– Foto: Annalena Bargmann

MTSV Selsingen II sorgt gleich für Überraschung

1. Kreisklasse Nord: Kreisligareserve besiegt Spitzenreiter TuS Tarmstedt – SV Sandbostel gewinnt 3:1 beim TSV Oerel-Barchel

LANDKREIS. Der zweite Saisondurchgang in der 1. Kreisklasse Nord begann mit einer dicken Überraschung. Zum Auftakt unterlag der Topfavorit TuS Tarmstedt am Freitag dem MTSV Selsingen II auf eigenem Platz mit 0:2. Es war für den Gastgeber zugleich die erste Niederlage und für die Kreisligareserve ein wichtiger Schritt in Richtung Klassenverbleib. Gestern trennten sich Ummel und Byhusen 1:1, während der TSV Oerel-Barchel mit 1:3 gegen Sandbostel verlor.

TuS Tarmstedt - MTSV Selsingen 0:2. Vor der Spitzenpartie beim Verfolger TSV Gnarrenburg (Sonntag, 15 Uhr) hätten sich die Tarmstedter in der Tabelle etwas absetzen können. Das Vorhaben gelang nicht. Das lag vor allem an den cleveren Gästen, die aus einer gefestigten Abwehr heraus klug konterten und bei den wenigen Chancen eiskalt zuschlugen. Hinzu kamen viele Nachlässigkeiten der TuSer, die bei den Gegentoren mithalfen und die eigenen Torversuche überhastet oder unentschlossen vermasselten.

Für die Coaches ging das Ergebnis durchaus in Ordnung. Tarmstedts Trainer Thomas Ziegler sagte, „dass die Selsinger es sehr gut gemacht haben.“ Seine Mannschaft habe viel zu umständlich agiert und am Ende nochmals einsehen müssen, „dass uns in der Klasse nichts geschenkt wird.“ Der MTSV-Coach Henning Schmidt war richtig begeistert: „Unsere Taktik ist komplett aufgegangen. Wir wollten dem Gegner mit einer kompakten Verteidigung das Spiel überlassen und Nadelstiche setzen. Wir haben kaum etwas zugelassen und im richtigen Moment die Tore gemacht. Es war die mit Abstand beste Saisonleistung von uns.“

Den ersten Dämpfer bekam der TuS Tarmstedt bereits nach neun Minuten. Nach einer Freistoßhereingabe von Hanke Wehber reagierte der Selsinger Julian Burfeind im Strafraum schneller als alle anderen Akteure und bugsierte das plötzlich freiliegende Leder knallhart zur Gästeführung ins Gehäuse. Anschließend konzentrierten sich die MTSVer auf Torsicherung und Konter, während die Tarmstedter das Spiel machten und sich dabei an der gegnerischen Deckung meistens festrannten. Die wenigen guten Möglichkeiten wurden vom starken Keeper André Borchers bereinigt. Auf der anderen Seite gelang dem Außenseiter noch vor der Pause die Vorentscheidung. Verantwortlich war Lukes Böhme, der in der 35. Minute nach einem „Durchstecker“ ins kurze Eck traf. Am 0:2-Pausenergebnis sollte sich bis zum Schlusspfiff nichts ändern. Tarmstedt rannte im zweiten Durchgang zwar noch mehr an und bekam vor allem in der Schlussphase einige klare Chancen, doch den Ball brachte der zunehmend verzweifelnde Favorit weiterhin nicht über die Linie.

TSV Oerel-Barchel - SV Sandbostel 1:3. Für den Pflichtsieg brauchten die Sandbosteler vor allem Geduld. Der Favorit konnte sich erst in den Schlussminuten durchsetzen. Zum Matchwinner avancierte der eingewechselte Julian Böschen, der in der 87. Minute und in der Nachspielzeit jeweils erfolgreich abstaubte. Die Vorarbeiten kamen von Moritz Haufler und Kevin Jordan. Zuvor taten sich die Gäste vor allem in der ersten Halbzeit schwer. Das lag am schwachen Zweikampfverhalten und den vielen Fehlpässen. „Es war ein sehr zerfahrenes Spiel von uns“, meinte der SV-Betreuer Sönke Holsten. Die Oereler machten es nicht viel besser, waren aber etwas torgefährlicher und gingen bereits früh durch Marcel Riggers (5.), der ein feines Zuspiel von Dominik Wiesehan verwertete, in Führung. Sechs Minuten später traf Arndt Dreyer nach einem Freistoß von Luca Poppe per Kopf zum Ausgleich. Danach ist lange wenig passiert. Sandbostels Auftritt blieb mühselig und die geschlossene Oereler Teamleistung, aus der der Keeper Melvin Fischer herausragte, brachte außer einigen Halbchancen nichts ein.

In der zweiten Halbzeit konnte der TSV noch einige Zeit mithalten. Der Gast bekam das Spiel aber zunehmend unter Kontrolle und wurde für den Mehraufwand schließlich belohnt. Die Enttäuschung hielt sich beim Oereler Betreuer Nicolai Sündermann in Grenzen: „Wir haben uns teuer verkauft und mit etwas Glück wäre vielleicht mehr drin gewesen. Doch der Sandbosteler Sieg ist verdient.“

FC Ummel - TSV Byhusen 1:1. Nach dem Abpfiff sackten die Teams je einen Punkt für den Klassenverbleib ein. Das Unentschieden ist für die Byhusener am Ende etwas glücklich, weil deren Ausgleich erst in der Nachspielzeit fiel. Der Treffer war aber ein ganz besonderer, denn als Torschütze glänzte der bei einem Freistoß aufgerückte Torwart Jan-Christoph Steffens mit einem wuchtigen Kopfball. Gästecoach Wolfgang Schaerffer beklagte zwei verschenkte Punkte: „Wir hatten deutlich mehr Spielanteile und die besseren Chancen.“ Für den Ummeler Betreuer ging das Unentschieden völlig in Ordnung: „Vor den Toren ist wenig passiert. Es gab viel Mittelfeldgeplänkel und es war mehr ein Kampfspiel.“ Ein Sonderlob verteilte Sievers an seinen sicheren und gut mitspielenden Keeper Henning Finke. Den ersten richtigen Aufreger in der Kellerpartie notierte der Beobachter in der 40. Minute. Nach einem Konter erzielte Lukas Maier mit einem überlegten Flachschuss von der Strafraumgrenze ins lange Eck die Ummeler Pausenführung.

Der zweite Durchgang verlief etwas spannender. Das lag vorrangig an den Gästen, die sich mit noch mehr Aufwand um den Gleichstand oder mehr bemühten. Die Aufholjagd erbrachte jedoch lediglich einen Pfostentreffer von Sören Burfeindt (60.), bis eben Jan-Christoph Steffens zuschlug. (db)

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Aufrufe: 02.3.2020, 12:30 Uhr
Bremervörder Zeitung / Dietmar BuckAutor

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