den Kölnern dicht auf den Fersen liegt, ist Zählbares im Bergischen Pflicht.

„Das ist der Abschluss einer langen und intensiven Saison. Mit Jan Wellem wartet zum Finale natürlich noch mal eine echte Hausnummer auf uns, aber ich würde den sechsten Tabellenplatz, den wir im Moment innehaben, zum Ende hin unheimlich gerne verteidigen. Ich denke, dafür müssen wir auch unbedingt punkten, weil uns noch zwei Teams im Nacken sitzen. Dementsprechend werden wir das Ganze noch mal absolut konzentriert angehen und schauen, ob wir einen erfolgreichen Saisonabschluss feiern können“, erklärt Krämer.

Trotz der personellen Engpässe überwiegt bei den Rheinsüd die Vorfreude auf das dicke Brett zum Abschluss: „Das wird sicherlich eine Herausforderung, gerade wenn man sieht, wie wir aktuell personell aufgestellt sind. Aber nichtsdestotrotz treten wir nun, wie gesagt, zum letzten Mal in dieser Saison und auch zum letzten Mal genau in dieser Konstellation an. Wir wollen noch mal die letzten Körner zusammensammeln und schauen, was am Ende möglich ist – und darauf freuen wir uns riesig!“

Rechenspiel: Zündorf muss mit einem Kantersieg dem Funken Hoffnung hinterherjagen

Für den FC Germania Zündorfsteht das Endspiel an, doch die Rettung gleicht einer mathematischen Herkulesaufgabe. Die Heitmann-Elf hat den Klassenerhalt nicht mehr in der eigenen Hand und muss am Sonntag wie gebannt auf das Fernduell zwischen dem Heiligenhauser SV und dem CfB Ford Niehl blicken.

Damit das Wunder von Zündorf überhaupt Realität werden kann, ist eine Niederlage von Ford Niehl die Grundvoraussetzung. Tritt dieser Fall ein, muss Zündorf zeitgleich beim abgeschlagenen Schlusslicht SC Brühl einen Kantersieg einfahren. Exakt sechs Tore Unterschied müssen die Germanen am Sonntag zwischen sich und die Schlossstädter legen, um das schlechtere Torverhältnis gegenüber Niehl im allerletzten Moment noch umzubiegen. Nach dem starken 4:1-Erfolg gegen Jan Wellem reist Zündorf mit breiter Brust an – und die Statistik des Gegners macht durchaus Mut.

Zündorf braucht den ultimativen Offensiv-Rausch

Die Marschroute der Germania dürfte von der ersten Sekunde an nur lauten: Volldampf nach vorne. Die Erinnerungen an das Hinspiel dürften dabei als perfekte Blaupause dienen, denn bereits in der ersten Saisonhälfte überrollte die Germania den SC Brühl völlig problemlos mit 7:1. Die Offensivabteilung muss am Sonntag von Beginn an eiskalt zuschlagen. Taktisches Abwarten gibt es nicht mehr – für Zündorf geht es um alles oder nichts.

Beim Blick auf die nackten Zahlen des SC Brühl wird schnell klar, warum das Zündorfer Tor-Wunder alles andere als utopisch ist. Die Brühler erleben eine absolute Horrorsaison, stehen bei mageren drei Pünktchen und mussten in 29 Spielen bereits 28 Niederlagen schlucken.

Besonders in den letzten Wochen brachen beim Absteiger alle Dämme: In den vergangenen fünf Partien kassierte Brühl sage und schreibe 35 Gegentore. Das entspricht einem Wert von glatten sieben Gegentreffern pro Spiel.

Zündorfs Schicksal in Heiligenhauser Hand

Der allerletzte Spieltag könnte zum dramatischen Herzschlagfinale im Tabellenkeller werden. Die Ausgangslage vor den finalen 90 Minuten des CfB Ford Niehl zu Gast beim Heiligenhauser SV ist an Spannung kaum zu überbieten: Ein einziger Punkt reicht den Gästen, um den Klassenerhalt aus eigener Kraft perfekt zu machen.

