Jochen Freidhofer konnte als Trainer einige Meisterschaften feiern - so wie hier 2018 den Kreisligatitel mit dem FC Teisbach, mit dem er seitdem in der Bezirksliga für Furore sorgt.
Jochen Freidhofer konnte als Trainer einige Meisterschaften feiern - so wie hier 2018 den Kreisligatitel mit dem FC Teisbach, mit dem er seitdem in der Bezirksliga für Furore sorgt. – Foto: Alfred Brumbauer

Meine Top-Elf: Jochen Freidhofers Phänomene und Kultspieler

Teisbachs Coach Jochen Freidhofer hat gewählt! Und präsentiert uns die Top-Elf seiner Trainerkarriere +++ "Kenne keinen torgefährlicheren Spieler als Christian Brandl"

Im Laufe einer langen Fußballer-Karriere trifft man den einen oder anderen besonderen Menschen, mit dem man gemeinsam auf dem Platz um Punkte kämpft. Wir lassen in der neuen FuPa-Serie "Meine Top-Elf" ab sofort Spieler und Trainer zu Wort kommen, die ihre elf Akteure vorstellen, die bei ihnen nachhaltig Eindruck hinterlassen haben - egal ob sportlich oder gesellschaftlich. Diesmal blickt der Coach des West-Bezirksligisten FC Teisbach, Jochen Freidhofer (47), auf die herausragenden Spieler seiner bislang über 20 Jahre langen Trainerkarriere zurück.

"In meinen 21 Jahren als Seniorentrainer könnte ich sicherlich mindestens vier Top-11-Mannschaften auflisten und entschuldige mich jetzt schon bei vielen Spielern, die eine Nennung mehr als verdient gehabt hätten. Ich habe mich nur auf meine Stationen als Trainer konzentriert und nicht auf meine Zeit als Spieler in Dingolfing und Landshut. Ansonsten hätte die Liste sicherlich ein anderes Gesicht, denn sowohl beim FCD als auch bei der "Spiele" habe ich mit sensationellen Spielern zusammenkicken dürfen", so Freidhofers Start-Plädoyer.



Tor:
Markus Vesely (SpVgg Niederaichbach): "Ich hatte bzw. habe immer tolle Keeper in meinen Teams. In meinen Augen war 'Vesy' jedoch der Kompletteste von allen. Angefangen von der Strafraumbeherrschung über die fußballerischen Fähigkeiten bis hin zum Abwehren von Bällen. Auch heute noch ist er in der Bezirksliga West eine herausragende Figur und nebenbei auch abseits des Platzes ein toller Typ."

Abwehr:
Alois Windisch (FC Aiterhofen-Geltolfing): "Den 'Lois' konnte ich nach dem Aufstieg in die Bezirksliga zum FC Wallersdorf lotsen. Er hat sofort Verantwortung für den Defensivbereich übernommen (damals noch als Libero) und war maßgeblich am Aufstieg in die Bezirksoberliga beteiligt. Mittlerweile ist er sogar in die Trainerkarriere eingestiegen und hatte auch hier viele Erfolge. Menschlich überragend und wir stehen noch regelmäßig in Kontakt."

Franz Vaitl (zuletzt SV Salching): "Franz wurde von mir nach seinen Wechsel von Salching nach Wallersdorf zum Abwehrspieler umfunktioniert. Dabei entwickelte er sich in meinen Augen zu einem überragenden Spieler, sowohl in der Bezirksliga als auch später in der Bezirksoberliga. Trotz eines Kreuzbandrisses hat er relativ schnell seine Form wiedergefunden und war immer ein unverzichtbarer Spieler in meinen Teams. Jetzt liegt sein Fokus auf seiner Familie, was auch sehr wichtig ist."

Christoph Laimer (FC Dingolfing): "Hat beim FC Teisbach bereits als A-Jugendlicher sofort einen Stammplatz in der Defensive erreicht und war trotz seines jungen Alters zwei Jahre lang ein absoluter Leistungsträger. Das Vertrauen hat er immer mehr als zurückgezahlt und ich wünsche ihm noch alles erdenklich Gute für seine weitere Spielerlaufbahn, die sicher noch viele Jahre andauern wird."

Mittelfeld:
Andreas Huber (ETSV Hainsbach): "Ist in meiner Zeit in Hainsbach immer vorangegangen und war sowohl sportlich als auch kameradschaftlich ein absoluter Leader. Leider hat er sich kurz vor der BOL-Relegation im Training schwer verletzt und konnte daher damals nicht mehr mithelfen, den Abstieg zu vermeiden. Heute ist er mehr im Gebirge unterwegs, aber wenn wir uns treffen bzw. hören, ist es immer eine große Freude für mich."

Grzegorz Derek (FC Teisbach): "In meinen Augen ein Phänomen. Trotz seines mittlerweile hohen Alters sprüht er nur so vor Spielfreude und technischem Können. In meiner jungen Mannschaft ein absolutes Vorbild und ich hoffe, dass er seinen 'Heimatverein' in Deutschland noch lange unterstützen kann. Charakterlich habe ich nur wenige Spieler kennengelernt, die ihm in dieser Beziehung das Wasser reichen können.

