Es geht voran mit dem SVW: Spielertrainer Beni Pfahler (rot). | Foto: Benedikt Hecht
Es geht voran mit dem SVW: Spielertrainer Beni Pfahler (rot). | Foto: Benedikt Hecht

SV Waldkirch will ohne Zittern durch die Saison

Check-Up des Verbandsligisten SV Waldkirch

Eine aufreibende Spielzeit liegt hinter dem SV Waldkirch. Nach dem südbadischen Pokalsieg 2014 tauchte auf einmal die Steuerfahndung bei den Fußballern des Mehrspartenvereins auf. Dann geriet die Verbandsligamannschaft in Abstiegsnot, wechselte den Trainer aus – und schaffte am letzten Spieltag noch den Ligaverbleib. Wie lässt sich unter Spielertrainer Benjamin Pfahler die neue Spielzeit an?
Was läuft?
Im Sommer ist das Gesicht der Mannschaft umfangreich verändert und verjüngt worden. Zehn Neue kamen, vor allem aus der Jugend und unteren Ligen, acht Spieler verließen den Verein, darunter Leistungsträger wie Fabian Nopper, Ridje Sprich, Josef Tohmaz oder Dennis Kaltenbach. „Atmosphärisch hat sich die Mannschaft sehr schnell gefunden“, sagt Pfahler. Die Neuen hätten sich flugs integriert, es herrsche positive Stimmung. Das große Entwicklungspotenzial schimmerte bei den Siegen gegen den FC Auggen und den FC Singen bereits durch.

Mit sieben Punkten aus sieben Spielen sei man einigermaßen zufrieden, so Abteilungsleiter Klaus Moser. „Mit etwas Glück hätte man ein paar Punkte haben können.“ Pfahler will davon wegkommen, verlorenen Zählern hinterherzujammern: „Es war klar, dass es keine einfache Saison werden wird.“ Nach einem Start mit Höhen und Tiefen überwiegt beim Tabellenzwölften die Zuversicht.

Was läuft nicht?
Mit 19 Gegentreffern sind die Waldkircher hinter dem FC Bötzingen (29) die Schießbude der Liga. Pfahler macht dafür aber nicht die Viererabwehrkette, sondern „das Gesamtverhalten in der Arbeit gegen den Ball“ verantwortlich. Seit zwei Wochen betreibt der SVW verstärkt Videoanalyse, um die Schwächen der einzelnen Spieler in der Umschaltbewegung aufzudecken. Das spielerische Element soll aber nicht eingefroren werden. „Die Mauertaktik als Spielweise sagt uns nicht zu“, stellt der Spielertrainer klar. Das 2:5 beim VfB Bühl vor einer Woche sei bislang die schlechteste Saisonleistung gewesen. „Wir haben Einstellung und Aggressivität vermissen lassen“, so Pfahler.

An der Disziplin auf dem Feld kann die Mannschaft auch noch arbeiten. In Gildas Asongwe und Jetmir Qorraj sind zwei Akteure für das Heimspiel gegen den 1. FC Rielasingen-Arlen noch gesperrt.

Läuft es auf das Saisonziel hinaus?
Zittern wie im Frühjahr wollen die Waldkircher nicht mehr. Mit einem möglichst einstelligen Mittelfeldplatz will man sich frühzeitig aus der Abstiegszone raushalten. Wenn man davon ausgeht, dass die jungen Spieler im Laufe der Saison eher einen Schritt nach vorne als zurück machen, sollte dieses Ziel umsetzbar sein.

Wer läuft am Sonntag nicht auf?

Neben den gesperrten Quorraj und Asongwe fehlen gegen die hoch einzuschätzenden Rielasinger Manuel Dick (Studienfahrt) und vielleicht auch Joel Schützler (Schulterprobleme).

Und die laufenden Kosten?
Mit einem Schnitt von rund 200 Zuschauern gehören die Waldkircher in der Region bereits zu den nachgefragten Verbandsligisten. „Natürlich wünscht man sich immer mehr“, räumt Abteilungsleiter Moser ein, der aber von einer gesunden Kostenstruktur spricht: „Mit unserem Förderverein und dem Sponsorenteam sind wir hervorragend aufgestellt.“

Beruhigt schauen die Waldkircher auch deshalb in die Zukunft, weil keine staatsanwaltlichen Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung mehr drohen. Es wurden alle Verfahren eingestellt, gegen einzelne Beteiligte nach Zahlung einer moderaten Geldauflage. Zudem hat der Verein seine Abrechnungen für die Vergangenheit insgesamt korrigiert. „Die Stimmung im Verein ist ruhiger und gelassener als vor einem Jahr“, hat Pfahler festgestellt.
Aufrufe: 01.10.2015, 22:00 Uhr
Matthias Kaufhold (BZ)Autor

Verlinkte Inhalte