Sollte Niehl jedoch patzen, droht das ganz große Desaster. Da der direkte Konkurrent Germania Zündorf parallel gegen das Schlusslicht SC Brühl spielt und dort einen deutlichen Erfolg fest eingeplant hat, ist selbst Niehls aktueller Vorsprung von drei Punkten und sieben Toren im Falle einer Niederlage kein sicheres Ruhekissen. Nach dem 2:2-Unentschieden im Hinspiel kommt es nun zum Showdown.

Wiedergutmachung für die Fans und Abschied eines Vorbilds

Beim Heiligenhauser SV ist der Klassenerhalt zwar längst in trockenen Tüchern, dennoch nimmt Trainer Andy Esins die Partie absolut ernst. Dass ausgerechnet seine Mannschaft im Fernduell das Schicksal von Germania Zündorf in den Händen hält, verleiht der Begegnung eine ganz besondere Note. Für den HSV geht es primär darum, sich nach zuletzt durchwachsenen Auftritten würdig vom eigenen Anhang zu verabschieden. „Es schließt sich ein Kreis: Die Geschichte, dass der Bezirksliga-Verbleib von Zündorf ausgerechnet in unseren Händen liegt, kann so wohl wirklich nur der Fußball schreiben. Während es für Niehl am letzten Spieltag ums blanke Überleben geht, geht es für uns darum, uns für die teilweise beschämenden Heimauftritte in der Rückrunde zu rehabilitieren. Wir wissen den großartigen Support bei den Heimspielen über die gesamte Saison hinweg extrem zu schätzen. Genau deswegen ist es uns unheimlich wichtig, uns mit einer ordentlichen Leistung vor den eigenen Fans in die Sommerpause zu verabschieden.“

Neben der sportlichen Pflicht steht für den HSV auch ein emotionaler Abschied auf dem Programm: Jan Bosbach hängt seine Fußballschuhe vorerst an den Nagel und soll einen gebührenden Rahmen erhalten. Was die taktische Ausrichtung und das Personal angeht, lässt sich Esins derweil nicht komplett in die Karten schauen. Ob er die vermeintlich beste Elf aufbietet oder talentierten U19-Akteuren als Belohnung für ihren Einsatz Spielzeit schenkt, will das Trainerteam kurzfristig entscheiden – Geschenke an den abstiegsbedrohten Gast wird es im Sinne des Fairplay aber definitiv nicht geben.

Zierden: „Das absolute Alles-oder-Nichts-Spiel“

Auf der Gegenseite herrscht bei den Gästen verständlicherweise Hochspannung. Nach dem 5:1-Erfolg gegen Brühl hat sich die Mannschaft die perfekte Ausgangsposition erarbeitet, doch Trainer Yannick Zierden weiß ganz genau, dass der schwerste Schritt noch bevorsteht. Angst oder lähmenden Druck will der Coach in der Kabine jedoch gar nicht erst aufkommen lassen – stattdessen fordert er von seinen Jungs die pure Vorfreude auf das wichtigste Spiel des Jahres.

„Das ist das absolute Alles-oder-Nichts-Spiel. Es geht für uns um so unfassbar viel, und das weiß jeder Einzelne bei uns bis in die Haarspitzen. Trotzdem wollen wir diese Partie nicht mit lähmendem Druck, sondern mit einer riesigen Portion Vorfreude angehen. Wir sehen dieses Spiel als ein echtes Finale, das wir am Ende unbedingt für uns entscheiden wollen – alles andere ist für uns aktuell völlig zweitrangig.“

Im Kampf um den rettenden Zähler schwört Zierden sein Team darauf ein, die eigenen Nerven im Zaum zu halten und keinen einzigen Zentimeter Boden kampflos preiszugeben. Der Taschenrechner und der Blick auf den parallelen Platz in Zündorf sind für die Niehler am Sonntag tabu. Der volle Fokus liegt auf den eigenen Stärken, um das große Ziel Klassenerhalt auf den letzten Metern ins Ziel zu retten.