Christian Brunner (TV Schierling): "Ein kompletter Spieler mit einer sehr hohen Effektivität. Zu meiner Zeit in Schierling war er - neben vielen anderen herausragenden Spielern - ein sehr wichtiger Bestandteil im Mittelfeld. Seine Stärke bei Standardsituationen war teilweise unglaublich und hat zu sehr vielen Toren geführt. Mittlerweile lässt er es ein bisschen ruhiger angehen, aber ich habe ihn erst wieder zur 100-Jahr-Feier beim TVS gesehen."

Tobias Weinzierl (FC Wallersdorf): "Der 'Maler' ist der Spieler in meiner langen Trainerkarriere, der mit großem Abstand die meisten Kilometer pro Spiel abgespult hat. Er wurde nie müde, hat das Team immer wieder angetrieben und war für mich ein absoluter Kultspieler in Wallersdorf. Aber auch fußballerisch hatte er nur sehr wenige Schwächen, ich bin heute noch sehr stolz darauf, dass ich mich sein Trainer nennen durfte."

Sturm:
Florian Wischinski (SpVgg Niederaichbach): "Während meiner Zeit in Oabo der Dreh- und Angelpunkt in der Offensive. Auch neben dem Platz hat er sehr großen Einfluss und war immer sehr loyal zu mir. Seine Trefferquote in den letzten Jahren spricht für sich, an einem guten Tag ist er nicht zu halten. Noch wichtiger ist mir aber, dass sich eine tolle Freundschaft entwickelt hat und wir wöchentlich in regelmäßigem Kontakt stehen. Seine Meinung ist mir auch heute noch sehr wichtig."

Christian Brandl (FC Walkertshofen): "Darf in dieser Auflistung natürlich nicht fehlen. Bei meinem größten sportlichen Erfolg (Landesligaaufstieg mit dem TV Schierling) hatte der 'Gange' eine absolute Schlüsselrolle. Ich kenne keinen torgefährlicheren Spieler als ihn und er hat in seiner Karriere jede Mannschaft ein großes Stück besser gemacht. Auch mit ihm pflege ich noch regelmäßig Kontakt und hoffe, dass er bald wieder schmerzfrei spielen kann."

Franz Gruber (FC Teisbach): "Steht noch am Beginn seiner Karriere. Ein definitiv kompletter Spieler, der fast alle Positionen ausfüllen kann und dies auch ohne Murren macht. Im Sturm ist er sicherlich am Effektivsten und hier hat er die letzten zweieinhalb Jahre einen sehr großen Anteil am Teisbacher Höhenflug. Charakterlich und kameradschaftlich ist er für meinen jetzigen Verein einfach unersetzlich und auch sportlich wird er nach seiner Verletzung wieder für Furore sorgen."


Jochen Freidhofer hat in seiner über 20-jährigen Trainerkarriere einige herausragende Spieler betreut.
Jochen Freidhofer hat in seiner über 20-jährigen Trainerkarriere einige herausragende Spieler betreut. – Foto: Alfred Brumbauer


Zur Person:
Jochen Freidhofer kickte als Spieler im Nachwuchsbereich des FC Dingolfing, ehe er 1989 als 17-Jähriger in die USA auswanderte und dort in verschiedenen Collegemannschaften aktiv war. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland lief er von 1995 bis 1999 wieder für den FC Dingolfing auf, ehe der damals 27-Jährige 1999 beim FC Teisbach seine erste Trainerstation antrat und den Klub als spielender Chefanweiser auf Anhieb in die Kreisliga führte. Nach einem Jahr nur als Spieler beim FCT und der SpVgg Landshut kehrte er im Sommer 2002 an den Erlenweg zurück und coachte die Dingolfinger Vorstädter zwei weitere Spielzeiten. 2004 übernahm Freidhofer dann den FC Wallersdorf, mit dem er gleich in der ersten Saison den Aufstieg in die Bezirksliga schaffte. Nach vier Jahren verließ er den FCW in Richtung TV Schierling, wo er mit der Meisterschaft in der Bezirksoberliga und dem damit verbundenen Aufstieg in die Landesliga den bis heute größten Erfolg seiner Trainerlaufbahn feierte, direkt danach aber abdankte.

In der darauffolgenden Spielzeit heuerte Freidhofer dann im Lauf der Rückrunde beim damaligen Bezirksoberligisten ETSV Hainsbach an, den er jedoch nicht mehr vor dem Gang in die Bezirksliga bewahren konnte. Dort blieb der Dingolfinger bis September 2011, als er seinen Hut nehmen musste und nur zwei Wochen später zum Ligakonkurrenten FC Wallersdorf zurückkehrte. Von 2014 bis 2016 coachte Freidhofer dann die SpVgg Niederaichbach, ehe er sich ein halbes Jahr Pause gönnte und zur Rückrunde der Saison 2016/17 dann beim Dingolfinger Kreisklassisten FC Ottering in die Bresche sprang. Seit 2017 steht Freidhofer wieder beim FC Teisbach, mit dem er erneut auf Anhieb den Bezirksligaaufstieg realisieren konnte, auf der Kommandobrücke.


7441 Aufrufe19.4.2020, 13:30 Uhr
Tobias WittenzellnerAutor

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