Frank Wild glaubt fest an seine Mannschaft und an den Liga-Verbleib.
Frank Wild glaubt fest an seine Mannschaft und an den Liga-Verbleib. – Foto: Verein

Kräfte bündeln und gemeinsam zum Ziel

Mintraching möchte in den vier verbleibenden Spielen den Liga-Verbleib eintüten +++ Trainer Frank Wild plädiert dafür, den Liga-Pokal wieder einzustampfen

Beim FC Mintraching übernahm Frank Wild das Traineramt zur Restrückrunde der Saison 2018/19. Die Vizemeisterschaft wurde errungen, anschließend gelang in der Relegation der lange ersehnte Aufstieg in die Kreisliga. MIt 19 Punkten aus 22 Partien liegt der FCM aktuell auf einem direkten Abstiegsplatz in der Kreisliga 1, aber das rettende Ufer ist nur einen Zähler entfernt. Trainer Frank Wild stand unseren Fragen Rede und Antwort.

Wie blickst du auf das Fußball-Jahr 2020 zurück?

Das Fußball-Jahr haben wir uns so selbstverständlich nicht vorgestellt. Wir begannen im Februar mit dem Training und hatten bereits zwei Vorbereitungsspiele hinter uns. Dann hat uns Corona erstmal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Als das Training wieder erlaubt war, haben wir ab Ende Mai erstmal in kleinen Gruppen trainiert und waren froh, nach einiger Zeit wieder den normalen Trainingsablauf durchführen zu können. Wenigstens konnten wir dann die vier geplanten Liga-Spiele absolvieren. Jetzt hoffen wir natürlich, dass auch die restlichen vier Begegnungen im nächsten Jahr planmäßig gespielt werden können, um diese Saison endlich abzuschließen.

Seid ihr zufrieden mit der sportlichen Ausbeute heuer?

Die Punktausbeute seit dem Re-Start hätte durchaus besser sein können. Wir starteten mit einem 0:0 beim Tabellenzweiten in Obertraubling. Danach verloren wir das Spiel beim „Freien TuS“ mit 1:4. Hier verschenkten wir drei Punkte. Wir hatten das Spiel 20 Minuten im Griff, führten 1:0 doch dann ließen wir den Gegner durch zwei individuelle Fehler wieder ins Spiel kommen. Zudem vergaben wir vier hundertprozentige Chancen vor der Halbzeit. Im zweiten Durchgang waren wir nicht mehr in der Lage das Spiel zu drehen und kassierten noch zwei Kontertore. Diese liegengelassenen Punkte tun weh. Danach folgte eine verdiente 0:3-Niederlage gegen Kareth. Zum Abschluss machten wir unser bestes Saisonspiel und feierten einen 6:1-Sieg in Prüfening. Dieser Dreier hat uns wieder in Schlagdistanz zu den Nichtabstiegsplätzen gebracht.

Wie bewertest du die Entscheidung des BFV, als einziger Landesverband die Saison nicht abzubrechen?

Als Trainer habe ich ja schon betont, mich darüber zu freuen. Ich möchte keinen Klassenerhalt geschenkt bekommen. Entweder ich schaffe es sportlich, oder eben nicht. Außerdem ist es im Nachhinein immer leicht zu kritisieren. Keiner wusste wie es weiter geht. Da war es auch für den Verband nicht einfach, für alle die richtige Entscheidung zu treffen. Unterm Strich ist es wohl die fairste Lösung, die Saison zu Ende zu spielen. Letztendlich müssen wir es so nehmen, wie es kommt. Wir sitzen ja alle im selben Boot.

Allerdings bin ich der Meinung, man sollte den Ligapokal wieder einstellen. Der Verband setzt sich damit zeitlich enorm unter Druck. Schon jetzt sind aus den ersten Runden etliche Spiele nachzuholen. Und wenn man sich den Verlauf der Pandemie anschaut, ist es schwer vorstellbar, dass der Rest planmäßig gespielt werden kann. So hätte man genug Zeit, die restlichen vier Ligaspiele durchzuführen, selbst wenn aufgrund von Corona-Infektionen wieder das eine oder andere Spiel ausfällt. Und davon muss man ja auf jeden Fall ausgehen.

Wie haltet ihr euch während der Winterpause fit?

So wie ich meine Spieler kenne, werden sich die meisten zuhause mit Lauf- und Fitness-Einheiten fit halten. Sollte irgendwann das Training in der Halle wieder erlaubt sein, was ich mir jedoch aufgrund der aktuellen Covid-19-Situation nicht vorstellen kann, werden wir diese Trainingsmöglichkeit nutzen. Fünf Wochen vor dem eigentlichen Trainingsstart werden wir wohl, wie schon beim letzten Lockdown, noch eine vierwöchige Trainings-Challenge durchführen, damit auch keiner völlig untrainiert in die Vorbereitung startet.

Wie haltet ihr überhaupt Kontakt in Zeiten von Corona?

So, wie es in der heutigen Zeit und mit den vorgegebenen Kontaktbeschränkungen üblich ist. Über WhatsApp und Telefon.

Habt ihr Sorgen, dass viele Spieler im neuen Jahr überhaupt keine Lust mehr auf Fußball haben? Wie viele haben sich ohnehin schon verabschiedet?

Diese Gefahr besteht im Allgemeinen in jedem Verein. Gerade bei älteren Spielern, die sich eh schon mit dem Karriereende beschäftigen oder bei denen, die nicht das nötige Fußballerherz haben. Momentan weiß ja auch niemand, wie lange diese Situation noch anhält und wie es wirklich weiter geht.

Ich hoffe sehr, dass uns sowas nicht treffen wird und jeder wieder voll motiviert dabei ist, wenn es dann endlich losgeht. Im Übrigen kann ich mir nicht vorstellen, dass sich einer meiner Spieler einfach so verabschieden würde. Schließlich spielen wir um den Klassenerhalt, und da bin ich mir ziemlich sicher, dass jeder nochmal alle Kräfte mobilisieren wird, um dieses Ziel zu erreichen. Ich glaube, wenn wieder eine gewisse Normalität im Trainings- und Spielbetrieb eingekehrt ist, wird es sich so einpendeln, wie es auch vor der Pandemie war.

Wie geht es eurem Verein finanziell? Könnt ihr die Ausfälle überhaupt kompensieren?

Dazu kann ich als Trainer grundsätzlich wenig sagen. Wie überall fehlen die Eintrittsgelder und Einnahmen vom Getränke- und Essensverkauf. Aber ich denke, der Verein ist gut aufgestellt und kann das für eine bestimmte Zeit kompensieren.

Aufrufe: 21.12.2020, 16:00 Uhr
Markus SchmautzAutor

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