Der Siegestrunk wird gereicht: Während des Spiels wussten das die Hohenlindener (v.l.) Sebastian Kirmair, Markus Hufschmid und Vitus Rathke noch nicht. Der nachträgliche Einspruch wird ihnen den Weg am Grünen Tisch ebnen.
Der Siegestrunk wird gereicht: Während des Spiels wussten das die Hohenlindener (v.l.) Sebastian Kirmair, Markus Hufschmid und Vitus Rathke noch nicht. Der nachträgliche Einspruch wird ihnen den Weg am Grünen Tisch ebnen. – Foto: cr

Parsdorf setzt aufs falsche Pferd - und wird nachträglich wohl absteigen

„Wir sind nicht unfaire Sportsmänner“

Hohenlinden II bleibt doch drin: FCP setzt vier nicht spielberechtigte Akteure ein und wird „nachträglich verlieren“ wegen Einspruchs.

Parsdorf/Hohenlinden – Wie im falschen Film komme er sich gerade vor, sagt Konrad Rauch. Mehr als ein halbes Wochenende lang hatte auch beim Vorsitzenden des FC Parsdorf die Partystimmung nicht vorgehalten, die sich mittlerweile in „Frust und Ärger“ gewandelt habe. Noch am Freitagabend hatte die Herrenreserve der FCP-Fußballer nach dem 5:0-Heimsieg über den SV Hohenlinden II auf den Klassenerhalt angestoßen, während die Gäste den Abstieg aus der B-Klasse 6 (BFV-Kreis München) vor Augen hatten.

Bis zum Sonntagnachmittag hatte jedoch die Nachricht von einem formellen Protest gegen die Spielwertung seitens der Herliner die Runde gemacht. „Wir haben gemerkt, dass Parsdorf mehr als die erlaubten drei Spieler aus der Ersten aufgeboten hat“, erklärt SVH-Abteilungsleiter Fritz Oskar mit Verweis auf §34 Abs. 2 der BFV-Spielordnung. „Vor vier Wochen hatten wir extra noch eine Online-Schulung zum Thema Spielrecht. Da geht‘s ums Prinzip.“

Sportgericht entscheidet vermutlich gegen Parsdorfer

Daraufhin stellte auch die sportliche Leitung der Parsdorfer um Konrad Rauch Nachforschungen im Abgleich mit den Startaufstellungen der beiden vorausgegangenen Kreisklasse-Partien an. Und tatsächlich: Neben den Stammkräften Peter Rauch, Gabriel Thul und David Darmoro fand sich auch Torwart Bernhard Hilger auf dem Meldebogen gegen Grasbrunn in der Startelf wieder. „Dieser Fehler liegt klar bei uns Verantwortlichen“, habe Rauch bereits intern ein paar „unangenehme Gespräche“ geführt und sich telefonisch bei Fritz Oskar im Namen des Vereins entschuldigt. „Es soll nicht der Eindruck entstehen, dass wir grundsätzlich unfaire Sportsmänner sind. Ich habe gehört, dass sich bei der Aufstellung wohl auf eine Aussage gestützt wurde, wonach der Torwart von der 15-Tage-Regel ausgenommen wäre.“

Davon ist im entsprechenden Passus der BFV-Spielordnung zwar nichts zu lesen. Mit der juristischen Aufarbeitung des Sachverhalts wird sich nach Oskars Kenntnis aber ohnehin zeitnah das Sportgericht befassen. Konrad Rauch kann den Richterspruch aber eigentlich vorwegnehmen: „Ich erwarte, dass wir das Spiel nachträglich verlieren, damit nach Punkten absteigen und Hohenlinden die Klasse hält.“

Die Spieler tun Leiter Rauch am meisten Leid

Die meisten Reserven würden in der entscheidenden Phase, in Auf- und Abstiegsfragen, versuchen, „so scharf wie möglich aufzustellen“, so der sportliche FCP-Leiter Rauch. „Hier hat es sich aber um ein Kollektivversagen gehandelt, mich eingeschlossen. Mir tut es besonders für unsere Spieler leid, die wochenlang dieses Ziel vor Augen hatten und es jetzt wegen so einem Schmarrn nicht erreichen.“

Aufrufe: 030.5.2022, 18:00 Uhr
Julian BetzlAutor