Gestatten, Devin Sür: Das 17-jährige Sturmtalent half am Mittwoch im Training der coronageplagten Profis aus.
Gestatten, Devin Sür: Das 17-jährige Sturmtalent half am Mittwoch im Training der coronageplagten Profis aus. – Foto: Stefan Matzke

TSV 1860: Neuzugang abgesegnet - Debüt schon gegen Köln?

Spiel bei der Viktoria wird stattfinden

Die Personaldecke ist dünn, losgelöst von der misslichen Corona-Lage – und nach Lage der Dinge werden die Löwen noch einmal auf dem Transfermarkt zuschlagen.

München – Bis zum 31. Januar sind Zu- und Abgänge möglich. Es zeichnet sich die Verpflichtung eines Offensivspielers ab, eher ein Typ Neudecker als Typ Mölders. In einer Telefonkonferenz zu Wochenbeginn wurden die Weichen gestellt, wie Sportchef Günther Gorenzel andeutete.

Nach Informationen unserer Zeitung ist inzwischen auch die Finanzierung gesichert – es sind dem Vernehmen nach keine externen Mittel nötig. Die Frage ist jetzt nur noch: Kommt der Neue noch vor dem Auswärtsspiel bei Viktoria Köln (Sonntag, 13 Uhr)? Oder bis zur Deadline am Montag, 18 Uhr?

TSV 1860: Spiel gegen Viktoria Köln wird stattfinden

Die erstgenannte Lösung wäre Michael Köllner (noch in Quarantäne) sicher lieber, denn auch das zeichnet sich ab: Am Sonntag müssen die Löwen ran – weil sie formal auf 16 oder mehr einsatzberechtigte Spieler kommen.

Diskussionswürdige, aber aus Verbandssicht nachvollziehbare Pandemie-Regel: Anzutreten hat, wer irgendwo 16 oder mehr gemeldete Spieler auftreibt, von denen mindestens neun offizielle Lizenzspieler sind (inkl. eines Torwarts). Der Rest können Amateure sein, Jugendspieler – ja sogar gesperrte und „sporttypisch“ verletzte Profis zählen mit rein. Bedeutet: Selbst ein Kreuzbandriss verhindert nicht, dass ein Spieler als „zur Verfügung stehend“ gewertet wird. Damit wollen DFB und DFL verhindern, dass Vereine in Not Verletzungen „erfinden“, um zum Beispiel bei angespannter Quarantäne-Lage nicht spielen zu müssen.

TSV 1860: Hoffen auf die nächste Testreihe

Übertragen auf 1860: Selbst Richard Neudecker (Gelbsperre), Daniel Wein (Fußverletzung) und Marius Willsch (Adduktoren) würden als einsetzbare Spieler gewertet, weswegen die Löwen offiziell auf jeden Fall einen 16-Mann-Kader zusammenbekommen werden. Ein weiteres Indiz dafür, dass am Sonntag angepfiffen wird: Die obligatorische Freitags-Pressekonferenz wurde nur vorverlegt, nicht abgesagt. Sie firmiert auch weiter unter dem Titel „Löwenrunde vor dem Auswärtsspiel bei Viktoria Köln“. Offen ist nur, ob auch Chefcoach Köllner aus der Quarantäne zugeschaltet wird.

Das Training seit Mittwoch hatte aus bekannten Gründen Sportchef und Lizenzinhaber Günther Gorenzel geleitet. Mit ihm auf dem Platz: 15 Spieler, darunter drei Torhüter und zwei U 19-Grünschnäbel (Julian Bell, Devin Sür). Eine Not-Elf nur aus diesen Spielern könnte so aussehen (4-2-3-1): Hiller im Tor, in der Viererkette Bell, Lang, Belkahia, Steinhart. Moll und Dressel auf der Doppelsechs und Linsbichler im Sturm vor der Offensivreihe Tallig, Bär, Biankadi. Auf der Bank (Stand Donnerstag): Sturmtalent Sür, 17, zwei Torhüter und viele freie Plätze. Aus der Stammelf fehlten Mitte der Woche Salger, Deichmann, Lex und Greilinger (nur in Zivil anwesend).

Aber: Noch gibt es bei 1860 die Resthoffnung, dass sich bis zum Wochenende der eine oder andere Quarantäne-Profi freitestet. Der Kader für Sonntag? Am Ende womöglich namhafter besetzt, als es lange den Anschein hatte. Und wer weiß: Vielleicht ist auch Köllner in Köln dabei – und ein neuer Offensivmann. (Uli Kellner)

Aufrufe: 029.1.2022, 05:54 Uhr
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