Schon ein halbes Jahr lang sieht es auf den Sportplätzen trostlos aus.
Schon ein halbes Jahr lang sieht es auf den Sportplätzen trostlos aus. – Foto: Meiki Graff

Großvereine fordern den vierten Öffnungsschritt

32 große NRW-Verein fordern, dass sich der Bund daran erinnert, was er im März für den Sport mal verkündet hatte.

Am Montag stimmen sich einige Großvereine in NRW noch einmal ab und schicken dann eine Resolution an die Landespolitik, in der sie eine klare Forderung formulieren: den vierten Öffnungsschritt umzusetzen. Dabei stützen sich die Vereine auf den nach den Bund-Länder-Beschlüssen Anfang März veröffentlichten Stufenplan, der fünf Schritte zur Rückkehr in den Breitensport während der Coronavirus-Pandemie vorsah. Dabei ging es im dritten Schritt um kontaktfreien Außensport mit maximal zehn Personen beziehungsweise von 20 Kindern bis 14 Jahre, und im nun relevanten vierten um Kontaktsport im Außen- und kontaktfreien Sport im Innenbereich. Dieser Schritt sollte ursprünglich „frühestens zum 22. März“ umgesetzt werden, dann entwickelte sich die dritte Welle der Pandemie und machte die Pläne einstweilen zunichte.

Dass sie nun aber nicht einfach vergessen, sondern angesichts sinkender Inzidenzwerte möglichst schnell umgesetzt werden, ist Intention der Großvereine, die schon Ende Februar einen Maßnahmenkatalog an die Landespolitik geschickt hatten, den 32 Klubs unterzeichnet hatten. Nun sehen die Vereine aufgrund von Impfungen und mehr Testmöglichkeiten eine erheblich verbesserte Ausgangsposition und schlagen deshalb vor, Schritt vier bereits zum 15. Mai umzusetzen. Dann läuft die aktuell gültige Fassung der Corona-Schutzverordnung aus. Sollte dann nicht die sogenannte Bundes-Notbremse greifen müssen, weil die Zahlen wieder rasant gestiegen sind, sollte Folgendes umgesetzt werden, finden die Vereine:

1. Aufhebung der Altersgrenze Hier gibt es den Grundgedanken, Erwachsenensport wie Kindersport zu behandeln. Es sei nicht verständlich, dass Sport für Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre anders bewertet werde als Sport für Ältere, finden Vertreter der Klubs. Hinzu komme, dass die Langzeitschäden durch Bewegungsmangel größer seien als das Infektionsrisiko. Deshalb solle Gesundheitssport draußen mit Abstand für Erwachsene ermöglicht werden.

2. Kontaktarmer Outdoor-Sport ohne Begrenzung der Teilnehmerzahl Nach den vorliegenden Erkenntnissen sei das Risiko einer Corona-Infektion beim Sport an der frischen Luft verschwindend gering, meinen die Vereine. Dass aktuell nur maximal zwei Personen oder Gruppen von bis zu fünf Kindern kontaktfrei draußen Sport treiben dürften, werde von den Mitgliedern weniger als wirksame Maßnahme zum Infektionsschutz wahrgenommen, sondern eher als formale Barriere betrachtet. Das gehe besser, finden die Klubs und fordern eine Aufhebung der Teilnehmerbegrenzung outdoor und kontaktfreie Gruppenangebote auch für Erwachsene.

3. Kontaktfreier Indoor-Sport Dass das Risiko in Sportstätten höher als im Freien ist, wissen die Vereine. Dennoch sollte es eine kurzfristige Öffnungsperspektive für Indoor-Sport geben – immerhin werden ab diesem Montag auch Einschränkungen für Geimpfte und Genesene aufgehoben. Der Vorschlag der Klubs: Kontaktfreier Sport mit festgelegtem Abstand in einem großen Raum mit festgelegter Personenzahl sollte Geimpften/Genesenen oder Personen mit aktuellem Negativ-Test ermöglicht werden.

Aufrufe: 9.5.2021, 21:00 Uhr
RP / Georg AmendAutor

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