
Seit seinem Wechsel im Jahr 2017 hat sich der Defensiv-Allrounder zum Gesicht des Aubstädter Aufstiegs entwickelt. Er war eine tragende Säule jener Mannschaft, die 2019 den historischen Sprung aus der Bayernliga in die Regionalliga schaffte und den Dorfclub seither in der bayerischen Spitzenklasse etablierte. Mit weit über 150 Pflichtspielen für die „Grabfelder“ beweist Steffen Behr eine im modernen Fußball anerkennenswerte Vereinstreue.
Auf dem Platz besticht der Kapitän durch seine enorme Zweikampfstärke und Übersicht, wahlweise als Innenverteidiger oder im defensiven Mittelfeld. Abseits des Rasens sorgt sein Beruf für die nötige Erdung und Autorität: Als Polizeibeamter bringt Behr eine natürliche Disziplin und Souveränität mit, die ihn zum idealen Anführer und Vermittler innerhalb der Mannschaft macht.
Für den TSV Aubstadt ist Steffen Behr weit mehr als nur ein Spieler mit Binde – er ist der Anker, der den Verein auch in stürmischen Phasen der Regionalliga stabilisiert.
Steffen: Wie zufrieden bist Du mit dem bisherigen Saisonverlauf? Was läuft gut, was weniger gut?
Ich bin mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden. Wir haben unser Saisonziel noch nicht erreicht, sind aber auf einem guten Weg dies umzusetzen.
Als Mannschaft haben wir uns gut eingespielt und auch die Breite des Kaders nahezu vollumfänglich ausnutzen können, sodass jeder seine Spielzeit bekommt. Dies hat sich vor allem in den Spielen gezeigt, in denen wir verletzungsbedingt oder aufgrund von Sperren rotieren mussten - und trotzdem gepunktet haben.
In einigen Spielen haben wir uns mit gelben und roten Karten selbst das Leben schwer gemacht. Dies gilt es schnellstmöglich abzustellen, um jede Woche mit den besten Spielern die Begegnungen zu beginnen und zu beenden. Weiterhin gilt es auch, einfach Gegentore zu vermeiden - und im Idealfall mehr Partien ohne Gegentreffer zu absolvieren.
Vorbild durch Leistung, kommunikativer Moderator, emotionaler Antreiber: Für welche Art von Führungsstil hast Du Dich entschieden und warum?
Ich selbst sehe mich - auch aufgrund meiner Position - als kommunikativer Moderator und emotionaler Antreiber. Man kann gerade mittels Kommunikation viele Situationen für sich und seine Mitspieler vereinfachen, gewisse Punkte auf und neben dem Platz organisieren und das Spiel durchaus etwas lenken.
Emotionen spielen beim Sport immer eine große Rolle - und in Kombination mit der Kommunikation kann man durchaus die Leistung und den Zusammenhalt als Mannschaft steigern und somit mehr Spiele für sich entscheiden.
Welche spezifische Aufgabe siehst Du als Kapitän auf dem Platz und in der Kabine als Deine wichtigste an, um die Team-Moral und -Einheit zu gewährleisten und aufrecht zu erhalten?
Für mich ist die Kommunikation auf und neben dem Platz mit die wichtigste Aufgabe. Zu wissen, wie seine Mitspieler denken, und der ständige kommunikative Austausch tragen einen Großteil dazu bei, sich stetig zu verbessern und auch Unstimmigkeiten schnellstmöglich aus der Welt zu schaffen.
Wie gehst Du als Kapitän mit Spielern um, die im Kader eher eine Nebenrolle spielen oder unzufrieden sind, um deren Engagement für die Mannschaft aufrechtzuerhalten?
Ich würde hier die offene und ehrliche Kommunikation mit dem Jeweiligen immer bevorzugen. In diesen Einzelgesprächen gilt es, die Stärken des Betreffenden darzustellen, aber auch die Schwächen aufzuzeigen und eine neutrale Stellung einzunehmen. Letztlich ist man als Kapitän das Bindeglied zwischen den Spielern und dem Trainerteam - und sollte unter Umständen auch abwägen, die Trainer mit einzubeziehen, wenn die Unzufriedenheiten nicht nachlassen.
Glücklicherweise haben wir in dieser Saison keine Teammitglieder, die eine Nebenrolle spielen, da wir mit einem kleineren Kader in die Spielzeit gestartet sind - und jeden Mann brauchen!
Welchen Wert legst Du auf die Erfahrung älterer Spieler im Kader? Und wie bindest Du diese in Deine Führungsarbeit als Kapitän ein?
Erfahrene Spieler sind aus meiner Sicht sehr wichtig für eine Mannschaft, da sie auf und auch neben dem Platz eine sehr bedeutsame Rolle einnehmen - und dem Kapitän in vielen Situationen helfen und ihn unterstützen. Bei uns werden nahezu alle Themen im Spielerrat abgesprochen, der aus durchwegs erfahrenen Leuten besteht.

Wenn es darum geht, die Mannschaft nach einem Rückschlag (z. B. eine klare Niederlage oder eine Schiedsrichter-Fehlentscheidung) wieder aufzurichten: Welche Mittel nutzt Du? Welche sind Deiner Meinung nach am effektivsten?
Nach Rückschlägen oder Fehlentscheidungen gilt es, diese schnellstmöglich auszublenden. Ich sehe es als meine Aufgabe an, die Mannschaft zu motivieren - und versuche ebenfalls, die Partie weiter voran zu treiben. Da ich ein eher emotionaler Spieler bin, fällt gerade das motivieren meist leicht.
Es ist wichtig, der Mannschaft klar zu machen, was sie kann, um in jeder Begegnung ihre bestmögliche Leistung abzuliefern. Nach Abpfiff gilt es, die Ursachen sachlich zu besprechen und mögliche Lösungen zu erarbeiten, um aus diesen Situationen zu lernen, Fehler abzustellen oder Fehlentscheidungen zu akzeptieren.
Was möchtest Du als Kapitän am Ende Deiner Amtszeit hinterlassen? Welches „Erbe“ ist Dir wichtig?
Mir ist es wichtig, dass man eine intakte Mannschaft mit einer guten Teammoral hinterlässt, in der sicher jeder auf den anderen verlassen kann.
Abschließend: Wo steht Deine Mannschaft am Ende dieser Regionalliga-Saison?
Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir am Ende der Saison im oberen Drittel stehen, sofern wir an unsere Leistungen aus der Hinrunde anknüpfen können. Ich sehe uns daher auf den Stühlen im Megapark - mit dem Klassenerhalt im Gepäck!
Dafür wünschen wir gutes Gelingen! Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen.