In sich gegangen ist Fabian Hürzeler - und dann zu der Entscheidung gelangt, im Sommer in Pipinsried einen Schlussstrich zu ziehen.
In sich gegangen ist Fabian Hürzeler - und dann zu der Entscheidung gelangt, im Sommer in Pipinsried einen Schlussstrich zu ziehen. – Foto: Paul Hofer

Pipinsried vor Neuaufbau: Auch Hürzeler geht von Bord

Nach Roman Plesche und Muriz Salemovic wird sich auch der Dritte aus dem Erfolgstrio im Sommer verabschieden +++ Mölders immer noch eine Option

Die Konstellation ist schon bemerkenswert: Der FC Pipinsried wird sich aller Voraussicht nach hochsouverän den Titel in der Bayernliga Süd sichern und damit die sofortige Rückkehr in die Regionalliga feiern - aber dennoch im Sommer vor einem Neuaufbau stehen. Denn nach Geschäftsführer Roman Plesche und Muriz Salemovic (31) hat nun auch Fabian Hürzeler (26) am Freitagmittag bekanntgegeben, dass er seinen Trainerposten im Dachauer Hinterland räumen wird.
"Der Verein wollte mit mir verlängern, aber ich habe mich schweren Herzens dazu entschieden, im Sommer aufzuhören. Nach dann vier Jahren in Pipinsried sehe ich den richtigen Zeitpunkt gekommen, mich neu zu orientieren", erklärt Hürzeler und will gar nicht verhehlen, dass die jüngsten Entwicklungen nicht nach seinem Geschmack waren: "Ich habe auch zwei Vertrauenspersonen im Verein verloren." Gemeint sind der ehemalige Geschäftsführer Roman Plesche, der schon weg ist, und Muriz Salemovic, der erst vor wenigen Tagen seinen Abgang ebenfalls zum Sommer verkündete. Dass Hürzeler die Entscheidung dennoch nicht leicht gefallen ist, merkt man ihm an: "Wir haben hier eine super Gruppe beisammen. Punktuelle Verstärkungen im Sommer, und die Mannschaft kann auch in der Regionalliga eine sehr gute Rolle spielen. Ich habe viel Leidenschaft und Zeit investiert, wohl wissend, dass ich nicht immer der beliebteste Trainer beim FC war. Ich habe viele tolle und auch einige negative Erfahrungen machen dürfen. Außerdem bin ich dem Verein, insbesondere Konrad Höß, dankbar, dass mir in jungen Jahren die Chance gegeben wurde, auf diesem Niveau als Trainer arbeiten zu dürfen." Was der 26-Jährige in Zukunft machen wird, das will er alles in Ruhe auf sich zukommen lassen. An Angeboten wird es mit Sicherheit nicht mangeln. Hürzeler, der zudem beim DFB als Co-Trainer bei der U18- und U19-Nationalmannschaft unterwegs ist, gilt als eines der größten Trainertalente in Bayern.

Wie geht`s weiter beim FCP? Mit zwei Kandidaten im Austausch, weiteres Gespräch mit Sascha Mölders steht an.

Etwas überrascht und irritiert von der Entscheidung zeigte sich Pipinsrieds Geschäftsführer der Fußball GmbH Uli Bergmann: "Am Sonntag um 17 Uhr ist bei uns eine interne Sitzung anberaumt, am Dienstag ebenfalls um 17 Uhr steht eine Gesellschafterversammlung auf dem Plan. Da hätten wir mit Fabian alles in Ruhe besprechen können. Dass es nun über die Presse läuft, finde ich nicht in Ordnung. Ich bin vom Vorgehen Fabians enttäuscht. Aber so ist Fußball, wir müssen das so akzeptieren." Dass nun ob der Abgänge in Pipinsried alle in Sack und Asche herumschleichen, davon kann aber nicht die Rede sein. Bergmann nimmt`s sportlich: "So ist es doch immer. Spieler und Trainer gehen, Neue kommen. So wird es auch dieses Mal sein. Wir wollen den Aufstieg mitnehmen und sind sicher eine attraktive Adresse." Mit zwei Kandidaten stehe er im Austausch betont Bergmann. Und auch die Variante mit Spielertrainer Sascha Mölders, die schon für viel Aufregung gesorgt hat, nicht nur an der Grünwalder Straße, ist noch keineswegs vom Tisch: "Ein Treffen mit Sascha ist noch geplant. Freilich haben wir jetzt nicht mehr die besten Karten bzw. die Trümpfe in der Hand. Die Löwen wissen, was sie an ihrer Integrationsfigur haben und werden entsprechend handeln. Ich gehe aber davon aus, dass das Treffen stattfinden wird, außer Sascha überlegt es sich übers Wochenende anders", lässt Bergmann abschließend wissen.
Aufrufe: 31.1.2020, 13:37 Uhr
Mathias WillmerdingerAutor

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