Muss sich im Juni verabschieden: Beecks Trainer Michael Burlet.
Muss sich im Juni verabschieden: Beecks Trainer Michael Burlet. – Foto: imago/Fotostand

Burlet: „Ich werde weiter mit Herzblut dabei sein“

Der FC Wegberg-Beeck verlängert den auslaufenden Vertrag des Trainers nicht, da sich der Verein neu ausrichten muss

REGIONALLIGA WEST

Die Entscheidung war überraschend und hat Fragen aufgeworfen: Der Vertrag von Trainer Michael Burlet beim Fußball-Regionalligisten FC Wegberg-Beeck wird nicht über das Saisonende hinaus verlängert (wir berichteten). Überraschend deshalb, weil Burlet ein konkurrenzfähiges Team aufgebaut hat und der Club die erfolgreichste Saison mit aktuell Platz 14 in der vierthöchsten deutschen Liga spielt.

„Auch mich hat es überrascht, denn ich habe es zufällig über Dritte erfahren und wurde erst auf Nachfrage vom Verein informiert“, hat sich Burlet vor allem über die Art und Weise geärgert. Der 56-Jährige war im Sommer 2019 vom Mittelrheinligisten SV Breinig ins Waldstadion gekommen und hatte die Beecker in der abgebrochenen Corona-Saison zum Aufstieg geführt. An der Zielsetzung für die laufende Spielzeit ändert sich für Burlet jedoch nichts. „Ich bin enttäuscht, aber ich liebe den Fußball und werde weiter mit Herzblut dabei sein. Wir wollen die Klasse halten – auch wenn es für mich keine Belohnung gibt.“ Als am Dienstagnachmittag sein Abschied zum Saisonende bekannt wurde, hat zudem Co-Trainer Stefan Kniat dem Club mitgeteilt, dass er gemeinsam mit Burlet gehen werde.

„Dass ein auslaufender Vertrag nicht verlängert wird, ist normal in diesem Geschäft. Es hat keine sportlichen Gründe, sondern wir werden uns zur kommenden Saison im Verein neu ausrichten. Und werden deshalb voraussichtlich eine interne Lösung anstreben“, erläutert Friedel Henßen, Beecks Sportlicher Leiter und Burlets Vorgänger auf dem Trainerstuhl. Dass man nicht vorher mit Burlet geredet habe, sei der Tatsache geschuldet, dass noch alles im Fluss ist, es zwar schon viele Spekulationen, wie über den Rückzug der zweiten Mannschaft aus der Bezirksliga gebe, aber letztlich noch nichts endgültig entschieden sei. Henßen: „Es ist noch keine hundertprozentige Entscheidung gefallen, es gibt verschiedene Szenarien, die auch mit finanziellen Fragen zusammenhängen. Nur deshalb hatten wir noch nicht mit Michael gesprochen.“ Und Werner Tellers, Hauptsponsor der Beecker, ergänzt: „Wir sind erschrocken, dass es gleich solche Wellen geschlagen hat, da wir zuerst Trainer und Mannschaft informieren wollten. Wir haben uns einfach für einen anderen Weg entschieden.“

Da coronabedingt die Spiele ohne Zuschauer stattfinden müssen, haben viele Clubs mit finanziellen Problemen zu kämpfen. „Mit dem Verlust unseres langjährigen Sponsors Günter Stroinski, der vor einem Jahr gestorben ist, und Corona haben wir gleich zwei Schläge erhalten, die den Verein vor ein riesiges Problem stellen. Wir müssen uns daher neu aufstellen und an einigen Stellschrauben drehen“, sagt Henßen weiter und betont, dass das Saisonziel unverändert Bestand hat: „Trotzdem bleibt der Klassenerhalt weiter unser großes Ziel, damit wir auch in der neuen Saison in der Regionalliga spielen können.“



4909 Aufrufe18.2.2021, 13:00 Uhr
Helga Raue | AZ/ANAutor

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