Die Auferstehung des FC Töss?

Zweitligist reagiert mit hochkarätiger Verstärkung auf den Massen-Rücktritt

Noch im November schien es schlecht um den FC Töss bestellt, nachdem zahlreiche Ur-Tössemer den Verein verlassen hatten. Nun dürfte wieder mit den Winterthurern zu rechnen sein. Gerüchten zufolge hat sich der Zweitligist nämlich massiv verstärkt. Unter den Neuen sollen so schillernde Namen wie Mirco Graf, Sedat Nuhiji oder Alessandro Arlotta sein.

Totgeglaubte leben länger, besagt ein Sprichwort. Was Ende Oktober wie der Todesstoss für Aufsteiger Töss anmutete - 15 langjährige Töss-Spieler verliessen den Verein aus Protest gegen die Wahl von Trainer Abramo D'Aversa -, könnte nun eine grosse Chance für den Zweitligisten werden.

"Die grosse Baggerschaufel ausfahren"

Man müsse nach dem Massen-Rücktritt auf die Rückrunde hin "die grosse Baggerschaufel ausfahren", hatte der neue Sportchef Domenico La Pietra damals im "Landbote" angekündigt. Das scheint der Verein in den letzten Wochen definitiv getan zu haben. Glaubt man nämlich Gerüchten, die FuPa Zürich aus verlässlichen Quellen zugetragen wurden, hat sich Töss schon vor dem Jahreswechsel die Dienste zahlreicher hochkarätiger Spieler gesichert, mit denen der Ligaerhalt für den Vorletzten der Zweitliga-Gruppe 2 wieder in greifbare Nähe rücken sollte.

So soll etwa Mittelfeldspieler Sedat Nuhiji (29) vom FC Uster zu den Winterthurern stossen. Vom SC Veltheim dürften Stammgoalie Alessandro Arlotta (31) und Verteidiger Filip Petronijevic (30) auf den Reitplatz wechseln. Bemerkenswert: Alle drei Spieler würden mit diesem Wechsel einen Aufstiegsaspiranten verlassen - Veltheim überwintert an der Spitze der Zweitliga-Gruppe 2, Uster liegt einen Punkt dahinter auf Rang 2 -, und das nach nur einem halben Jahr.

Verstärkung durch zahlreiche Ex-Seemer?

Sowohl Nuhiji als auch Arlotta und Petronijevic haben erst in der Sommerpause bei Uster respektive Veltheim angeheuert. Zuvor spielten alle drei bei Phönix Seen, dem vorherigen Arbeitgeber des jetzigen Töss-Trainers Abramo D'Aversa. Desselbe gilt für Verteidiger Denis Braun (26), der Phönix auf diese Saison hin in Richtung Thayngen verlassen hatte und nun vom Drittligisten ebenfalls zum FC Töss wechseln soll.

Ausserdem wird gemunkelt, dass Stürmer Mirco Graf (33), Torwart Ilir Rrustemi (30), Mittelfeldakteur Blerton Dauti (31) und Abwehrspieler Francesco Cirillo (31) direkt vom Seemer Lokalrivalen zur D'Aversa-Truppe stossen werden. Vor allem der wuchtige Vollblutstürmer Graf mit seiner langjährigen Erfahrung in der 1. Liga, der Promotion League und der Challenge League - und sogar einigen Super-League-Einsätzen für die Grasshoppers - dürfte eine wertvolle Verstärkung sein.

Nimmt Quarta seine Fussballschuhe vom Nagel?

Mit Alessandro Quarta (25) soll schliesslich ein weiterer Spieler mit 1.-Liga-Erfahrung reaktiviert werden. Der Innenverteidiger hatte bis vor drei Jahren beim FC Thalwil gespielt, ehe er seine Fussballschuhe vorübergehend an den Nagel gehängt hatte. Auch er spielte 2014/15 einst eine Saison lang unter D'Aversa bei Phönix Seen.

Aus dem eigenen A-Junioren-Team dürften die beiden 17-jährigen Talente Malick Ndoye und Francesco Caré zum Fanionteam stossen. Beide hatten im Vorrundenspiel gegen Brüttisellen-Dietlikon unmittelbar nach dem Massen-Rücktritt ihren Zweitliga-Einstand gegeben.

Remo Todesco kehrt zurück

Zurückkehren soll überdies Aufstiegstrainer Remo Todesco, der nach einem unbefriedigenden Saisonstart im September sein Amt niedergelegt hatte; allerdings nicht als Trainer des Fanionteams, sondern als Co-Trainer der A-Junioren, zusammen mit dem bisherigen Coach Enzo Guadagnino.

Auf die Gerüchte angesprochen, gibt sich Präsident Wolfgang Schickli bedeckt und will die Transfers weder bestätigen noch dementieren. Er betont einzig, dass es dem Verein sehr wichtig sei, den Ligaerhalt zu schaffen: "Diese Liga gibt uns die Möglichkeit, unseren A- und B-Junioren eine Perspektive aufzuzeigen, wohin ihr fussballerischer Weg führen kann. Ohne eine Mannschaft in der 2. Liga zu haben, werden wir diese Spieler an andere Winterthurer Zweitligisten verlieren."

Präsident Schickli will erst im Januar kommunizieren

Auch wenn der Ligaerhalt erklärtes Ziel für die Rückrunde sei, so wolle man nur solche Spieler verpflichten, "die unabhängig vom Verlauf der Rückrunde auch in der Saison 2022/23 die Farben des FC Töss 1906 tragen". Eine offizielle Kommunikation zu Personalfragen werde erst im Januar 2022 im Rahmen des Transfer-Fensters erfolgen, so Schickli.

Wenn an den Gerüchten was dran ist - und davon kann man ausgehen -, wird der FC Töss, statt auseinanderzufallen, gestärkt und vor allem verstärkt aus der Krise zurückkehren.

Aufrufe: 015.12.2021, 09:57 Uhr
Sandra TrupoAutor