
Der 1. FC Saarbrücken weiß wieder wie gut ein Sieg schmeckt. Gegen den VfB Stuttgart II setzte sich der FCS nach Treffern von Elongo-Yombo und Brünker mit 2:0 (1:0) durch.
Bei seiner Premiere im Ludwigspark setzte der neue Cheftrainer Argirios Giannikis auf folgende Startelf. Vor Keeper Menzel bildeten Rizzuto, Wilhem, Bormuth und Bretschneider die Viererkette. Im Mittelfeld starteten Civeja und Sontheimer im Zentrum. Davor waren Pick, Rabihic und Elongo-Yombo positioniert. Im Sturm kehrte Brünker zurück. Für Philipp Noah Fahrner, Joel Bichsel, Abdoulaye Kamara und Elijah Krahn blieb nur ein Platz auf der Bank. Dominic Baumann war überhaupt nicht im Spieltags-Kader.
Beim Gast begannen nach dem Heimsieg über den TSV 1860 München Samuele Di Benedetto und Antonijo Jonjic, die gegen die Löwen zunächst auf der Bank saßen. Lauri Perrra saß bei Spielbeginn auf der Bank, Justin Diehl, der gegen die Münchner traf, fehlte verletzt.
Der Beginn lief schleppend. Stuttgart hatte etwas mehr Ballbesitz, die Blau-Schwarzen waren aber gut in den Zweikämpfen. Möglichkeiten ergaben sich auf beiden Seiten vorerst nicht. Mit Ausnahme einer Szene. Der VfB hatte nach einem hohen Ballgewinn Überzahl im Sechzehner, spielte es aber zu kompliziert, um zu einer wirklichen Möglichkeit zu kommen. Mitte des ersten Durchgangs dann die erste Chance. Ouro-Tagba ging über die linke Seite bis zum Fünfmeterraum durch, Wilhelm störte noch entscheidend und Menzel klärte, daher nur Ecke (26.).
Nach einer halben Stunde präsentierten sich die Blau-Schwarzen dann nach vorne mit mehr Esprit. Rizzuto eröffnete mit einem Versuch aufs kurze Eck aus 16 Metern. Keeper Hellstern parierte (32.). Ab dem Moment ging es ausschließlich Richtung VfB-Gehäuse. Pick bereitete in der nächsten Szene stark vor. Elongo-Yombos Schuss wurde zur Ecke abgefälscht (39.). Eine abgerutschte Flanke von Bretschneider fischte Hellstern aus dem kurzen Eck (41.) und packte auch bei Rabihics Versuch aus 18 Metern sicher zu (44.).
Dann war es endlich soweit. Nach einem Einwurf von Rizzuto kombinierte Pick mit Rabihic und ging auf der rechten Seite durch. Pick servierte flach nach innen, Elongo-Yombo nahm direkt ab und markierte die in dieser Phase überfällige Führung für den FCS (45.).
Und der Auftakt in den zweiten Durchgang gelang gleich wieder überragend. Elongo-Yombo schirmte die Kugel erst super ab und startete nach einem Doppelpass mit Rabihic durch. Am Strafraum folgte eine starke Flanke auf den Kopf von Brünker, der zum 2:0 einnickte (46.).
Auch in der Folge blieben die Blau-Schwarzen das bestimmende Team, auch wenn Stuttgart die nächsten Abschlüsse für sich verbuchte. Ouro-Tagba (54.) und Penna (55.) waren mit ihren Versuchen von außerhalb des Sechzehner jedoch nicht erfolgreich. Deutlich knapper ging es auf der anderen Seite zu. Brünker bediente Elongo-Yombo, der legte mit dem ersten Kontakt zurück in den Lauf zu Brünker. Dem dritten Treffer stand nur der Pfosten im Weg (62.). Sekunden später der nächste Doppelpass. Brünker bediente Rabihic, der an Hellstern scheiterte (63.).
