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Spielvorbericht

FC Penzberg holt 70-maligen Regionalligaspieler Sandro Porta

Bezirksliga Oberbayern

von Andreas Mayr · 14.08.2026, 11:20 Uhr · 0 Leser
Erfolgreich im Löwen-Trikot: Mit dem TSV 1860 II gewann Sandro Porta vergangene Saison den Titel in der Bayernliga.
Erfolgreich im Löwen-Trikot: Mit dem TSV 1860 II gewann Sandro Porta vergangene Saison den Titel in der Bayernliga. – Foto: IMAGO/Ulrich Wagner

Der 1. FC Penzberg verpflichtet Sandro Porta, der zuvor bei 1860 München Bayernliga-Meister wurde. Trainer und Co-Trainer sind Ersatzspieler am Wochenende.

Der neue Mann kam leise. Eine kleine Meldung im Internet, nicht mehr, und Sandro Porta war offiziell beim 1. FC Penzberg vorgestellt. Dabei hätte es genügend Gründe gegeben, den nächsten Neuzugang prominent zu vermarkten. Seine Jugendjahre verbrachte er beim FC Bayern und in Unterhaching, danach lief er 70 Mal in der Regionalliga auf. Zuletzt kickte er bei 1860 München in der Zweiten, wurde Meister in der Bayernliga, war aber „bei den Löwen nicht mehr so glücklich“, wie Trainer Johannes Franz erklärt.

Wer praktisch sein ganzes Fußballerleben in der Knochenmühle des Leistungssports verbringt, darf eines Tages auch Lust auf etwas weniger bekommen. „Er wollte Fußball runterschrauben“, sagt Franz. Tino Reich, Penzbergs neuer Mittelfeldmann und ehemaliger Teamkollege, bekam davon mit. Es gab ein Telefonat, ein Training. „Er hat sich schnell für uns entschieden“, jubiliert der Penzberger Coach.

Urlaube machen dem FC Penzberg zu schaffen

Bereits diesen Samstag beim SV Pullach (14 Uhr) wird er spielen. Hannes Franz ist über jeden froh, der überhaupt verfügbar ist. Neben den bekannten Urlaubern hat sich auch Tino Reich übers Wochenende verabschiedet, Florian Langenegger hat zudem seine Diagnose bestätigt bekommen. Das Außenband im Sprunggelenk ist gerissen, mehrere Wochen wird er fehlen. „Extrem schmerzhaft, er war ein Garant, warum wir hinten so stark waren“, sagt der Coach. Der 3:0-Sieg über Oberweikertshofen hat etwas Ruhe und Fortschritt gebracht. Das ganze Team kettete sich zusammen, sah Defensivarbeit als Kollektivwerk an, gerade weil ja die vorgesehenen Stützen alle nicht auf dem Platz standen. „Das hat Priorität, das möglichst oft zu schaffen“, betont Franz.

An Qualität mangelte es dem FCP selten. Sein hartnäckigster Gegner trug ohnehin nie ein anderes Trikot. Er heißt Konstanz. Ob sich dieser innere Schweinehund unter Johannes Franz dauerhaft bezwingen lässt, ist eine der großen Fragen dieser Saison. Der Trainer jedenfalls sagt: „Es gibt kein Zeitlimit, keine Deadline“, wann seine Mannschaft ihre Bestform zu erreichen und sie regelmäßig abzuspielen hat. „Aktuell sind wir noch ein bissl entfernt davon“, weiß Franz. Erst im September sind die Urlaube verlebt, der Kader einigermaßen komplett. Bis dahin wird Woche für Woche analysiert, angesprochen und trainiert, was klappt und was nicht.

Trainer nehmen auf der Ersatzbank Platz

Womöglich beruhigend wirkt ein Blick auf die Konkurrenz, der es auch nicht anders geht. Mit Ausnahme von Waldeck-Obermenzing hat bereits jeder einmal gepatzt, auch der ebenso hoch gehandelte TSV Gilching. Der nächste Gegner Pullach kassierte unter der Woche seine erste Niederlage bei TuS Geretsried II (0:2). Franz blendet noch bewusst aus, was um ihn herum geschieht. Er stellt klar: „Solange es ein Team gibt, das vor uns steht, können wir nicht zufrieden sein. Wir haben Arbeit vor uns.“

Er selbst hat seine Hausaufgaben erledigt, spionierte die Pullacher kürzlich in Raisting aus. Er beobachtete ein ziemlich junges Team mit gutem Offensivmaterial, robusten Stürmern, flinken Flügeln, angeleitet von ein paar Arrivierten. „Schon echt gut“, lobt der FCP-Trainer. Er und Assistent Josef Siegert werden sich am Samstag ebenfalls mit aufwärmen. Mit Ausnahme von ein paar A-Jugendlichen haben sie sonst keinen für die Ersatzbank. So eigenartig kann Kaderplanung manchmal aussehen. Vorn kommt ein 70-maliger Regionalligaspieler dazu, hinten auf der Bank müssen zwei Trainer ihre Fußballschuhe einpacken. Hannes Franz witzelt: „Die Pässe sind aktiv und gemeldet. Einem Einsatz steht nichts im Weg – außer der eigene Körper.“