
Raffael Ascher spielte bereits zu Kreisklassen-Zeiten beim FC SF Schwaig. Auch in der Bayernliga trifft der Stürmer wie am Fließband.
Schwaig – Sommer, Sonne und Fußball steht für die meisten Mannschaften an, die sich schon mitten im alltäglichen Ligabetrieb befinden – so auch die Sportfreunde Schwaig. Erstmals in der Vereinsgeschichte startete der Fußballklub aus der Gemeinde Obererding in der Bayernliga. Und legte einen starken Start hin. Auf den turbulenten Bayernliga-Auftakt (4:5-Niederlage gegen Landsberg) folgten drei Siege. Resultat: Platz zwei. Ein Mann, der schon länger dabei ist, ist dabei von herausragender Bedeutung.
„Er ist der Traum eines jeden Trainers“, sagte der Schwaiger Coach Christian Donbeck im Gespräch mit FuPa Oberbayern/Fussball Vorort. Die Rede ist von Raffael Ascher, seit knapp zehn Jahren absoluter Goalgetter des Vereins. Nach FuPa-Statistik weist der 29-Jährige in 282 Partien 234 Tore und 50 Assists auf. „Früher hat man solche Spieler Ochsen genannt. Groß, stark, extrem ehrgeizig und ein extremer Zug zum Tor“, so Donbeck. „Ein typischer Mittelstürmer. Wie ihn die deutsche Nationalmannschaft gebrauchen könnte.“
Seit 2015 kickt „Raffi“ im Herrenbereich der Sportfreunde – damals noch in der Kreisklasse. Heute – zehn Jahre später – spielt der FC vier Ligen höher. „Wir hatten in Schwaig einen sehr guten 1995/96er-Jahrgang, die ab der D-Jugend alle höher ausgebildet wurden“, erklärte Ascher im Gespräch mit FuPa Oberbayern/Fussball Vorort. „Nach der A-Jugend sind alle wieder zurückgekommen. Wir waren ein eingespielter Haufen, bei dem die Einstellung gepasst hat und der gern zusammen spielt.“ Und Ascher entwickelte sich zur absoluten Tormaschine.
In den letzten drei Saisons erzielte der Mittelstürmer 29, 32 und 32 Buden und sicherte sich so dreimal die ERDINGER Torjägerkanone und die damit verbundenen 15 Kisten Bier. Stapeln sich im Hause Ascher bereits die Getränke? „Die gehen eigentlich immer in unseren Teamkühlschrank der Mannschaft“, so Ascher.
Ein Torziel hat sich der Goalgetter auch für die Bayernliga gesetzt: „Über 20 sollen es schon werden.“ Mit fünf Treffern nach vier Spielen befindet sich die Nummer Neun auf einem guten Weg. Doch Trainer Donbeck will seinen Schützling nicht nur an Toren messen. „Raffi belohnt sich selber nicht nur mit Toren, sondern ist mannschaftsdienlich und arbeitet viel nach hinten“, erzählte Donbeck und verriet: „Raffi wird mit jeder Liga stärker.“
Mit seinen Leistungen in den letzten Saisons wurden viele Vereine auf Ascher aufmerksam. Das weiß auch Donbeck, der seit letzter Saison Cheftrainer ist und im ersten Amtsjahr direkt den Aufstieg in die Bayernliga schaffte. Andere Vereine seien aber uninteressant für ihn, erzählte der Coach. Ascher selbst ordne alles dem Familienunternehmen „Ascher Catering“ und dem Fußball unter. Dieser Sommer sei im Hinblick auf Transferangebote sehr ruhig gewesen, verriet der Stürmer.

Bei der Zukunftsplanung bleibt sowieso „Raffi“ gelassen. „Schwaig ist mein Heimatverein – hier habe ich viel erreicht, viele Freundschaften geschlossen und unvergessliche Momente erlebt“, sagte der 29-Jährige. „Aber im Fußball sollte man niemals ‚nie‘ sagen. Es kann immer Situationen geben, in denen sich neue Chancen ergeben – sei es als Spieler oder später auch als Trainer. Wichtig ist für mich, dass es menschlich passt und sportlich Sinn ergibt.“
Übrigens: Angesprochen auf das Hasslied seiner Gegner, antwortete Ascher zwinkernd: „Ich vermute mal ‚Yeah‘ von Usher.“ Das Lied wird bei Heimspielen als Torhymne eingesetzt, wenn der Torjäger trifft. Am Freitagabend soll es wieder zu hören sein. Denn da kommt es zum Top-Spiel zwischen dem FC SF Schwaig und dem TSV 1860 München II, bei dem Schwaigs Fußballchef Wolfgang Lang auf rund 1000 Zuschauer hofft. Ein gutes Omen: Ascher erzielte in dieser Saison bisher alle seine Treffer in Heimspielen. (the)