– Foto: Alexander Fischer

Joggen gegen Januarblues - auch gut für Fußballer

Einwurf aus der Sportredaktion

Dieser Text dient als Motivationsspritze. Für alle, die es satt haben, zur krampfhaften Erhaltung einer Restfitness immer wieder dieselbe Runde zu laufen. Bei zwei Grad im Nieselregen unter dichten Wolken, ohne einen Hauch von Sonnenschein, nur um sich überhaupt mal zu bewegen und zu Hause nicht völlig verrückt zu werden.
Eines ist klar: Früher war alles besser. Ein Traum, als man noch Mannschaftssport machen durfte oder wenigstens in der Gruppe üben, ehe ein gemeinsames Feierabendbier mit Kumpels und Teamkollegen anstand. Sogar im Corona-Lockdown der ersten Welle, als noch die Sonne schien und Läufer an die frische Luft trieb – mit der Zielvision einer zumindest in Teilen präsentationsfähigen Sommerfigur.

Aktuell ist der Sommer gefühlt weit weg wie nie, Fußball und viele sonstige sportliche Betätigungsfelder sind so beschränkt wie nie, und die Motivation, schon wieder die erlaubte, aber ewig eintönige Joggingrunde zu laufen, ist in jeglicher Hinsicht im Keller. Gerade deshalb steht hier die Aufforderung: Wandelt Lockdown-Frust und Gefängnis-Aggressionen in Energie und geht raus zum Laufen – egal wie kalt es ist und wie sehr Ihr diese Entscheidung kurz bereut, wenn der erste Windzug ins Gesicht und in den Nacken bläst.

Nach 500 Metern wird alles besser: Ihr werden erleben, wie sich der Körper von innen erwärmt und den Frust verbrennt, wie Ihr die aktuellen Unannehmlichkeiten buchstäblich hinter Euch lasst – und Ihr kehrt mit dem Gefühl nach Hause zurück, etwas Sinnvolles getan zu haben: Müde, aber zufriedener und ausgeglichener.

Und Ihr begegnet auf der Runde Menschen, denen es genauso geht: Die ihren inneren Schweinehund überwinden müssen, deren Laufstil vielleicht auch zeigt, dass sie in diesem Leben wohl keinen Ironman mehr anpeilen – die aber dennoch die Hoffnung auf einen in mehrerer Hinsicht attraktiven Sommer nicht aufgegeben haben.

Und wenn sich Eure Blicke treffen, ist die Chance groß, dass Ihr sogar ein Lächeln geschenkt bekommt – als Schwester oder Bruder im Geiste, weil Ihr als Leidensgenosse erkannt werdet. Und als jemand, mit dem man sich gerne gemeinsam, wenn dieser ganze Mist mal vorbei ist, bei einem dann wieder möglichen, zufälligen Bierchen an diese Zeit erinnern wird mit dem Gedanken: War schon heftig, aber wir haben zumindest versucht, das Beste daraus zu machen.

In diesem Sinne: Geht raus. Tut etwas für Euch, zumindest ab und an mal. Und lächelt dabei – dann bekommt Ihr etwas zurück, was wirklich gut tut in diesem dunklen Januar.
Aufrufe: 014.1.2021, 07:30 Uhr
Neue Osnabrücker Zeitung / Benjamin Kraus Autor

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