Dominik Schwarz steht seit ein paar Monaten auf der Kommandobrücke des FC Sturm Hauzenberg
Dominik Schwarz steht seit ein paar Monaten auf der Kommandobrücke des FC Sturm Hauzenberg – Foto: Robert Geisler

Schwarz: »In Hauzenberg wird der Fußball noch richtig gelebt«

Der Sturm-Übungsleiter zieht eine erste Zwischenbilanz - die überwiegend positiv ausfällt

Vor seinem Engagement beim FC Sturm Hauzenberg coachte der frühere Bayernliga-Fußballer Dominik Schwarz den SV Hutthurm und den FC Salzweg. Seit diesem Sommer bildet der 38-jährige Realschullehrer gemeinsam mit Alexander Geiger (36) eine Trainer-Doppelspitze bei den Staffelbergern. Wir haben uns mit dem in Hutthurm lebenden Blondschopf über den bisherigen Saisonverlauf von Wiesmaier, Manzenberger & Co. unterhalten.

Irgendwann lügt die Tabelle bekanntlich nicht mehr. Rang fünf liest sich nicht schlecht, dennoch seid ihr nach 15. Spieltagen bereits 14 Zähler hinter Spitzenreiter Weiden und sechs Punkte hinter der zweitplatzierten Fortuna aus Regensburg zurück. Die Saison verläuft bislang sehr ordentlich, für ganz vorne reicht es aber nicht. Würdest du diese Aussage bestätigen?
Dominik Schwarz (38): Das kann man in etwa schon so formulieren. Wir sind im Sommer mit einem großen personellen Umbruch im Kader gestartet und die Mannschaft hat unsere Vorgaben über weite Strecken wirklich gut umgesetzt . Trotzdem sind wir natürlich auch ehrgeizig und ambitioniert, möchten den maximalen Erfolg erreichen. Speziell in den letzten beiden Spielen haben wir einige taktische Basics nicht gut gemacht und deshalb gegen Mannschaften aus dem unteren Tabellenbereich nur einen Punkt geholt. Das hat uns mächtig gewurmt und wir müssen schnellstmöglich wieder in die Erfolgsspur zurückkehren.


Welche Dinge habt ihr denn beim 0:3 gegen Bad Kötzting und dem 3:3-Remis beim Tabellenvorletzten Straubing denn nicht gut gemacht?

Einerseits müssen wir einen zu großen Aufwand betreiben, um Tore zu machen und brauchen dafür zu viele Chancen. Den Knipser, der in der Saison 15 bis 20 Buden macht, haben wir momentan leider nicht in unseren Reihen. Zuletzt war aber auch unsere Restverteidigung und das Gegenpressing nach Ballverlust schlecht, wodurch wir absolut vermeidbare Konter-Gegentore bekommen haben. Das darf eine etablierten Landesliga-Mannschaft in der Häufigkeit einfach nicht passieren.


Viele Insider sagen, dass die Landesliga Mitte etwas an sportlichem Niveau eingebüßt hat. Siehst du das ähnlich?
Weiden ist das Nonplusultra der Liga. Der Tabellenführer hat eine Top-Mannschaft, die ganz vorne einsam ihre Kreise zieht. Dahinter haben Fortuna Regensburg und Ettmannsdorf am meisten Qualität. Zwischen Platz 4 und 15 kann dann fast jeder jeden schlagen. Ob das Niveau gegenüber den letzten Jahren besser oder schlechter geworden ist, mag ich nicht beurteilen.


Seit vier Monaten bist du beim FC Sturm Hauzenberg tätig. Wie gut hast du dich bei den Staffelbergern bereits eingelebt?

Sehr gut. Ich wusste, dass ich zu einem top geführten Verein komme, aber meine Erwartungen wurden sogar noch übertroffen. Beim FC Sturm engagieren sich unglaublich viele Leute und es ist alles bestens organisiert. So etwas habe ich in der Form noch nicht erlebt und in Hauzenberg wird der Fußball noch richtig gelebt. Es gibt nur ein kleines Manko.


Und das wäre?

Ein Naturrasen-Trainingsplatz oder eine Flutlichtanlage im Stadion fehlt. Ohne diesen Makel wäre wirklich alles nahezu perfekt.

Schwarz und Alexander Geiger fungieren als gleichberechtigtes Trainer-Duo
Schwarz und Alexander Geiger fungieren als gleichberechtigtes Trainer-Duo – Foto: Robert Geisler



Wie klappt die Zusammenarbeit mit Alexander Geiger? Ihr seid ja ein gleichberechtigtes Trainer-Duo...

Die Zusammenarbeit zwischen Alex und mir klappt wirklich hervorragend. Wir teilen uns die Aufgaben gut auf. Ich bin wirklich positiv überrascht und bin froh, den Schritt getan zu haben.


Wie kann man sich die Aufgabenverteilung vorstellen?
Ich bin beispielsweise für die Vorbereitung und die Einstellung auf den jeweils kommenden Gegner zuständig. Alex, der ja als Spielertrainer fungiert, übernimmt die Spiel-Nachbereitung und die dafür bei uns dazugehörende Video-Analyse. Es gibt natürlich auch Situationen, wie beispielsweise in der Halbzeitpause, in der wir auch beide etwas sagen. Grundsätzlich sind die ganzen Themenfelder aber gut verteilt und jeder kennt seine Aufgaben. Unabhängig davon sind wir aber immer im engen Austausch, denken in vielen Dingen gleich und sprechen gegenüber der Mannschaft eine gemeinsame Sprache.


Was ist in der Spielzeit 2021/2022 noch drin für den FC Sturm Hauzenberg?

Wie ich bereits erwähnt habe, müssen wir jetzt erst einmal umgehend in die Erfolgsspur zurückkehren. Wir werden nicht mehr in den Abstiegskampf verwickelt werden - so selbstbewusst können wir sein. Aber um den zweiten Platz im Blickfeld behalten zu können, braucht es noch mehr Konstanz und die notwendigen Ergebnisse. Für die ganze Motivation wäre es sehr wünschenswert, wenn wir weiter auf Tuchfühlung bleiben könnten. Mit einem Heimsieg gegen Neutraubling wäre ein erster Schritt dafür gemacht.

Aufrufe: 014.10.2021, 09:45 Uhr
Thomas SeidlAutor

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