Marco Puz
Marco Puz – Foto: Olaf Kapell

„Es nicht immer leicht, sich auf die jeweiligen Aufgaben einzustellen

Marco Puz und der FC Spandau sind eine Wundertüte in dieser Landesloga-Saison. Doch nach den unruhigen Zeiten zählt nur der Klassenerhalt - auch wenn er häufig nicht auf „seiner“ Position spielt

Ein Interview von Marcel Peters - https://www.facebook.com/AmateurberichterstattungMarcelPeters/ - regelmäßig Berichte über Berliner und Brandenburger Amateurfußballer oder Vereine. Gesprächspartner: Marco Puz, #472

Marco, vergangene Woche habe ich mit einem Spieler vom S.D. Croatia gesprochen und habe das Team als Wundertüte bezeichnet. Bei euch könnte ich es getrost genauso benennen. Am Wochenende habt ihr gegen den zuletzt am Boden liegenden 1.FC Lübars verloren. Wie konnte es dazu kommen?

Wundertüte passt gut. Wir dominieren die Gegner, nutzen aber unsere Torchancen nicht die das Eis brechen würden. Wir gelangen dann in Phasen, wo wir den Gegner stark machen und wir dem Druck dann nicht mehr standhalten können. Gerade bei Auswärtsspielen ist das häufig der Fall, so war es auch an diesem Wochenende mal wieder.

Was fehlt der Mannschaft, um diese Schwäche abzustellen?

Schwierige Frage. Ich würde sagen, dass wir die Konzentration über 90 Minuten besser halten müssen, um nicht die Dominanz aus der Hand zu geben, die wir uns geschaffen haben.

Jetzt pendelt man so ein bisschen zwischen Gut und Böse, oder muss der Blick definitiv noch nach unten gerichtet werden?

Der Blick ist definitiv noch nach unten gerichtet, denn das Ziel der Saison war und ist der Klassenerhalt.

In den letzten Jahren war viel Unruhe im Verein. Wäre der sportliche Klassenerhalt ein wichtiges Zeichen, um auch langfristig wieder in ruhigere Fahrwasser zu schippern?

Definitiv. Damit zeigen wir ganz Berlin, dass wir uns niemals aufgegeben haben und auch nicht werden beim FC Spandau 06, trotz der Unruhen der letzten Jahre, ob mit oder ohne finanziellen Mitteln. Der Verein ist auf dem besten Wege sich zu erholen und stärker aus der Sache raus zu kommen, das merkt man auch intern bei Präsidium.

Bist du auch deswegen zurück nach Spandau gegangen, um deinen Teil auf diesem steinigen Weg beizutragen?

Ja genau, das war der Grund. Und ich bereue diese Entscheidung keinesfalls. Ich bin glücklich darüber, mich dieser Herausforderung gestellt zu haben.

Schon etwas vorweggegriffen, aber könntest du dir vorstellen bei Spandau 06 alt zu werden oder reizt dich auch nochmal ein Wechsel?

Vorstellen kann ich mir das schon, doch es gibt auch Anfragen von anderen Clubs der Landesliga. Ob ich Lust auf Veränderung habe, entscheide ich zum Sommer, solange fokussiere ich mich auf unser Ziel nicht abzusteigen.

So wie es aussieht, kann die Saison, trotz der ganzen Umstände mit dem Corona-Virus, sportlich beendet werden. Könnten trotzdem Ausfälle in dieser Hinsicht euer Ziel Klassenerhalt noch gefährden?

Nein denke ich nicht, da die Qualität des Kaders zu stark ist, um am Ende unter dem Strich zu landen.

Welche persönlichen Ziele treiben dich in dieser Saison noch an?

Zehn Saisontore zu erzielen und gesund zu bleiben, um gegen den Abstieg mit der Mannschaft zu kämpfen.

Mit bisher drei Treffern aber doch ein sehr ambitioniertes Ziel. Woran musst du arbeiten, dass das noch klappt?

Dieses Jahr steht die Mannschaft im Vordergrund und nicht ich als Person, deswegen spiele ich auf den Positionen, die mir der Trainer vorgibt. Auch wenn das nicht immer als Stürmer war, habe ich das angenommen, es war aber schwieriger ein Tor zu erzielen. Trotzdem ist das ein Ziel. Ziele sollte man sich setzten, auch wenn es nicht ganz so klappen könnte.

Ist es auch wichtig heutzutage „polyvalent“ einsetzbar zu sein?

Ja auf jeden Fall. Gerade in dieser Zeit, wo es viele Ausfälle durch Krankheiten gibt. So hat der Trainer auch mehrere Möglichkeiten die Spieler auf verschiedenen Positionen aufzustellen.

Konntest du auf einer anderen Position auch noch etwas dazu lernen, eventuell auch etwas für dich als Stürmer?

Ich finde, jede Position hat seine eigenen Laufwege und Aufgaben. Es ist schwer zu sagen, aber auf jeden Fall ist es nicht immer leicht, sich auf die jeweiligen Aufgaben einzustellen. Aber ich gebe mir Mühe.

Aufrufe: 016.2.2022, 13:24 Uhr
Marcel PetersAutor