
Die Krönungszeremonie des SC Olching leitete vorsorglich schon einmal Maximilian Bauer ein. „Wir haben gegen einen Aufsteiger gespielt“, hielt der Penzberger Trainer nach der 0:1-Niederlage in Olching fest. Egal, wie er das Spiel drehte und wendete, am Ende kam er auf ein Unentschieden als einzig gerechtes Ergebnis. Aber diese abgezockten Olchinger jubelten am Ende doch wieder in ihrem kleinen Biergarten auf dem Vereinsgelände, der 16. Sieg dieser Saison. „Da haben wir dazu zu lernen“, merkte der Trainer an.
Mal wieder erteilte der Landesliga-Absteiger eine Lehrstunde, was den Fußball in der Bezirksliga betraf. Während die größten Konkurrenten auf Hurra-Fußball setzen, besticht der SCO mit Nüchternheit. Es braucht in dieser Klasse keine Künstler oder ein ausgefallenes System, um aufzusteigen. Es geht genauso mit einem eingeschworenen und zusammengeschweißten Team, klaren Vorgaben, ein paar Varianten in Aufbau und bei Standards – kurz: mit einer klaren, Identität. Noch dazu sei das eine total sympathische Mannschaft, lobte Bauer. „Ich kann mir jetzt vorstellen, warum die so viele Spiele gewonnen haben.“
Seine Mannen machten es am Samstag keinen Deut schlechter. Wie zu erwarten war, setzten sie die spielerischen Akzente. Diverse Passstafetten über die gesamte Länge des Platzes entzückten die Zuschauer. „War schon sehr, sehr gut“, schwärmte Bauer. Ansonsten mangelte es dieser Partie an markanten Szenen – ein (korrekt zurückgepfiffenes) Abseitstor des FCP ausgeklammert. Einmal in Hälfte eins sah es aus der Ferne so aus, als müsste Samir Neziri den Ball nur einschieben – ganz so groß war die Gelegenheit aber dann auch wieder nicht, wie sich aus der Nähe herausstellte. „So einen 100-Prozentigen hatten beide Seiten nicht“, gab Bauer zu Protokoll.
Selbst der Treffer der Hausherren fällt so eher selten. Bitter aus Penzberger Sicht: Bevor es überhaupt zum Angriff kam, erkannten die Gäste ein Foulspiel, das aber ungeahndet blieb. „In meinen Augen war’s eins“, sagte der Coach mit dem Hinweis, dass er allerdings auch die Penzberg-Brille trage. Olching jedenfalls fuhr in der Folge einen schönen Spielzug samt Spielverlagerung von der einen auf die andere (die rechte Abwehrseite des FCP in diesem Fall) Seite. Leon Heinzlmair zog schwungvoll nach innen und schloss zum 1:0 ab. „Millimeter haben gefehlt und ein Fuß ist dazwischen“, beobachtete Bauer vom Spielfeldrand. Das sind die Millimeter, die einen zum Aufsteiger machen.
Der Rest der Partie ging unspektakulär über die Bühne. Bauer lobte alle seine Mannen im Allgemeinen („Durch die Bank ein guter Kick“) und Ugurkan Verep im Speziellen für seine Verdienste in Hälfte eins. Eingesetzt auf der linken Außenbahn, zauberte er sich immer wieder an seinen Bewachern vorbei, holte mehrere Freistöße heraus, kam auch zu ein, zwei Aktionen, „die er im Training schon mal macht“, wie Bauer anfügte. Doch Olchings Wunderabwehr (erst 16 Gegentore) hielt ein weiteres Mal dicht, sehr zum Leidwesen der Gäste und ihres Trainers: „So gewinnst du nur als Aufsteiger.“
SC Olching – FC Penzberg 1:0 (1:0) Tor: 1:0 (41.) Heinzlmair. Gelbe Karten: Olching 5, Penzberg 1. Schiedsrichter: Christos Nalpantidis. Zuschauer: 90.