Sommerkick? Rheindörfer bitten Hoffnungsthal zum entspannten Finale

Die ganz große tabellarische Dramatik ist raus, wenn die SpVg Rheindörfer den TV Hoffnungsthal empfängt. Die Gastgeber aus dem Kölner Norden haben den fünften Tabellenplatz bereits vor dem Anpfiff abgesichert. Für die Gäste aus dem Bergischen (Platz 8) geht es theoretisch noch um minimale Verschiebungen, praktisch aber vor allem um einen harmonischen Ausklang einer langen Reise.

Dass die Partie dennoch alles andere als ein fader Sommerkick werden dürfte, liegt zum einen am Hinspiel, als Hoffnungsthal die Rheindörfer mit einem heftigen 5:0 vom Platz fegte – hier ist also definitiv noch eine offene Rechnung zu begleichen.

Tillmann: "Die Akkus sind bei vielen leer"

Rheindörfer-Trainer Sebastian Tillmann macht kein Geheimnis daraus, dass die Substanz bei seinen Spielern nach den intensiven vergangenen Monaten allmählich aufgebraucht ist. Dennoch fordert er für die finalen 90 Minuten noch einmal die absolute Professionalität ein – vor allem, um den treuen Helfern im Hintergrund einen gebührenden Abschied zu bescheren. „Zum letzten Spiel der Saison wollen wir noch mal alles raushouten und uns mit einem Sieg verabschieden. Die Jungs haben über die gesamte Spielzeit hinweg unheimlich viel investiert, viele intensive Momente erlebt und sich diesen vernünftigen Abschluss absolut verdient. Gleichzeitig wollen wir auch allen Unterstützern, Helfern, Zuschauern und den Menschen rund um die Mannschaft einen schönen Saisonabschluss bieten. Ohne dieses Umfeld funktioniert es einfach nicht – deshalb wollen wir gemeinsam noch mal ein positives Zeichen setzen.“

Gleichzeitig blickt Tillmann dem Schlusspfiff mit einer gewissen Erleichterung entgegen, da der Sommerurlaub für Körper und Geist dringend benötigt wird: „Trotzdem merkt man natürlich, dass es nach dieser langen und intensiven Saison dringend Zeit für eine Pause wird. Die Akkus sind bei vielen leer – und zwar körperlich wie mental. Deshalb wollen wir jetzt noch ein allerletztes Mal 90 Minuten lang hochkonzentriert und mit voller Überzeugung auf den Platz bringen, bevor es darum geht, komplett runterzufahren, neue Energie zu sammeln und dann wieder mit frischem Kopf anzugreifen.“

Daumendrücken für die Dritte und höchstes Lob an den Gegner

Bei TV Hoffnungsthal richtet sich der Blick des sportlichen Leiters Maciek Gawlik am Wochenende fast schon mehr auf die tieferen Ebenen des Vereins. Während die Bezirksliga-Elf völlig befreit aufspielen kann, brennt beim Unterbau die Hütte. Unabhängig davon freut sich Gawlik auf die spielerische Qualität des kommenden Gegners, für den er nur lobende Worte übrig hat.

„Ich freue mich auf einen schönen Saisonabschluss. Die Spielzeit geht jetzt endlich zu Ende und die wohlverdiente Sommerpause wartet auf uns. Für mich persönlich hat am Wochenende oberste Priorität, dass sich unsere Dritte Mannschaft hoffentlich noch irgendwie in der Kreisliga C rettet. Bei uns in der Bezirksliga geht es tabellarisch ja um absolut gar nichts mehr.“

Dennoch reist man nicht nach Köln, um die Punkte einfach abzuliefern. Gawlik erwartet ein echtes Schmankerl für Taktik-Liebhaber: „Unabhängig davon halte ich die Rheindörfer seit nunmehr drei Jahren spielerisch für eines der besten Teams der Liga. Sie spielen einen wirklich schönen Fußball und man merkt einfach, dass da eine klare Idee dahintersteckt. Genau deswegen erartete ich zum Abschluss noch mal ein richtig attraktives und gutes Spiel.“

Aufstiegs-Finale: Deutz 05 jagt die Landesliga-Rückkehr

Für die Sportvereinigung Deutz 05 zählt im Heimspiel gegen den FC Hürth II nur ein Sieg, um den direkten Wiederaufstieg in die Landesliga aus eigener Kraft perfekt zu machen. Verfolger DJK Südwest Köln lauert nur darauf, bei einem Deutzer Patzer vorbeizuziehen.

