Milton Tembo hat sich beim FC Straß gut eingeführt.   F.: M. Kroha
Milton Tembo hat sich beim FC Straß gut eingeführt. F.: M. Kroha

Dachdecker am Straßer Kupferdach

Milton Tembo ist ein Vorbild und will mit seinem neuen Verein erfolgreich sein

Nach seinem ersten Tor im ersten Saisonspiel für seinen neuen Verein FC Straß ließ Milton Tembo seine Hüften schwingen. Erst tanzte der gebürtige Sambier im Spiel gegen den TSV Pfuhl am vergangenen Sonntag einen Gegenspieler aus, um dann den Ball zum zwischenzeitlichen 2:1 im Tor unterzubringen.

Anschließend bittet er seine Mannschaftskameraden zum afrikanischen Tänzchen. „Chu Chu Chu“, bejubeln ihn seine Mitspieler und rufen immer wieder seinen Spitznamen, den er seit seiner Zeit beim SSV Ulm 1846 trägt, für den er in 114 Spielen 45 Tore erzielt hatte. „Der Tanz war nicht geplant. Ich habe mich einfach so sehr gefreut, dass ich ein Tor für meinen neuen Club gemacht habe.“

In der vergangenen Saison war Tembo noch für den SV Offenhausen auf Torejagd gegangen. Doch nach dem Abstieg des SVO in die Kreisliga B war der neunmalige sambische Nationalspieler offen für eine neue Herausforderung beim A-Kreisligisten FC Straß. Sein Arbeitergeber, Chef eines Neu-Ulmer Bedachungsunternehmens und gleichzeitiger Teamkollege, Harald Schwarzmann, habe den Wechsel in die Wege geleitet. „Er hat gefragt, was ich nächstes Jahr mache. Ich wusste es noch nicht und er hat mir den FC Straß schmackhaft gemacht. Die Fans haben mich dort so herzlich begrüßt, ich war begeistert“, erzählt der angestellte Dachdecker von seinem „Welcome“ am Straßer Kupferdach.

Begeistert scheint auch sein Trainer Alexander Wagner von ihm zu sein: „Er war fast immer im Training und ist ein richtig netter Mensch.“ Sein Trainingsfleiß ist ihm auch äußerlich anzusehen. In der Vorbereitung hat Tembo 15 Kilogramm verloren: „Ich muss viel trainieren, um fit zu werden. Ich will der Mannschaft helfen und es macht Spaß mit den Jungs.“ Mit seinen 32 Jahren ist er der zweitälteste im Team und sieht sich deshalb als Vorbild für die jungen Spieler. Der Straßer Torwart Philipp Behringer lobt seinen neuen Kollegen: „Tembo ist ein klasse Typ. Ballsicher, routiniert und witzig. Er lacht viel.“

Seine Funktion als Vorbild im Fußballgeschäft erfüllt der dreifache Familienvater aus Unterelchingen seit kurzem auch als Trainer der Bambini vom SV Oberelchingen, bei dem sein fünfjähriger Sohn Toni das Kicken begonnen hat. Einen Wechsel nach Oberelchingen schließt er für sich jedoch vorläufig komplett aus. „Ich will jetzt mit dem FC Straß erfolgreich sein. Warten wir einmal die ersten Spiele ab. Wenn es gut läuft, können wir vielleicht sogar oben mitspielen.“

Die eine oder andere Liga weiter oben würde Milton Tembo sicher gerne noch spielen, aber nicht um jeden Preis: „Meiner Familie muss es gut gehen. Meine Kinder sind hier geboren. Da kann ich nicht zum Fußball nach Berlin gehen.“ Wichtig ist für den Stürmer der Spaß am Fußball. Und wer so die Hüften schwingen lässt wie Milton Tembo, der hat mit Sicherheit viel Spaß.

Aufrufe: 024.8.2013, 07:55 Uhr
Neu-Ulmer Zeitung / Michael KrohaAutor