Ein gewohntes Bild: Niko Wohlmann beim Torabschluss. In 284 Spielen seit 2010 traf er 229 Mal.
Ein gewohntes Bild: Niko Wohlmann beim Torabschluss. In 284 Spielen seit 2010 traf er 229 Mal. – Foto: Simon Tschannerl/Archiv

Eine Rotsperre als Glücksfall

Niko Wohlmann schießt seit jeher in der Bezirksliga Tore am Fließband. Er träumt von der Landesliga mit dem FC Thalmassing.

Die Bilanz liest sich herausragend. In 284 Ligaspielen seit 2010 erzielte Niko Wohlmann 229 Tore und steuerte 40 Assists hinzu. Sein größter bisheriger Erfolg im Herrenbereich durfte der Torjäger allerdings bereits 2008 feiern. Obwohl Wohlmann damals noch in der U19 spielberechtigt war, sammelte er bereits regelmäßig Einsätze in der Herrenmannschaft des FC Thalmassing und durfte mit seinem Heimatverein den Sprung in die Bezirksoberliga feiern.

Doch auch der junge Torjäger konnte damals nicht verhindern, dass es nach nur einer Saison wieder zurück in die Bezirksliga ging. Dort ist der FC Thalmassing der Liga-Dino! In 16 Jahren sammelte man in 453 Spielen bei einem Torverhältnis von 905:657 insgesamt 756 Punkte. Auf Rang zwei der Ewigen Tabelle folgt Hainsacker mit 539 Zählern. Einen großen Anteil an den Erfolgen hatte und hat Torjäger Niko Wohlmann, der seit Sommer 2021 als spielender Co-Trainer fungiert.

In der F-Jugend begann Wohlmann mit dem Fußballspielen beim FCT. Anschließend ging es für den inzwischen 32-jährigen Familienvater für zwei Spielrunden zum SSV Jahn. Trainer der damaligen C-Jugend war Martin Reißer. „Blockschule in Stuttgart und Spieler beim SSV Jahn. Das ging aber auf Dauer allerdings nicht“, blickt Wohlmann zurück. Ab der U17 spielte er deswegen wieder für die Roosters. Im letzten A-Jugend-Jahr stand er bereits regelmäßig im Kader der Ersten, erlebte sowohl den Aufstieg als auch den bitteren BOL-Abstieg mit. Trotz des Abstiegs erinnert er sich gerne an die Spielrunde in der Bezirksoberliga zurück. „Wir spielten gegen Cham, Weiden, Burglengenfeld, Fortuna oder Ammerthal. Legendär waren die Busfahrten zu den Auswärtsspielen. Bis zum letzten Spieltag hatten wir die Chance auf den Liga-Verbleib. Leider hat es dann nicht ganz gereicht.“

Seitdem geht Wohmann mit dem FC in der Bezirksliga Süd auf Torejagd. Mit Ausnahme der Saison 2016/17. „Das Trainerdasein hat mich schon immer interessiert. Gemeinsam mit Markus Stubenrauch übernahm ich daher in der Spielrunde 2016/17 das Spielertraineramt beim Kreisklassisten TuS Pfakofen.“ In 25 Partien gelangen Wohlmann 30 Treffer. Insgesamt erzielte der TuS 86 Tore. Jedoch reichten 53 Zähler nicht zum Aufstieg. Köfering (61) und Oberisling (56) schafften den Sprung in die Kreisliga. Wohlmann wechselte zurück zu seinem Heimatverein, avancierte sofort wieder zum Torjäger. Als Trainer stellte er sich übrigens auch bei der JFG Haidau zur Verfügung. Dort wird unter anderem der Nachwuchs der Thalmassinger ausgebildet. Seit Saisonbeginn ist Niko Wohlmann als spielender Co-Trainer aktiv. „Cheftrainer Matthias Eisenschenk bezieht mich in die Planungen voll mit ein. Bei uns im Verein herrscht ein tolles Miteinander. So sind auch die beiden Herrenteams hervorragend mit einander verzahnt.“

In seiner neuen Rolle fühlt sich Wohlmann äußerst wohl. Mit Blick auf die Zeit nach der aktiven Karriere hat er bereits den Trainerschein fest ins Auge gefasst. Im Dezember musste sich Wohlmann einer Sprunggelenk-Operation unterziehen. Im Frühjahr möchte er wieder voll angreifen. „Auch in der nächsten Saison will ich auf dem Platz stehen. Mir ist aber auch bewusst, dass viele junge Talente nachrücken. Der ein oder andere hat das Potenzial, irgendwann meinen Platz einzunehmen.“

Bereits zwei Mal wurde Niko Wohlmann (vorne) Torschützenkönig in der Bezirksliga Süd.
Bereits zwei Mal wurde Niko Wohlmann (vorne) Torschützenkönig in der Bezirksliga Süd. – Foto: Markus Schmautz


Als Kind von Traurigkeit kann Nikolaus Wohlmann sicherlich nicht bezeichnet werden. Er muss viel einstecken, kann aber auch austeilen. In den 284 Spielen seit 2010 kassierte er 80 Mal Gelb, sechs Mal Gelb-Rot und sechs Mal Rot. An eine der roten Karten erinnert er sich sogar gerne zurück. Sie sollte sein Leben nachhaltig prägen und verändern. „Im Jahr 2007 lernte ich im Zuge einer Rotsperre nämlich meine jetzige Frau Melanie kennen. Ihr Onkel Harry Stöhr war damals mein Trainer.“ Seit ein paar Monaten sind die beiden Vollblutsportler Eltern eines Sohnes. Vielleicht wird Luis ja der Thalmassinger Torjäger der Zukunft.

Beim FC hat sich Niko Wohlmann schon immer sehr wohl gefühlt. „Hier habe ich meine Freunde. Der eine oder andere enge Freund hat bereits aufgehört, hat allerdings eine Funktion im Verein übernommen oder ist sonst irgendwie treu geblieben.“ Ein Wechsel in die Landesliga wäre einige Male möglich gewesen. Doch Wohlmann nahm keine der Offerten an. „Ich wollte einfach nicht alles beim FCT aufgeben, nur um eine Liga höher zu spielen.“ Bereut hat er seine Entscheidung nicht. Seine Frau Melanie unterstützt ihren Niko immer noch regelmäßig vom Spielfeldrand aus. Umgekehrt ist es aber genauso. „Melanie spielte in der Bayernliga für die SG Mintraching-Neutraubling Handball. Natürlich feuere ich sie vom Spielfeldrand aus an.“

In den Spielrunden 2010/11 und 2018/19 wurde Niko Wohlmann jeweils Torschützenkönig der Bezirksliga Süd. In der aktuellen Saison gelangen ihm 15 Tore in 20 Einsätzen. Und die Ziele von Wohlmann sind ehrgeizig: „Mit 36 Punkten liegen wir nur fünf Zähler hinter dem Zweiten vom FC Kosova zurück. Wir werden nach der Winterpause nochmal voll angreifen, wollen Zweiter werden!“ Der Traum von der Landesliga lebt. Gleich nach der Winterpause stehen vorentscheidende Partien gegen den Dritten Sulzbach und den Tabellenführer Roding an. „Wir werden uns bestmöglich vorbereiten“, verspricht „Co“ Wohlmann.

Aufrufe: 08.1.2022, 12:18 Uhr
Markus SchmautzAutor

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