– Foto: Beate Pauli

Interpretationssache

Manche Dinge kann man drehen und wenden. Das macht auch ein Blick auf die Zahlen deutlich, vor dem Duell zwischen dem TSV Gera-Westvororte und dem FC Thüringen Weida.

Mit den Statistiken ist es oft so eine Sache. Zahlen lügen nicht, soviel ist sicher. Aber die Interpretation obliegt dann immer noch jedem selbst. So könnte man durchaus konstatieren, dass der Tabellenzweite vom FC Thüringen Weida von den letzten fünf Spielen "nur" zwei gewonnen hat.

SG Westvororte
0:2
SG FC Th. Weida

Weidas Trainer, Hendrik Penzel, interpretiert das Zahlenwerk aber etwas anders. „In Statistiken kann man immer etwas Positives und Negatives suchen. Ich bin da eher positiv eingestellt. Wir haben in 19 Spielen nur dreimal verloren und haben in den letzten vier Spielen ein Gegentor bekommen. Über den Saisonverlauf erwarten jetzt viele von außerhalb, dass wir gegen einen Großteil der Mannschaften einfach gewinnen müssen. Aber in der Thüringenliga gibt es keine Laufkundschaft und das ist Woche für Woche harte Arbeit“, beschreibt Penzel die gestiegene Erwartungshaltung.

Dort kann alles passieren

Zu dieser Erwartungshaltung, die man sich auch erarbeiten und verdienen muss, gehört auch, dass der FC Thüringen Weida am Samstag als Favorit in das Derby gegen den TSV Gera-Westvororte geht. „Die Spiele bei Westvororte sind immer sehr eigen. Das weiß ich selbst noch aus meiner aktiven Zeit. Dort kann alles passieren. Wir stellen uns auf ein Spiel ein, indem keine Mannschaft verlieren möchte. Westvororte will sich Luft verschaffen, wir wollen oben dran bleiben“, beschreibt Penzel die Ausgangslage vor dem Duell.

Gegner Westvororte ging beim wichtigen Spiel am vergangenen Mittwoch in Ehrenhain leer aus und verpasst damit einen echten Big-Point. "Wir waren uns vor dem Spiel bewusst, dass wir punktechnisch ganz okay dastanden, aber eben auch in den Nachholspielen punkten müssen. Jetzt haben wir uns wieder richtig in den Abstiegskampf reinziehen lassen. Wir hätten am Mittwoch einen großen Schritt gehen können. Das haben wir nicht geschafft“, sagt Westvororte-Coach Philipp Schlebe. „Jetzt heißt es weiter Gas geben, weil wir Punkte benötigen und uns nicht ausruhen können. Von daher ist die Tabellensituation schon prekär, aber wir lassen uns da nicht verrückt machen, glauben an uns und verfallen nicht in Panik“, so der Trainer weiter.

Keine einfachen Gegentore

Dafür gilt es erstmal das Hauptaugenmerk auf die Defensive zu legen, bestätigt Schlebe, der von seiner Mannschaft die Grundtugenden einfordert. Zwei Gegentore pro Spiel sind auf Dauer zu viel, um die nötigen Zähler einzukassieren. „Wir müssen unsere Grundtugenden auf den Platz kriegen und die einfachen und dummen Gegentore verhindern. Es geht darum, mit allem was wir haben zunächst das Tor zu verteidigen und dann nach vorne Akzente zu setzten. Wenn wir wie zuletzt in jedem Spiel zwei Gegentore bekommen, ist es in der Thüringenliga schwer etwas Zählbares mitzunehmen. Weida kommt als Favorit. Wir wollen hinten erstmal sicher stehen, um solide in die Partie reinzukommen“, meint Schlebe.

Für ihn und seine Mannschaft war aufgrund der englischen Woche in den jüngsten Einheiten vor allem Regeneration angesagt. Der Physio hatte alle Hände voll zu tun und die Spieler taten auch nebenher alles, um kleinere Wehwehchen bis zum bevorstehenden Spiel in den Griff zu kriegen. Insofern hat die hohe Schlagzahl, mit drei Spielen in einer Woche, bisher nicht für zahlreiche Ausfälle bei Schlebes Team gesorgt.

Aufrufe: 013.5.2022, 17:00 Uhr
Felix BöhmAutor