
Darmstadt. Sie können gute Nachbarn sein und sich gegenseitig helfen. Während der FCA Darmstadt an diesem Spieltag in der Fußball-Verbandsliga Süd auf einen direkten Konkurrenten von RW Darmstadt trifft, können die Rot-Weißen in der Partie gegen einen Rivalen der Arheilger im Abstiegskampf ebenfalls Schützenhilfe leisten. Vor einer äußerst schwierigen Aufgabe steht die SG Langstadt/Babenhausen, die im Abstiegskampf eigentlich Punkte braucht, dem Spiel gegen einen Titelkandidaten aber sehr verhalten entgegenblickt.
Nein, an das Hinspiel haben die Arheilger keine guten Erinnerungen. 0:8 unterlagen sie damals in Bad Homburg. Seitdem hat sich der FCA aber stabilisiert, zuletzt ging es in der Tabelle nach oben, der Klassenerhalt ist wieder realistischer geworden. Die Ansprüche daher auch kesser.
„Sicherlich ist Bad Homburg sehr spielstark. Aber wir sind auf Wiedergutmachung aus“, sagt FCA-Trainer Luca Bergemann, der anfügt: „Ich glaube zwar nicht, dass wir auf Gleichstand stellen werden. Aber drei Punkte sollen und können es schon sein.“ Der Coach der Arheilger baut dabei auf sein neues Team, das seit der Formierung schon elf Punkte geholt hat. Und er baut auf die „Heimstärke“ des FCA, der seit diesem Jahr seine Spiele in Schneppenhausen austrägt. In vier Partien sprangen dabei acht Zähler heraus. „Wir wollen Akzente setzen und unsere Serie ausbauen“, formuliert Bergemann daher sein Ziel.
Die Erwartungshaltung bei dieser Konstellation ist klar. Neu-Anspach ist Letzter, hat im Jahr 2026 erst einen Punkt geholt und erst zwei Tore geschossen. Und im Hinspiel hatten sich die Rot-Weißen mit 7:0 durchgesetzt. „Wir müssen drei Punkte holen, da gibt es keine Diskussionen“, sagt Dominik Lohrer daher. Der RW-Trainer weiß aber auch, dass die Aufgabe trotz aller Vorzeichen durchaus knifflig werden kann, der Gegner nicht zu unterschätzen ist.
„Wir müssen wieder konzentriert auftreten, unsere Qualitäten zeigen und seriös spielen – wie zuletzt beim 2:0 in Langstadt“, so Lohrer. Im ersten Vergleich mit Neu-Anspach hatten die Darmstädter „eine Top-Leistung gezeigt“, ordnete der Coach ein, der auch diesmal einen Sieg einfordert. „Die Höhe ist mir dabei letztlich egal.“
Der Respekt vor dem Gegner ist groß, die Hoffnungen auf Zählbares bei den Langstädtern gegen den Aufstiegskandidaten dagegen klein. „Ungleicher könnten die Voraussetzungen kaum sein. Die Kräfteverhältnisse sind höchst unterschiedlich“, sagt SG-Sportdirektor Toni Coppolecchia und ergänzt: „Seligenstadt ist klarer Favorit, wir sind klarer Außenseiter.“
Der Blick auf die Tabelle unterstreicht dies, schließlich sind die Gastgeber Vorletzter, die Sportfreunde sind Dritter. Während die SG bisher fünf Spiele gewonnen hat, hat Seligenstadt erst fünf Niederlagen auf dem Konto. Coppolecchia ist daher auch vorsichtig, sagt: „Wenn ein Punkt hängenbleibt, dann sind wir zufrieden.“ Dabei erinnert er sich gerne ans Hinspiel – es endete 0:0.