Nach dem spektakulären 4:3-Last-Minute-Comeback bei Bergfried Leverkusen sind die Deutzer mental gestählt, doch die Aufgabe am Sonntag ist knifflig: Die Hürther Reserve reist mit der Empfehlung von drei Siegen in Folge an und präsentiert sich pünktlich zum Saisonfinale in Torlaune.

Diekamp: „Jetzt haben wir wirklich ein echtes Finale“

Deutz-Trainer Hannes Diekamp schwört seine Mannschaft auf die finalen 90 Minuten der Saison ein. Nach einer nervenaufreibenden Rückrunde, in der sein Team quasi wöchentlich unter Druck stand, ist das große Ziel nun zum Greifen nah. Der Matchplan für Sonntag ist simpel: Gewinnen, aufsteigen und den Blick auf andere Plätze komplett überflüssig machen.

„Wir haben seit Beginn der Rückrunde immer davon gesprochen, dass wir nur noch Endspiele vor uns haben. Jetzt haben wir wirklich ein echtes Finale und werden absolut alles reinwerfen, um diese drei Punkte und den Sieg bei uns zu behalten. Unser klares Ziel ist der Aufstieg, damit wir am Ende gar nicht erst auf die anderen Plätze schauen müssen.“

Personell muss Diekamp zwar den Ausfall von Zemir Mumbasic verkraften und hat noch zwei bis drei weitere Fragezeichen im Kader, doch am unbedingten Siegeswillen rüttelt das nicht. Gleichzeitig warnt der Coach eindringlich davor, den Tabellenzehnten zu unterschätzen, der zuletzt die Rheindörfer mit 4:2 bezwang: „Wir wissen auch, dass ein richtig harter Brocken auf uns wartet. Hürth II hat in den vergangenen zwei Spielen stolze zwölf Tore geschossen und auch gegen die anderen Top-Teams der Liga immer nur hauchdünn verloren. Es wird am Sonntag ein ganz, ganz harter Weg für uns – aber wir sind bereit und werden alles geben, um diesen letzten, entscheidenden Schritt in die Landesliga zu gehen!“

Mit der besten Saisonform zum Party-Crasher?

Beim FC Hürth II ist der Klassenerhalt längst in trockenen Tüchern, doch von gemütlichem Sommerfußball will Trainer Thomas Frohn absolut nichts wissen. Seine Mannschaft strotzt nach der jüngsten Erfolgsserie nur so vor Selbstvertrauen und sieht das Gastspiel als perfekte Bühne, um eine ohnehin starke Phase krönend abzuschließen. Die Rolle des potenziellen Party-Crashers im Aufstiegskampf nimmt man dabei motiviert an.

„Wir fahren am Sonntag nach Deutz zu einem noch sehr entscheidenden Spiel um die Aufstiegsplätze und das freut uns sehr. Wir sind jetzt zum Saisonende in der wahrscheinlich besten Form, die wir in der Rückrunde gehabt haben und dementsprechend hochmotiviert am Sonntag nochmal drei Punkte zu holen und die Saison mit vier Siegen abzuschließen.“

Die 0:2-Niederlage aus dem Hinspiel dient den Gästen dabei als zusätzlicher Ansporn. Frohn ist überzeugt, dass seine Elf aus den damaligen Fehlern gelernt hat und den Aufstiegsaspiranten vor einer großen Kulisse voll fordern kann: „Wir wissen um die Stärke von Deutz, wir wissen im Hinspiel, dass wir dort Fehler gemacht haben, die wir vermeiden können und werden dieses Spiel hochmotiviert angehen und vor einer hoffentlich tollen Kulisse in Deutz das letzte Spiel der Saison spielen.“

Resthoffnung lebt: Südwest Köln lauert im Fernduell auf den Patzer von Deutz

Im Endspurt ist die DJK Südwest auf den undankbaren dritten Platz abgerutscht und so geht es im Heimspiel gegen den SV Bergfried Leverkusen um die allerletzte Chance auf den Landesliga-Aufstieg. Nach der bitteren 1:4-Niederlage im Gipfeltreffen gegen den frischgebackenen Meister SV Schönenbach hat die Errens-Elf den direkten Aufstieg zwar nicht mehr in der eigenen Hand, doch die Resthoffnung lebt.

