„Jeder kann jeden schlagen“: Sagt Löwen-Stürmer Sascha Mölders.
„Jeder kann jeden schlagen“: Sagt Löwen-Stürmer Sascha Mölders. – Foto: dpa/Andreas Gebert

3. Liga: Jede Menge Tradition – und endlich wieder Zuschauer

Braunschweig und 1860 Favoriten

Mit dem Auftaktspiel VfL Osnabrück gegen den MSV Duisburg startet die 3. Liga am Freitag. Auch in der kommenden Saison sind viele Traditionsklubs vertreten.

Frankfurt/Main – Den Auftakt für das so sehr herbeigesehnte Fußball-Festjahr nach über 16 Monaten der Pandemie-Leere haben die Organisatoren der 3. Liga ganz bewusst gewählt. „Bremer Brücke, Flutlichtatmosphäre, Fans im Stadion: Das ist das, wofür du als Fußballer auf dem Platz stehst. Das ist das, was auch Gänsehaut macht“, sagt Tim Danneberg. Der langjährige Profi ist nach 332 Einsätzen zwar nicht mehr aktiv, wird am Freitagabend (19.00 Uhr/MagentaTV) beim Auftaktspiel des VfL Osnabrück gegen den MSV Duisburg trotzdem dabei sein – als Mitglied des Trainerteams von Absteiger Osnabrück.

Die 3. Liga hat sich als eine Art Auffangbecken für Traditionsclub etabliert, dementsprechend große Attraktivität verspricht auch die neue Saison. Aus der 2. Liga kommen Osnabrück und Aufstiegsfavorit Eintracht Braunschweig, die ehemaligen deutschen Fußballgrößen TSV 1860 München und 1. FC Kaiserslautern gehören gewissermaßen schon fest dazu. „In der 3. Liga kann wirklich jeder jeden schlagen. Wir wollen oben mitmischen, aber die 3. Liga ist sehr, sehr gut“, sagt Löwen-Stürmer Sascha Mölders, der vergangene Saison 22 Tore erzielt hat.

„Ohne Zuschauer ist für mich kein richtiger Fußball“

Sascha Mölders freut sich über die Rückkehr der Fans

Der größte Unterschied zur Vorsaison dürfte die Rückkehr des Publikums sein. Ab dem Fluchtspiel am Freitag (5000 erlaubte Zuschauer an der Bremer Brücke) dürfen die Clubs wieder größere Kulissen zulassen – die Profis freuen sich. „Ohne Zuschauer ist für mich kein richtiger Fußball, da fehlt es schon an allem. Für uns ist es schon schlimm, aber für die Fans ist es noch schlimmer“, sagte Mölders. Neben leeren Rängen gab es in der abgelaufenen Spielzeit auch etliche Absagen, weil Profis sich infizierten.

Corona wird trotz niedriger Inzidenzen und der derzeit entspannten Lage nicht verschwinden, das wissen auch die Verantwortlichen. Auf den Zuschauerrängen, wo zunächst bis zu 15 000 Fans zugelassen werden sollen, ist besonders die Kontaktnachverfolgung wichtig. Das Testprozedere wird sich zumindest teilweise ändern: Geimpfte und Genesene müssen sich nicht mehr den regelmäßigen PCR-Tests oder Antigen-Tests unterziehen, wie DFB-Abteilungsleiter Manuel Hartmann erklärte.

3. Liga: Eintracht Braunschweig und der TSV 1860 München sind die Favoriten

Und sportlich? Da waren Riesenspannung und Dramatik in der jüngeren Vergangenheit an der Tagesordnung. Der FC Ingolstadt verpasste zweimal ganz knapp den Aufstieg – und hat es im dritten Anlauf nun geschafft, in der Relegation gegen Osnabrück. In dieser Spielzeit halten die Verantwortlichen Eintracht Braunschweig für den Aufstiegsaspirant Nummer eins. In einer Umfrage des „kicker“ nannten 17 der 20 Cheftrainer den Absteiger als Favoriten, immerhin 15 Mal wurden die Münchner Löwen genannt.

Die Task Force „Wirtschaftliche Stabilität 3. Liga“ hat derweil bereits bekundet, am aktuellen Modell festhalten zu wollen. „Konsens unter den Mitgliedern ist, dass die grundsätzliche Struktur der 3. Liga unter den aktuellen Gegebenheiten als eingleisige Profispielklasse passend ist, da sie nach gemeinsamer Auffassung im derzeitigen Ligensystem die beste Grundlage für die Zukunftsfähigkeit und wirtschaftliche Stabilität der 3. Liga bildet“, hieß es. Im Herbst will das Gremium einen Abschlussbericht vorlegen. (dpa)

Aufrufe: 022.7.2021, 08:12 Uhr
Dpa Deutsche Presse-AgenturAutor

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