Portraitfoto von Josef Held mit Strohhut.
Portraitfoto von Josef Held mit Strohhut. – Foto: Eicke Lenz

Der Fußball war sein Leben: Moosburger trauern um Josef Held

Nachruf

Josef Held führte die Jugend der SpVgg Moosburg 1969 als Trainer in die höchste Liga. Am 11. März schloss er für immer seine Augen.

Moosburg – „Er war ein Macher und ein Tüftler“, sagen seine Freunde und langjährigen Weggefährten. Doch nun können sie sich nicht mehr mit ihm über den Sport und vor allem den Fußball austauschen, der ihn zeitlebens begleitet hat. Am 11. März hat das Herz von Josef Held aufgehört zu schlagen. Am Montag wäre er 88 Jahre alt geworden.

Aufgewachsen in der Steinbockstraße in Moosburg, hatte er stets ein freundschaftliches Verhältnis zum damaligen Leiter der Moosburger Zeitung, Walter Beer (gestorben 2006). Und dieser wusste die handwerklichen Kenntnisse seines Freundes zu nutzen, wenn etwa mal wieder eine Schreibtisch-Schublade locker war – oder was auch immer. Denn Sepp Held konnte, wenn es um den Werkstoff „Holz“ ging, nahezu alles. Außergewöhnliches Talent hatte er zudem beim Bau oder der Konstruktion von Weihnachtskrippen – da war man bei ihm an der richtigen Adresse. Irgendwo war er auf seinem Gebiet eine Art Tausendsassa.

Josef Held war ein echter Tausendsassa

Dieses Wissen und Können hatte er sich nach der Schulzeit bei der Schreinerei Goldbrunner angeeignet, wo er im Jahr 1951 den Gesellenbrief erworben hat. Und dort lernte er auch seine Gertrud kennen, die bei den Goldbrunners als Haushälterin beschäftigt gewesen war. Im Juni 1958 wurde Hochzeit gefeiert, im September des gleichen Jahres kam Tochter Renate zur Welt, der das sportbegeisterte Paar leider im März 2009 ins Grab nachblicken musste. Zwei Söhne, Josef „Beppo“, verheiratet mit Judith, sowie Herbert „Hias“, verheiratet mit Monika, kamen 1963 und 1964 zur Welt.

Die Moosburger Kirchtürme im Hintergrund – das war auch für die Fotos das Markenzeichen, als die SpVgg-Fußballjugend 1968/69 in die höchste Spielklasse, die Oberbayernliga, aufgestiegen war, wo sie dann zu den 14 besten Mannschaften dieser Altersklasse gehörte. Das Bild zeigt (vorne, v. l.) Hans Mayr, Reinhard Neissendorfer, Ludwig Kerscher, Peter Bröckl, Franz Elfinger und Alois Steindl sowie dahinter (v. l.) Jugendleiter Horst Siegmund (gestorben 2015), Torwart Martin Herzer, Fritz Korbmann, Franz Taubenthaler, Thomas Beisl, Reinhard „Blacky“ Plank, Karlheinz Lehner sowie Werner Zimmer, Karl „Charly“ Bichlmeier, Alois Bichlmeier und Trainer Sepp Held.
Die Moosburger Kirchtürme im Hintergrund – das war auch für die Fotos das Markenzeichen, als die SpVgg-Fußballjugend 1968/69 in die höchste Spielklasse, die Oberbayernliga, aufgestiegen war, wo sie dann zu den 14 besten Mannschaften dieser Altersklasse gehörte. Das Bild zeigt (vorne, v. l.) Hans Mayr, Reinhard Neissendorfer, Ludwig Kerscher, Peter Bröckl, Franz Elfinger und Alois Steindl sowie dahinter (v. l.) Jugendleiter Horst Siegmund (gestorben 2015), Torwart Martin Herzer, Fritz Korbmann, Franz Taubenthaler, Thomas Beisl, Reinhard „Blacky“ Plank, Karlheinz Lehner sowie Werner Zimmer, Karl „Charly“ Bichlmeier, Alois Bichlmeier und Trainer Sepp Held. – Foto: Willner

Neben der gesamten Verwandtschaft und den vielen Freunden trauern vor allem auch die Enkelinnen und Enkel um Sepp Held – wie Sophia, Kai, Jakob, Paul und Leonhard. Unter großer Anteilnahme hat Held am vergangenen Samstag auf dem Moosburger Friedhof den Weg zu seiner letzten Ruhestätte angetreten. Und viele werden sich an den geselligen Menschen erinnern, der gern kartelte (ob Watten oder Schafkopfen), da war er stets dafür zu haben. Aber er liebte auch zu garteln oder mit dem Radl unterwegs zu sein, das war für ihn sportliche Ehrensache.

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Große Erfolge über die Jahre hinweg

Der Fußball war jedoch sein Leben. Noch 2020 war es ihm als FT-Leser sehr wichtig, dass die erfolgreichste A-Junioren-Mannschaft der SpVgg vor 50 Jahren, die er trainiert hatte, publik gemacht wurde. Die Spieler aus dieser Zeit waren ihm bis zuletzt innigst verbunden: Einige von ihnen haben höherklassig gekickt, wie etwa Torwart Martin Herzer (TSV 1860 München), Paul Huber vom SV Langenbach (FC Bayern München) und Werner Zimmer (Wacker München). Andere sind bei der „Spiele“ in Landshut untergekommen.

Unvergessen blieb er auch jenen, die er „von auswärts hergeholt hat“, damit sie bei der SpVgg Moosburg aktiv sein konnten. Das gilt auch für all die Ehemaligen, die vielleicht nicht die höheren Weihen erreicht haben, aber die mit ihrem Trainer Sepp Held den Aufstieg in die nächsthöhere Fußballliga (wenn auch nur unterklassig) geschafft haben. Ob es mit dem SV Langenbach gewesen ist (1962) oder dem TSV Wartenberg (1986). Trainer war er auch bei der FVgg Gammelsdorf und dem FC Ergolding, zudem betreute er die damaligen Kreisauswahlmannschaften.

Sein Herz schlug für den Fußball – doch er war vielen Aktivitäten zugeneigt. Etwa dem Petanque, eine Sportart, die in der Bonau – seinem Lebensmittelpunkt – gut zu erreichen war und die ihm Spaß gemacht hat, weil er richtig Bewegung hatte. „Irgendwie am Ball zu bleiben“, war für den Sepp immer wichtig.

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Aufrufe: 029.3.2022, 05:00 Uhr
Margit ConradAutor