
Mit dem Start in die Rückrunde richtet sich beim FC Dingolfing der Blick nach vorne. Sportlich will man sich in der Landesliga weiter etablieren, die zweite Mannschaft mischt im Aufstiegsrennen der Kreisliga mit – und im Hintergrund bleibt die Jugendarbeit das tragende Fundament. Vorstandssprecher Walter Strohmaier spricht über sportliche Ambitionen, nachhaltige Entwicklung und warum der FC Dingolfing auch im Leistungsbereich ein familiärer Verein bleiben will.
Herr Strohmaier, die Landesliga-Mannschaft startet am Samstag in die Frühjahrsrunde. Mit welchen Erwartungen geht der FC Dingolfing in die zweite Saison nach dem Aufstieg?
Walter Strohmaier (60): Wir gehen mit einer gesunden Mischung aus Zuversicht und Bodenständigkeit in diese Restrückrunde. Unser Ziel ist klar: Wir wollen uns im zweiten Jahr nach dem Aufstieg weiterhin in der Landesliga etablieren. Gleichzeitig geht es nicht nur um Tabellenplätze, sondern auch darum, dass die Mannschaft in ihrer Entwicklung den nächsten Schritt macht. Mit dem Trainerteam um Tom Seidl haben wir dafür sehr gute Voraussetzungen geschaffen. Wir sind überzeugt, dass wir diesen Weg gemeinsam erfolgreich weitergehen können und wollen hier im Fussballjahr 2026 einen weiteren Step nach vorne machen.
Was stimmt Sie besonders optimistisch?
Man spürt, dass ein gutes Fundament da ist. Die Mannschaft und auch das Umfeld ist über Jahre gereift und gewachsen. Es wird strukturiert und sehr engagiert an vielen Stellen des Vereins gearbeitet. Dabei ist mir wichtig, dass Entscheidungen stets fundiert und nachhaltig sind, in die Vereinsphilosophie passen und natürlich wollen wir uns weiter positiv, sportlich wie gesellschaftlich, entwickeln.
Auch die zweite Mannschaft spielt eine starke Saison. Was ist in der Kreisliga noch möglich?
Wir freuen uns wirklich sehr über die Entwicklung der Zweiten. Das spiegelt sich auch tabellarisch wider – die Mannschaft kann in der Rückrunde voll ins Aufstiegsrennen eingreifen. Mittelfristig geht es aber um mehr als nur einen Tabellenplatz: Wir wollen dieses Gerüst halten, weil es wichtig ist, Spieler im Verein zu behalten, die sich mit dem FC Dingolfing identifizieren. Die zweite Mannschaft ist außerdem ein zentrales Bindeglied zwischen Jugendfußball und Landesliga. Priorität genießt hier die Weiterentwicklung unserer Talente.
Ein Beispiel dafür ist Lucas Stachowski.
Genau. Lucas hat es geschafft, in seinem ersten Herrenjahr bereits Minuten in der Landesliga zu sammeln. Das zeigt, dass unser Weg funktioniert. Wir haben weitere vielversprechende Talente, bei denen wir hoffen, dass sie diesen Sprung ebenfalls schaffen. Eigene Talente, gepaart mit gezielten Verstärkungen, die sich darüber hinaus mit unserem Verein identifizieren, das ist der Weg, den wir gehen wollen.
Der FC Dingolfing betont immer wieder, dass die Jugendarbeit das Fundament des Vereins ist. Wie zufrieden sind Sie aktuell?
Sehr zufrieden. Besonders im Bereich der A-Jugend haben wir in den letzten Jahren einen deutlichen Sprung gemacht. Wir sind stolz, dass wir zwei A-Jugend-Teams stellen können. Die eine Mannschaft spielt in der Bezirksoberliga, die andere in der Kreisliga – beide sind als Tabellenführer im Aufstiegsrennen voll dabei. Das wäre für den Verein ein großer Schritt, weil wir dann einen perfekten Unterbau Richtung Herrenbereich hätten. Man sieht einfach, dass in allen Bereichen gute Leute am Werk sind. Da steckt über Jahre hinweg viel Arbeit und Herzblut drin.
Was macht diese Entwicklung möglich?
Wir versuchen, auch in den Leistungsmannschaften die familiäre Atmosphäre hineinzutragen. Unsere Teams bleiben lange zusammen und sie wachsen als Einheit. Gleichzeitig müssen in den Jahrgängen eine ähnliche Qualität halten, ohne großes Gefälle. Und vor allem dürfen wir nicht zu gierig sein nach schnellem Erfolg. Jugendarbeit braucht ein gesundes Fundament und eine langfristige Ausrichtung.
Ein besonderes Beispiel ist auch die U13 in der Förderliga.
Ja, das ist wirklich bemerkenswert. Die U13 spielt in der höchsten Amateurliga und besteht aus sehr vielen waschechten Dingolfingern. Das ist keinesfalls Zufall, sondern Resultat des hohen Aufwands im Kinderfußball. Hier wollen wir möglichst viele Dingolfinger in Richtung Leistungsbereich entwickeln. Dass ein Kleinstadtverein mit so vielen Eigengewächsen auf diesem Niveau so gute Ergebnisse wie die U13 einfährt, unterstreicht dies.
Dingolfing wird seit jeher als starke Adresse im Jugend-Leistungsbereich wahrgenommen. Was ist die Idee dahinter?
Im Leistungsbereich geht es darum, die talentiertesten Spieler aus dem Umkreis bestmöglich zu fördern. Unser Anspruch ist, ihnen hier vor Ort eine Perspektive zu geben, sodass sie nicht das Gefühl haben, den nächsten Schritt nur woanders machen zu können. Wir wollen, dass sie bei uns bleiben, weil sie hier optimale Bedingungen vorfinden: sportlich, strukturell, aber auch menschlich. Eigengewächse sollen weiterhin das Fundament des sportlichen Erfolgs unserer Herrenteams sein. Unser sportlicher Leiter Manuel Wimmer ist ab Sommer mitverantwortlich für den Leistungsbereich. Davon erhoffen wir uns eine noch bessere Verzahnung von Jugend und Senioren.
Gleichzeitig kann Talentförderung auch bis ganz nach oben führen.
Natürlich. Wenn ein Spieler das Potenzial hat, wollen wir ihn so ausbilden, dass im besten Fall sogar der Sprung in ein Profi-NLZ möglich wird. Und selbst wenn der Weg irgendwann bei uns endet, soll die Ausbildung so gut gewesen sein, dass er später wieder bei seinem Heimatverein Verantwortung übernehmen kann.