Sie wollen hoch hinaus: Die Kicker des FC Neuenburg.
Sie wollen hoch hinaus: Die Kicker des FC Neuenburg. – Foto: Achim Keller

Beim FC Neuenburg träumt man von der Landesliga

Die Verantwortlichen um Andreas Duttlinger setzen auf ein neues sportliches Konzept

Etwas weniger als zwei Jahre sind vergangen, da besiegelte eine 0:1-Auswärtsniederlage gegen den SV RW Glottertal am letzten Spieltag der Bezirksligasaison 2018/19 den Abstieg des FC Neuenburg in die Kreisliga A. Dem FC Bad Krozingen und der SG Nordweil/Wagenstadt gelang hingegen der Sprung in die Landesliga – ein Weg, den der sportliche Leiter Andreas Duttlinger auch allzu gerne einschlagen möchte.

"Eine große Veränderung" kündigte eine Vereinsmitteilung im Mai 2020 an, als die Verpflichtung von Andreas Duttlinger als neuem Hauptverantwortlichen für die sportliche Ausrichtung des FC Neuenburg bekannt gegeben wurde. Seitdem wurden bis zur aktuell anhaltenden Saisonunterbrechung sieben von acht Ligaspielen gewonnen sowie das Viertelfinale des Bezirkspokals erreicht – eine Momentaufnahme, mit der sich der 56-Jährige aber nicht zufrieden gibt. "Wir wollen den Verein peu à peu dort hinbringen, wo er hingehört. Damit meine ich einen gesicherten Platz in der Landesliga."

Große Ambitionen für einen Verein, der zuletzt im vergangenen Jahrtausend Landesliga-Luft schnuppern durfte. Das weiß auch Duttlinger, der früher selbst für die Schwarz-Gelben als Spieler auflief. "Man hat sich hier in den letzten Jahren auf einer schläfrigen Arroganz ausgeruht, aber unter dem neuen Vorstand wurde viel erreicht. Wir haben gemeinsam ein Konzept entwickelt, das uns zurück in die Erfolgsspur bringen soll."

FC Neuenburg will mit einem Mix aus Jugend und Erfahrung zurück in die Landesliga

Damit das gelingen kann, sollen nach Auffassung des Sportchefs in den kommenden drei Jahren mindestens zwei Juniorenteams konstant in der Bezirksliga vertreten sein, um so den Unterbau für die aktive Mannschaft bilden zu können. "Wir wollen hier keine Söldner haben, sondern eigene Spieler ausbilden und ehemalige Akteure, die aktuell noch höherklassig unterwegs sind, zurückholen", sagt Duttlinger, der bekräftigt, dass auch die jüngsten "Königstransfers", wie er die Wechsel von Alexander Strazinksi (FC Auggen) und Daniel Briegel, der vom Oberligisten FV Lörrach-Brombach zurückkehrt, gerne bezeichnet, keinem finanziellen Interesse unterliegen. "Beide sind von unserem Konzept überzeugt und bekommen hier kein Geld." Weitere Einheimische, die momentan noch für andere Vereine die Fußballschuhe schnüren, "kommen gerne zurück, wenn sie merken, dass hier etwas passiert", ist sich der Sportchef sicher.

Großen Anteil am Aufschwung im Rheinwaldstadion hat auch der Trainer. Ilir Dabiqaj, der nach einer Saison als Coach der Reserve zum Übungsleiter der ersten Mannschaft befördert wurde, hat laut Duttlinger "wieder einen guten Spirit in die Truppe gebracht. Alle haben Spaß und kommen gerne ins Training. Das zeigt auch die durchschnittliche Trainingsbeteiligung von 40 Spielern." Seine Philosophie, jede Situation spielerisch lösen zu wollen, sei ehrenwert, löst aber bei Duttlinger, der selbst auf Jahre lange Erfahrung an der Seitenlinie des FC Auggen sowie der Spfr. Hügelheim zurückblicken kann, gelegentlich Bauchschmerzen aus. "Ich sage immer, dass auch Holger Badstuber mal einen engen Ball auf die Tribüne gedonnert hat, aber der Erfolg gibt Ilir ja auch Recht. Er bringt seine Art Fußball zu spielen gut rüber und hat natürlich das letzte Wort."

Bedenken, dass dieser "neue Fußball ohne den Ball nach vorne dreschen zu wollen" dazu führen kann, den Zuschauern im Neuenburger Rheinwaldstadion auf absehbare Zeit wieder Landesliga-Fußball zu ermöglichen, hat der 56-Jährige nicht. "Wenn die Mannschaft zusammenbleibt und alle Spieler fit sind, ist das möglich. Ich wünsche es mir jedenfalls."

2098 Aufrufe19.3.2021, 13:08 Uhr
Mario Schmidt (BZ)Autor

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