Um den Tabellenzweiten Deutz 05 im parallelen Fernduell noch abzufangen, ist ein Heimsieg für die Kölner absolute Pflicht. Die Hürde hat es allerdings in sich: Mit Bergfried Leverkusen reist eines der formstärksten Rückrundenteams an, das sich nach der knappen 3:4-Heimpleite gegen Deutz ebenfalls mit einem Erfolgserlebnis in den Sommer verabschieden will.

Blitzschnell wieder in Angriffsstellung

Südwest-Trainer Daniel Errens blickt auf eine extrem intensive Endphase zurück. Die Enttäuschung nach dem verpassten Matchball in Schönenbach war zwar riesig, doch von Resignation ist bei den Kölnern absolut nichts zu spüren. Errens zieht den Hut vor der mentalen Stärke seiner Mannschaft, die die Pleite extrem schnell abgeschüttelt hat und nun mit offenem Visier auf die Schützenhilfe aus Hürth hofft.

„Nach dem Schönenbach-Spiel, das natürlich erst mal extrem ernüchternd war, ist meine Mannschaft blitzschnell wieder in Angriffsstellung gegangen. Natürlich musste man das erst mal sacken lassen und die eine oder andere Nacht darüber schlafen. Aber es ist wirklich bemerkenswert, wie positiv die Mannschaft jetzt wieder nach vorne blickt. Die Jungs geben sich nicht auf, lassen sich von so einer bitteren Niederlage nicht brechen und schauen direkt nach vorne, um am Sonntag die Chance zu nutzen. Wir haben uns in dieser Woche mental in die bestmögliche Verfassung gebracht.“

Gegen den kommenden Gast aus Leverkusen erwartet der Coach ein echtes fußballerisches Highlight zum Kehraus. Errens warnt vor der spielerischen Qualität der Gäste, will aber von der ersten Sekunde an maximalen Druck auf den Aufstiegsrivalen Deutz ausüben: „Wir empfangen mit Bergfried Leverkusen einen sehr, sehr starken Gast, der unter seinem Trainer eine hervorragende Entwicklung genommen hat und mittlerweile völlig zurecht zu den Top-3-Teams der Rückrundentabelle gehört. Von daher können wir ein qualitativ hochwertiges letztes Saisonspiel erwarten. Wir wollen alles dafür tun, um mit einem positiven Ergebnis den Druck auf Deutz maximal hochzuhalten und in Lauerstellung zu sein. Sollten sie etwas liegen lassen, wollen wir das gerne mitnehmen. Am Ende liegt es an den Deutzern. Wenn sie etwas liegen lassen, wollen wir zur Stelle sein.“

Volle Kapelle für den perfekten Sommer-Übergang

Beim SV Bergfried Leverkusen ist die Stimmung trotz des späten Knockouts gegen Deutz in der Vorwoche gut. Die Leverkusener reisen völlig befreit an, haben aber eine klare Mission: Den Favoriten maximal zu ärgern und die starke Rückserie mit einem Ausrufezeichen zu krönen. Trainer Stefan Müller kündigt an, dass seine Mannschaft im Saisonfinale keinen Millimeter herschenken wird.

„Wir wollen uns so teuer wie möglich verkaufen. Unser Ziel ist ein richtig guter Saisonabschluss, damit wir mit einem rundum positiven Gefühl aus dieser Spielzeit herausgehen und dieses gute Gefühl dann auch mit in die wohlverdiente Sommerpause nehmen können. Wir werden noch mal alles reinwerfen, was wir haben – genau wie in den vergangenen Wochen auch – und dann schauen wir einfach, wozu es am Ende reicht.“

Personell kann Müller fast aus dem Vollen schöpfen. Bis auf Malte Meßmann und Nico Falterbaum ist die „Kapelle komplett am Start“. Einzig hinter dem Einsatz von Marcel Heßdörfer steht nach einer im Training erlittenen Knieverletzung noch ein großes Fragezeichen. Die Vorfreude auf den großen Aufstiegs-Coup als Spielverderber ist im Leverkusener Lager jedenfalls riesig.

