
Der FC Wesuwe sorgte gestern Abend beim Kreispokal Emsland für Furore. Auf dem eigenen ,,Berg”, dem beleuchteten C-Platz, gewannen sie im Elfmeterschießen gegen den TuS Aschendorf.
Das an sich ist nicht besonders bemerkenswert, aber die Art und Weise, wie sie es schafften, war es schon. Wesuwe drehte einen 0:2-Halbzeitrückstand in ein 2:2-Unentschieden, das sie in der Schlussphase sicherten. Unmittelbar darauf folgten Elfmeter, und ein Wunder geschah. Nach einem 1:2- und beinahe 1:3-Rückstand siegten sie endlich – die Aschendorfer verschossen drei Elfmeter in Folge, und die Rothemden nutzten jeden. Und so war der Jubel nach dem Spiel riesig. Wesuwe wird nach Europa reisen und möglicherweise gegen Real Madrid oder Manchester United antreten. Ein Scherz natürlich, aber es wäre wohl was.

Die Wesuwe-Fans sprachen von Gerechtigkeit, weil ihre Mannschaft vor der Pause so gut gespielt hatte. Daran war etwas Wahres, aber es wurden auch ein paar Fehler gemacht, die den Gästen eine 2:0-Führung bescherten. Zwei davon waren Standards, die auf eine taktische Auswechslung von Trainer Georg Cloppenburg zurückzuführen waren. Zunächst traf der eingewechselte Phillip Hegemann per Kopf, und dann erhöhte Florin Sava nach einer Flanke von Lukas Hagen auf 2:0.

Dann begann die Ära Henk Gröninger. Der starke, junge Stürmer des FC Wesuwe traf zweimal, nachdem er bereits vor der Halbzeit ein Tor erzielt hatte, aber dieses wurde aberkannt. Laut dem Stürmer war es ungerecht, und „deshalb“ revanchierte er sich. Kurz vor dem Schlusspfiff stand es 2:2, und Elfmeterschießen war angesagt. Die Spannung und Aufregung war enorm. Obwohl der FC Wesuwe praktisch aussichtslos schien, schafften sie es – ein kleines Wunder – und erreichten die nächste Runde.

Kurzzeitig dachten die Fans noch: „Na ja, es ist ja nur der Pokal“, doch jetzt, wo sie in die nächste Runde eingezogen sind, wird es klar etwas schöner, und wer weiß, wer der nächste Gegner sein wird. Wer auch immer der Gegner sein mag, sie wissen, dass sie es mit dem torgefährlichen Stürmer von Wesuweer, Henk Gröninger, zu tun bekommen. Der Mann ist Jahrgang 2003 und hat somit noch eine glänzende Zukunft vor sich. Wenn er sich so weiter entwickelt, ist der Kreisklasse nicht sein Ende, denn er schießt auf allen Ebenen über zwanzig Tore: 39 in der 2. Kreisklasse, 22 in der 1. Kreisklasse und letztes Jahr 24 in der Kreisliga. Er hat zwei Aufstiege in Folge erlebt, und logischerweise schießt er jetzt wieder 20-25 Tore. Es liegt an ihm, zu entscheiden, was er tut: Bei den Wesuweer bleiben oder zu einem besseren Team wechselen, denn er kann auch die Emslandliga bewältigen. Und wer weiß, was noch. Aber er ist ein echter Wesuweer und wenn er bleibt, kann dieses Team noch viele Jahre Freude an ihm haben: Ein Phänomen.