In der 65. Minute nahm Giannikis die ersten Wechsel vor. Brünkers Tank war nach der Verletzungspause leer und auch Rabihic durfte Feierabend machen. Schmidt und Vasiliadis waren neu dabei. Zur Schlussviertelstunde ersetzte Krahn zudem Civeja.
Dann war Durchatmen angesagt. Meyer wurde links im Sechzehner etwas glücklich bedient, hatte aber nur noch Menzel vor sich. Der konnte zwar nicht retten, dafür aber der Pfosten. Den Nachschuss setzte Spalt drüber (77.).
Mehr wurde nicht zugelassen. In der Schlussphase machte sich dann Elongo-Yombo von Schmidt eingesetzt auf den Weg, um letzte Zweifel zu beseitigen. Am Ende fehlte wohl auch etwas die Kraft für einen gezielten Abschluss, Elongo-Yombo setzte den Ball links vorbei (88.). Seinen verdienten Applaus durfte er sich trotzdem beim Wechsel mit Bichsel abholen (90.).
In den letzten Minuten passierte nichts mehr und damit war endlich wieder ein verdienter Sieg eingefahren.
Gäste-Trainer Nico Willig sagte nach dem Spiel: "Saarbrücken hat das Spiel verdient gewonnen, damit ist der neue Trainer erfolgreich in die Annalen eingegangen. Wir haben es erreicht, das spiel zunächst an uns zu reißen, so dass es auf der Tribüne schon unruhig wurde. Aber wir haben Strafraumsituationen nicht erfolgreich ausgenutzt. Wir hätten es konsequenter zu Ende spielen müssen. Vor der Pause geraten wir in Rückstand, sie waren drückend, deshalb war es verdient, auch wenn ich mit der direkten Entstehung nicht einverstanden ist. Ich habe in der Pause vergessen zu sagen, dass Brünker kopfballstark ist, prompt köpft er ihn rein. Wir waren bemüht, waren am Strafraum unglücklich, wir kamen nicht zurück. Wir waren bemüht, aber das reicht in der Liga nicht. Wir hatten viele A-Junioren auf dem Platz, aber dafür sind wir ja eine Ausbildungsmannschaft".
Agririos Giannikis antwortete: "Wir wussten wie schwer es ist nach drei Tagen Arbeit mit der Mannschaft gegen einen spielstarken Gegner wie den VfB Stuttgart. Wir hatten wenig Zeit um uns auf gewisse Dinge vorzubereiten. Die ersten 35 Minuten waren wir mit Ball ohne Dynamik, da hätten wir mehr agieren können. Dann haben wir uns festgebissen, deshalb sind die Tore kurz vor und kurz nach der Pause zeitlich richtig gefallen. Wir haben nun wieder das Gefühl des Sieges. Wir haben ein Gefühl was wir einbringen müssen, um Spiele zu gewinnen. Vor Ulm haben wir nun drei Tage länger Zeit. Es wird im Kader harte Entscheidungen geben wie heute bei Baumann. Wir haben uns nur auf diese drei Tage konzentriert, nicht auf die Spiele davor. Es kann sich bis Ulm nochmal ändern. Wir gehen mit einer Idee rein und Elongo-Yombo und Rabihic haben da einen besseren Eindruck als andere gemacht. Wir wollen zielorientiert nach vorne kommen. Wir wollen nicht ausrechenbar sein".
Während die VfB-Zweite einen Platz einbüßte und nun hinter Viktoria Köln Dreizehnter ist, überholte der FCS Alemannia Aachen und belegt nun Rang Fünfzehn. Aachen kann sich den besseren Rang aber am Sonntag mit einem Sieg in Ulm wieder zurück holen.
Für den FCS geht es am kommenden Samstag (16.30 Uhr) mit dem Auswärtsspiel in Ulm weiter, die VfB-Reserve empfängt bereits am Freitagabend den SVW Mannheim zum Baden-Württemberg-Derby in Aspach.