Meisterparty trifft Barbecue: SW Köln und Champion Schönenbach bitten zum entspannten Schaulaufen

Es ist das klassische Spiel um die sprichwörtliche „goldene Ananas“ – und trotzdem dürfte die Stimmung am letzten Spieltag beim Aufeinandertreffen zwischen dem SC Schwarz-Weiß Köln und dem SV Schönenbach absolut prächtig sein. Beide Mannschaften haben ihre großen Saisonziele am vergangenen Wochenende vorzeitig unter Dach und Fach gebracht. Die Kölner Gastgeber feierten beim wilden 5:3 gegen den TFC Köln den endgültigen Klassenerhalt, während der SV Schönenbach mit dem 4:1-Erfolg im Gipfeltreffen gegen Südwest Köln die Meisterschaft und den Landesliga-Aufstieg perfekt machte.

Erleichterung pur und eine Grillwurst für den Meister

Schwarz-Weiß-Trainer Sven Müller gibt offen zu, dass nach dem geschafften Klassenerhalt in der Vorwoche eine zentnerschwere Last von den Schultern des gesamten Vereins gefallen ist. Die ganz große sportliche Anspannung für die verbleibenden 90 Minuten hochzuhalten, sei unter diesen Umständen eine psychologische Herausforderung – der man sich aber dennoch seriös stellen will.

„Meister gegen gerade so die Klasse gehalten – ich glaube schon, dass beide Mannschaften sich hier vernünftig aus der Liga verabschieden wollen. Für Schönenbach gilt es ihren aktuell unglaublichen Lauf weiter zu bestätigen. Für uns geht es wiederum darum, die Saison ordentlich zu Ende zu bringen – und das vielleicht mit einem respektablen Ergebnis. Klar, die Spannung jetzt noch mal voll hochzuhalten, da gibt es sicherlich Einfacheres.“

Viel mehr als auf Taktiktafeln liegt der Fokus bei den Kölnern an diesem Wochenende auf der drittschönsten Halbzeit des Fußballs: dem gemütlichen Beisammensein danach. Müller sendet vorab schon mal gastfreundliche Signale in Richtung des frischgebackenen Meisters „Wir sind unter dem Strich einfach alle absolut froh und erleichtert, dass wir den Klassenerhalt geschafft haben. Die Jungs freuen sich auch jetzt schon riesig auf das Saisonabschlussgrillen nach dem Spiel. Vielleicht laden wir die Schönenbacher nach dem Abpfiff ja auch noch auf eine nette Grillwurst ein. Wir freuen uns auf dieses letzte Spiel, werden die Aufgabe absolut vernünftig angehen, das Ganze ordentlich zu Ende spielen und danach ausgiebig den Klassenerhalt feiern!“

Fokussiert bis zum großen Schalen-Jubel

Auf der Gegenseite denkt der SV Schönenbach nicht daran, im Verwaltungsmodus über den Platz zu traben. Nach den ausgiebigen Aufstiegsfeierlichkeiten der vergangenen Tage fordert Trainer Wolfgang Müller von seinen Schützlingen noch ein allerletztes Mal die gewohnte Mentalität ein, um eine ohnehin historische Spielzeit mit einem standesgemäßen Auswärtssieg abzurunden.

„Nach einer rundum gelungenen Feier richten wir den Fokus jetzt noch ein allerletztes Mal voll auf das finale Saisonspiel. Wir wollen am Wochenende noch mal absolut alles raushauen und uns gebührend mit einem Sieg aus dieser Spielzeit verabschieden.“

Die ganz große Belohnung für die harte Arbeit der vergangenen Monate wartet ohnehin erst nach dem Schlusspfiff auf den Tabellenführer. Müller blickt dem offiziellen Akt voller Vorfreude entgegen: „Und im Anschluss folgt dann der Moment, auf den wir alle so lange hingearbeitet haben: wenn wir endlich die verdiente Meisterschale in Empfang nehmen dürfen!“